So. 13.05.12 - Abfahrt in Richtung Shetlands

Abfahrt 11:15 Uhr in Oyten. Wir haben uns nach vielen Hin-und Herüberlegungen wieder für den Weg mit der Fähre über Amsterdam/Ijmuiden nach Newcastle entschieden. Wir sind super durchgekommen und haben für die Strecke nicht mal 4 Std. gebraucht. Perfekt! Die Fährüberfahrt war wie immer anstrengend.

Mo 14.05.12 - ab nach Aberdeen

Die Fähre hat um 9:30 Uhr in Newcastle angelegt. Wir müssen spätestens um 18 Uhr in Aberdeen angekommen sein, da wir die Fähre um 19 Uhr Aberdeen – Lerwick/Schettland Inseln gebucht haben. Auch hier sind wir sehr gut durchgekommen und stehen bereits kurz vor 16 Uhr im Hafengebiet bereit. Ab 17 Uhr beginnt der Check-In. Wir haben für die Überfahrt eine, um einiges mehr kostende, Kabine gebucht, da wir von den Schlafsitzen nichts Gutes im Internet finden konnten. Und es hat sich gelohnt. Die Kabinen sind sehr sauber und gut eingerichtet. In unserer Executive Cabin sind enthalten: Wasserkocher mit Tee, Kaffee und Schokolade + Keksen, Wasser, Fernseher mit DVDs for free, Handtücher – kurz: sehr komfortabel. Morgen früh werden wir uns hier noch an Bord ein Frühstück genehmigen und dann haben wir 4 Tage Shetlands vor uns (und hoffentlich sehen wir im 4.Jahr Schottland endlich „unsere“ Puffins ;-) Ein passendes Objektiv für unsere Kamera haben wir uns ja dieses Jahr geleistet!)

Di 15.05.12 Ankunft auf den Shetlands / die ersten Puffins

Die Nacht war stürmisch. An einen durchgängigen Schlaf war nicht zu denken, da sich das Schiff in alle möglichen Richtungen bewegt hat. Anscheinend haben wir unterwegs auch Zeit verloren. Angelegt wird anstatt 7:00 Uhr erst um 7:30 Uhr. Damit die Gäste mit Auto auch noch in den Genuß eines entspannten Frühstücks kommen, gibt es folgende Lösung: Die Autos müssen von der Fähre runtergefahren und im Hafengebiet geparkt werden. Danach kann der Fahrer mit seiner Bordkarte und der fürs Auto wieder auf das Schiff gelangen und dort erst einmal frühstücken. Genau das haben wir getan. Das Frühstück war für den Preis okay, aber sehr fettig. Zurück werden wir das wohl nicht nochmal in Anspruch nehmen. Nach unserem ersten schottischen Frühstück in diesem Urlaub geht es sofort auf die Straßen Shetlands in Richtung Sumburgh Head. Dort befindet sich eine der Puffin-Kolonien (die am einfachsten zugängliche). Das Wetter hat sich noch nicht beruhigt. Es ist sehr windig, durchsetzt mit ein paar Regenschauern. Das Ganze bei ca. 4 Grad. Am Sumburgh Head angekommen wird erst einmal nach Puffins Ausschau gehalten. Siehe da, nach kurzer Zeit zeigt sich das eine oder andere Tier. Allerding von den angekündigten 5.000 Exemplaren ist nichts zu sehen. Wir kommen auf Rund 15 gesichtete Tiere. Nach einem ausgiebigen Fotoshooting geht es wieder in Richtung Norden. Dabei kommt man direkt am Jarlshof vorbei. Den beschließen wir zu besichtigen. Der Jarlshof ist eine Ausgrabungstätte an der Ruinen und sonstige bauliche Überreste aus 2.000? Jahren Menschheitsgeschichte gefunden wurden. So begibt man sich bei der Besichtigung der Ausgrabungen in eine kleine Zeitreise von den Pikten über Brochs, Wheelhouses, Roundhouses, Langhäuser der Wikinger zu neuzeitlicheren Bauten. Das eine und andere Mal sind Ähnlichkeiten zu Skara Brae auf den Orkneys nicht zu leugnen. Nach der Besichtigung fängt das Wetter an besser zu werden. Der Wind ist zwar immer noch präsent, aber die Sonne kommt durch. Wir beschließen die Weiterfahrt zur St. Ninians Isle. Diese ist mit einem sogenannten Tombolo mit dem „Festland“ verbunden. Das heißt, die Meeresströmungen haben hier Sedimente so abgeladen, dass eine „Sandbrücke“ vom Festland zur Insel entstanden ist. Hier wandern wir ein paar Stunden über die Insel und an den hier befindlichen Steilküsten. Die Aussichten sind hier teilweise grandios (oder wie ein älteres Ehepaar, dass wir dort getroffen haben, sagte: „Breathtaking“) Nachdem wir gut durchgefroren wieder am Auto ankommen, beschließen wir unsere Unterkunft aufzusuchen. Also zurück nach Lerwick. Unser BB ist eigentlich ein Guesthouse, das „Alder Lodge Guest House“. Wir werden überschwänglich von Keith in Empfang genommen, der es sich auch nicht nehmen lässt unseren Koffer in unser Zimmer im ersten Stock zu tragen. Das Zimmer ist riesig und schick eingerichtet. Man sieht, dass hier vor gar nicht langer Zeit renoviert wurde. Nachdem wir uns frisch gemacht haben, lassen wir uns von Keith noch die näher gelegenen Restaurants erklären. Nun geht es auf Entdeckungstour durch Lerwick. Nachdem wir ein paar Restaurants und Bistros begutachtet haben, entscheiden wir uns für eine simple Pizza und einen Handmade Burger. Das Essen ist für britische Küche sehr gut (zumindest laut unseren Erfahrungswerten). Nach gefüllten Magen durchstromern wir noch ein wenig die Straßenzüge und begutachten wir die sogenannten Lodberries. Das sind Häuser im Hafengebiet die in das Wasser gebaut wurden. Der Ursprung geht auf die Hansezeit zurück. Damals hatten die Schiffe Steine geladen, um besser im Wasser zu liegen, dieser Balast wurde in Lerwick über Bord geworfen und die hier gefangenen Heringe aufgeladen. Dieser Stadtteil ist sozusagen auf „fremden Grund“ gebaut. Ich möchte in so einem Haus, welches (fast) im Wasser steht, nicht wohnen. Im Anschluss besuchen wir noch den Clickimin-Broch in Lerwick. Der ist zu unserer Verwunderung aber abgeschlossen. Und das ohne Hinweisschild. Es fängt mal wieder an zu regnen und wir eilen in unsere Unterkunft

Mi 16.05.12 - Ausflug nach Mousa

Heute schlafen wir mal aus. Frühstück erst um 8:00 Uhr. Das fällt wie erhofft sehr schottisch aus Zwinkernd. Im Anschluss geht es zur Touristen Information ins Zentrum von Lerwick. Hier ergattern wir noch Infos zu den umliegenden Sehenswürdigkeiten. Parallel erfahren wir auf Rückfrage, dass der Broch vom Vorabend immer gegen 20:00 abgeschlossen wird. Ist wohl eine neue Regelung.  Das Wetter ist gruselig. Es regnet in einer Tour bei 5 Grad. Für den späten Mittag haben wir eine Bootstour zur vorgelagerten Insel Mousa gebucht. Na dann mal Prost Mahlzeit. Damit wir rechtzeitig am Ablegesteg sind, planen wir nicht all zu weit weg zu fahren. Es geht nach Scalloway, der ehemaligen Hauptstadt der Shetlands. Hier gibt es ein Castle zu besichtigen. Das Wetter wir immer gruseliger….. In Scalloway gibt es die erste Herausforderung. Das Castle ist abgeschlossen. Den Schlüssel kann man sich im Scalloway-Hotel ausleihen. Allerdings ist das Hotel von uns nicht zu finden. Entnervt von diesem Umstand und dem Wetter fahren wir weiter und schauen uns die Gegend an. Pünktlich zum Ablegezeitpunkt sind wir am Pier um an der gebuchten Bootsfahrt nach Mousa teilzunehmen. Allerdings kein Boot, kein Kapitän oder andere Fahrgäste sind zu sehen. Wir warten. Plötzlich kommt ein Auto angefahren. Der Fahrer fragt uns ob wir an der Bootsfahrt teilnehmen möchten. Wir bejahen und er stellt sich als Tom der Kapitän vor. Durch Reparaturarbeiten am Pier wurde der Abfahrtort verlegt, nur 3 Kilometer die Küste hoch. Er steigt ins Auto und braust los, wir folgen. Das Wetter ist immer noch gruselig. Der  Gedanke gleich für ca. 3 Stunden bei dem Wetter auf einer Insel ausgesetzt zu werden sorgt nicht gerade für Euphorie. Nachdem wir uns witterungsfest eingepackt haben geht’s aufs Boot. Insgesamt sind wir sechs Personen, die sich das antun möchten. Es geht los. Die Überfahrt nach Mousa dauert ca. 15 Minuten. Nach der Ankunft gibt es den Hinweis, dass wir uns alle um 16:15 am Pier einfinden sollen, damit die Rückreise pünktlich angetreten werden kann. Wir starten zu unserer Inselumwanderung. Und siehe da, es hört auf zu regnen. Das ist ja unglaublich. Als erstes Ziel haben wir den Broch von Mousa. Dieser ist ca. 2000 Jahre alt und gilt als der am besten erhaltene Broch in gesamt UK. Hier halten wir uns einige Zeit auf, bevor es zur weiteren Inselumwanderung geht. Dabei führt der Weg vorbei an Ruinen und dem Vogelschutzgebiet. In Wassernähe sollen hier ganze Kolonien von Seehunden ihre Jungen aufziehen. Davon ist aber zur Zeit nicht viel zu sehen, da die Jungen noch nicht geboren sind. Es befinden sich zwar ein paar Tiere in Sichtweite, aber es sind eher wenige. Die Sonne kommt durch und wird immer kräftiger. Die Lichtverhältnisse ändern sich dadurch gravierend. Also vollenden wir die Umwanderung und laufen noch einmal zum Broch. Nachdem wir erfolgreich noch ein paar Bilder gemacht haben, steuern wir den Pier an um rechtzeitig zur Abfahrt dort zu sein. Wir sind ein paar Minuten zu früh, also wird mit den anderen Mitreisenden noch ein wenig Small-Talk gehalten. Die Rückfahrt wird ein wenig wilder. Der auffrischende Wind sorgt für einen anständigen Wellengang für das kleine Boot, scheint aber auch die restlichen Wolken wegzupusten. Wieder am Ausgangspunkt angekommen, beschließen wir noch mal zum Sumburgh Head zu fahren. Schließlich scheint gerade die Sonne, vielleicht gibt es noch das eine oder andere Motiv. Es ist ja lange hell, also geht es im Anschluss nach Eshaness. Hier gibt es Stacks und sonstige Felsformationen inklusive imposanter Steilküste. Der Weg dorthin dauert fast 90 Minuten. Das Thermometer rutscht auf 3 Grad. Es ist sehr windig. Wir wandern noch ein wenig in der Nähe der Klippen. Nach zirka einer Stunde geht es durchgefroren wieder um Auto zurück, schließlich ist es bereits 21:30 Uhr.

Do 17.05.12 - Unst und Hermaness / mehr Puffins

Heute wird früh aufgestanden. Frühstück um 7:00 Uhr. Wir wollen nach Unst. Um dort hin zu gelangen fährt man in den Norden, macht eine Fährüberfahrt nach Yell, durchquert Yell und macht eine Fährüberfahrt nach Unst. Nach dem Frühstück geht’s los und wir erreichen Unst 10:30 Uhr. Unser Primärziel ist Hermaness mit der dortigen Puffinkolonie. Hermaness liegt im Norden von Unst. Irgendjemand hat uns erzählt, dass man hier auf Höhe Grönland liegt. Das muss nochmal überprüft werden. J Gegen 11:00 erreichen wir den Parkplatz von Hermaness. Ab jetzt geht es nur noch zu Fuß weiter. Also rein in die Wanderkluft und los geht’s. Das Wetter ist sonnig, aber es weht ein kräftiger und zum Teil kalter Wind von der See her. Der erste Teil der Strecke ist sauber angelegt (Splitweg und Holzbohlen) und bedarf keiner Herausforderung. Am Ende der befestigten Wegstrecke befindet man sich auf einer Klippe. Von hier aus sollte man mindestens wasserfeste Schuhe tragen. Die Strecke ist streckenweise sehr nass und matschig. Wir nehmen die Mühe auf uns und wandern weiter in Richtung Norden, zum letzten Leuchtturm Großbritanniens im Norden. (Falls man nur den Leuchturm sehen will, kann man auch einfach ein kleiner Stück nach Westen laufen, dann hat man bald einen guten Blick darauf) Auf halber Strecke entdecken wir tatsächlich einige Puffins. Hier halten wir uns einige Zeit auf und beobachten die lustigen Zeitgenossen. Die gesamte Klippenlandschaft scheint zu leben. Die Brutsaison der Seevögel hat offensichtlich begonnen. Nur schwer können wir uns von dem Anblick lösen und ziehen weiter in Richtung Norden. Nach einiger Zeit erreichen wir die Landzunge mit Blick auf den Felsblock „Muckle Flugga“  im Wasser, auf dem der Leuchtturm steht. Hier legen wir ein kleines Picknick ein. Auch hier ist viel Vogel-Betrieb. Überall in den Felsspalten der Klippen befinden sich die Nester. Nach einem kurzen Aufenthalt treten wir den Rückweg an. Insgesamt hat der Ausflug ca. 5 Stunden gedauert. Wir haben noch ein paar Kleinigkeiten auf Lager, die wir uns hier auf Unst ansehen können. Der Grabstein von Segebart Detken, einem Hansekaufmann aus Bremen, der auf Unst verstarb. Einen Standing-Stone und das Castle Muness. Im Anschluss treten wir den Rückweg zu unserem B&B an. Auf dem Weg in unsere Unterkunft holen wir uns noch eine ordentliche Portion Fish & Chips in Braer aus der nördlichsten Fish&Chips Bude GBs

Fr 18.05.12 Rückfahrt nach Aberdeen

Heute gibt es das Frühstück erst um 8:30 Uhr. Große Pläne haben wir heute nicht, da es im Laufe des Nachmittages zum Check-In für unsere Fährüberfahrt nach Aberdeen geht. Wir laufen zum Knap in Lerwick, einer Landzunge, die in die Hafeneinfahrt reicht. Danach besuchen wir den Clickimin-Broch der zu dieser Uhrzeit geöffnet haben sollte. So ist es auch. Der Broch, oder das was von ihm übrig ist, ist in einem sehr guten Zustand. Nach ein paar Fotoshootings geht es zu einer Shoppingrunde durch die Innenstadt von Lerwick. Dabei stellen wir fest, dass es touristisch gesehen nicht viel zu shoppen gibt. Die Shetlands sind nicht auf Massentourismus ausgelegt. Nun ja, ein paar kleine Gimmicks haben trotzdem den Weg in unseren Koffer gefunden. Gegen 16:00 geht’s in den Fährhafen. Die Abwicklung verläuft sehr zügig und wir befinden uns innerhalb von 30 Minuten in unserer Kabine. Nach einem Zwischenstopp auf den Orkneys gegen 22:30 werden wir morgen um 7:00 Uhr Aberdeen erreichen.

Sa 19.05.12

Gegen 6:00 Uhr werden wir nach einer sehr ruhigen Nacht, in der wir beide sehr gut auf der Fähre geschlafen haben dort Anlegegeräusche geweckt. Ohje, verschlafen? Nein, nein, der Rückenwind hat uns wohl schon eher in den Hafen von Aberdeen zurückgebracht, aber der Kapitän gibt Entwarnung: wegen der Gezeiten findet das Auschecken wie geplant erst um 7 Uhr statt. Aus dem Fenster sieht das Wetter sehr angenehm aus. Schnell ein kurzes Frühstück eingenommen und runter mit dem Auto vom Schiff und ab in die Aberdeener Innenstadt. Wenn wir schon hier sind, dann wollen wir wenigstens mal einen Blick in die Stadt werfen. Um 7:20 Uhr stehen wir in der Haupteinkaufsstrasse „Union Street“. Natürlich sind die Geschäfte noch geschlossen, aber wir wollen uns ja auch nur die Stadt anschauen. Gesehen haben wir u.a. das Marischal College, das Mercat Cross, Salvatation Army Citadel und die St. Nicholas Church. An sich ist die Stadt mit ihren Bauten aus grauem Granit sehr schön, wenn sie wie bei unserem Besuch durch die Sonnenstrahlen glitzert, aber an dem regnerischen Tag, an dem wir zu den Shetlands aufgebrochen sind, sah das alles grau in grau aus. Wer Städtereisen mag, wird hier auch einige schöne Ecken / gute Einkaufsmöglichkeiten finden, aber wir haben unser Herz an Inverness verloren. Da werden wir heute auch noch einen kurzen Abstecher hin machen.

Ursprünglich wollten wir jetzt einen etwas längeren Stopp in den Cairngorms machen, da dort aber gestern noch Schnee gefallen ist und die Skilifte noch laufen, haben wir diese Idee verworfen. Schneeketten hatten wir für unseren Maiurlaub nicht eingeplant und die Winterreifen sind auch schon runter…

Also spontane Idee: Wir fahren nach GlenCoe und holen die, wegen Regen und Nebel im letzten Jahr nicht durchführbare Wanderung ins Lost Valley nach. Die nächsten beiden Tage sollen sehr schön werden.

Auf dem Weg dorthin wollen wir auch noch einen kurzen Abstecher zu einigen Destillerien in der Speyside machen. Leider macht uns der Samstag und die Tatsache, das noch nicht Whisky-Hauptreisesaison ist, einen Strich durch die Rechnung… die meisten Destillerien sind heute geschlossen.

Dafür sind die Geschäfte in Inverness noch geöffnet. Im Viktorian Market finden wieder einige typische Souvenire den Weg in unsere Taschen, im Eastgate Center gibt es einen neuen Ness-Laden, ich finde Inverness einfach immer wieder schön. Klein aber oho, quirlig aber nicht überlaufen und von allem ein bißchen. Viertes Jahr Schottland und das vierte Mal hier… das spricht für sich.

Nach diesem Stepp machen wir uns auf dem Weg zum Glen Coe und finden (nach längerem Suchen) in dem kleinen Örtchen Glencoe auch ein recht günstiges B&B, das „Huneysuckle Cottage“ Es ist nicht das Beste bisher, aber es ist sauber und gemütlich (und erstaunlicherweise auch nicht so teuer /25,- Pfund pppn), das ist die Hauptsache.

Zum Abendessen waren wir wieder in dem kleinen Lokal/Bar/Pub in Ballanchullish (direkt am Ortseingang), in dem wir schon vor 2 Jahren gut gegessen haben, und dieses Jahr war das Essen definitiv noch besser. Hier bekommt man für verhältnismäßig wenig Geld sehr leckeres Essen. Die Vollheit des Ladens zeugt übrigens auch davon.

So 20.05.12 Lost Valley und Glenfinnan

Nach einem umfassenden sehr guten Frühstück und einer ebenso umfassenden Unterhaltung mit unseren Mit-Gästen im BB, ging es zur Wanderung ins Glen Coe hinauf ins  Lost Valley. Das Wetter ist phänomenal gut. Der Himmel nahezu wolkenlos und es wird warm. Schnell stellen wir fest, daß wir für die Wanderung zu warm angezogen sind. Aber was soll’s. Lieber zu warm als zu kalt.

Die Wanderung wird überall mit 3 Stunden hin und zurück angegeben. Würden wir nicht so viele Stopps wegen Foto- und Filmshooting machen, hätten wir es auch geschafft. So landen wir bei ca. 4,5 Stunden. Der Weg ist sehr gut ausgebaut. An manchen Stellen muß man ein wenig kreativ werden, da es teilweise mehrere Wege zum Ziel gibt. Insgesamt aber ein sehr gut präparierter Weg. Allerdings sollte man schon mit ein wenig Wanderequipment dort unterwegs sein, zumindest das Schuhwerk sollte dafür ausgelegt sein, da es auch die ein oder andere (sehr kleine) Kletterpartie gibt.

Da wir so eine B&B-Suchen-Odyssee wie am Vortag nicht wieder erleben möchten, fahren wir jetzt erst an unseren Zielort Glenfinnan und suchen uns dort unsere Unterkunft. Im Anschluss gibt es noch einen kurzen Besuch im Sonnenschein beim Glenfinnan-Monument und Glenfinnan-Viadukt (bekannt aus „Harry Poter“). Bisher kennen wir das beides auch nur bei schlechtem Wetter.

Jetzt geht’s ins B&B „Oakbank“ wo wir es uns gemütlich machen. Leider ist dieses B&B bisher das schlechteste auf unserer Reise. Die Gastgeber sind sehr nett, aber es ist leider nicht so sauber, wie man es sich vorstellt. Dafür haben wir hier Internet. Morgen steht die Fahrt nach Skye auf dem Programm.

Mo 21.05.12 Portree - Old Man of Storr und der Quiraing

Nach dem Frühstück geht es ab nach Skye. Nachdem wir gestern noch gecheckt haben, wieviel die Fährüberfahrt Mallaig-Armadale kostet (33 Pfund), haben wir uns für den längeren, aber günstigeren (und vor allem schöneren Weg) über die Strasse entschieden. Das Wetter ist wieder herrlich und wir legen ein paar Fotostopps ein. Gegen 12 Uhr sind wir auf Skye angekommen. Da wir schon sehr genau wissen, was wir alles machen wollen, entscheiden wir uns diesmal dagegen, wieder in Broadford nach einem B&B zu suchen. Wir fahren weiter und landen schließlich direkt in Portree… warum mal nicht direkt in Portree wohnen? Das erste B&B was wir ansteuern will 74,- Pfund! Stolzer Preis! Das schlägt sogar den Insel-Aufschlag für die Shetlands. Wir sagen der netten Dame, das wir weitersuchen wollen. Nachdem wir durch Portree fast durch sind, finden wir wieder ein Schild mit „Vacancies“ -> angehalten und gefragt, aber das letzte Zimmer ist grad weggegangen. Aber die nette Dame will für uns noch bei einer Freundin anrufen und fragen, ob noch ein Zimmer frei ist. Wir geben ihr noch mit auf den Weg, dass wir für zwei Nächte was suchen und siehe da: Es ist ein Zimmer frei. Ihr Mann hat uns dann mit seinem Auto zu dem B&B auf der anderen Stadtseite gelotst.

Uns begrüßt eine nette ältere (ca. Mitte 70) Dame (später hat sie von uns den Spitznamen „Oma Portree“ erhalten) und zeigt uns das Zimmer. Nicht en-suite, aber mit eigener Toilette. 60,- Pfund möchte sie pro Nacht haben. Als wir für zwei Nächte zusagen, freut sie sich total. Im nachhinein haben wir festgestellt, dass nirgendwo ein B&B-Schild am Haus angebracht ist. Scheinbar geben bekannte B&Bs ihren Überlauf nach Sichtung an Oma Portree ab. Wie sie richtig heißt, wissen wir leider nicht ;-)

Nachdem wir unser Gepäck auf unser Zimmer gebracht haben, ziehen wir weiter zu der ersten geplanten Wanderung auf Skye, dem „Old man of Storr“. Diesmal wollen wir aber nicht nur bis zum Old man, sondern wir wollen auf das Storr Plateau. Der Weg soll gut erkennbar sein, das einzige Problem seien nur die 700 Höhenmeter auf 2 Km.

Der Parkplatz ist voll. Zu Beginn des Wes wurde ein Großteil des Waldes abgeholzt, das sieht nicht sehr einladend aus. Als wir am Old man angekommen sind, versuchen wir den Weg auf das Plateau zu finden, scheitern aber an einem unangenehmen steilen Felsabschnitt, den man scheinbar überklettern muss. Da wir aber nur Wanderschuhe anhaben und keine Kletterer sind, machen wir hier einen Rückzieher. Wir drehen eine Runde um den Old man und machen uns wieder an den Abstieg. Es war wieder mal toll, hier oben gewesen zu sein.

 

Kilt Rock

Da der Abend noch lang ist, besuchen wir erstmal noch den Wasserfall am Kilt Rock und machen uns dann auf in den Quiraing. Wir wollen immer noch den Table in natura sehen. Und da wir uns in den letzten Jahren Wandertechnisch a) besser ausgerüstet haben und b) uns weiterentwickelt haben, wagen wir es erneut. (Außerdem hat Jenny dieses Jahr scheinbar ihre Höhenangst Überwunden?!?) Am oberen Parkplatz angekommen, machen wir uns auf den Weg. An der Stelle vorbei, wo wir letztes Jahr den Steinschlag haben runterkommen sehen, bis zum Aufstieg zur Needle. Es ist schon ein steiles Stück… wir wagen es! Auf der Hälfte verlässt uns der Mut. Wir sitzen vor einem Schotterbett fest. Da überholen uns zwei Personen in einem Tempo, das glaubt uns niemand. Die beiden selbst lachen über unsere verwunderten Gesichter und sagen nur „monkey-like“ Also geht’s auch für uns weiter, light-monkey-like, wir versuchen die grasbewachsenen Stellen auszunutzen. Teilweise verkrallen wir uns in den Hang. Dann kommt noch ein englisches Pärchen vorbei. Gemeinsam schaffen wir den Aufstieg fast gleichzeitig. Vorbei an der Needle, durch eine kleine Schlucht und wir sind da. (Beim letzten Rest des Aufstiegs zur Needle musste Sven allerdings versprechen, dass wir irgendeinen anderen Abstieg als den Aufstieg finden) Nach ausgiebigem Fotoshooting und bewunderung der Aussicht machen wir uns an den Abstieg. Die Engländer machen sich auf den Weg, den wir auch als den richtigen erkannt zu haben glauben. Wir als hinter den beiden her. Die beiden fingen tatsächlich an, sich durch eine enge steile Schlucht nach unten zu kämpfen… nicht mit uns, wir haben grad erst die Needle überstanden. Den Weg nach oben auf das Quiraing-Massiv (wie in unserem Wanderführer beschrieben), können wir nicht finden. In einem anderen Wanderführer stand noch was über eine alternative Route nach Flodigarry. Ein Weg führte auch in diese Richtung. Kurzerhand haben wir beschlossen, diesem Weg zu folgen und von Flodigarry aus ein Taxi zu unserem Auto zu nehmen. Auf diesem Weg treffen wir auch die „Monkeys“ wieder. Sie sind auf dem selben Weg (und stehen eigentlich auch auf dem gleich Parkplatz). Einen steilen Grashang noch hinunter, um eine ausschweifende Kurve und wir stehen vor dem Zaun, vor dem ich schon mal kapituliert habe. Also sind wir bald wieder auf dem Weg, der unterhalb der Needle vorbeiführt. Ab über den Zaun und weiter. Von hier an war alles ein leichter Rückweg. (Die Engländer haben wir noch überholt, die immer noch mit dem Abstieg durch die steile Schlucht beschäftigt waren.)

Jetzt nur noch ins B&B und ins Bett.