20.05.2011 - In Richtung Süden

geschrieben von Jenny:

Frühstück – wieder mal perfekt mit netter schweizer Unterhaltung. Beatrix hat mir sogar einen schönen Stein von ihren Wanderungen mitgebracht – so lieb! (Eigentlich soll ich nicht so viele Steine und Muscheln mitschleppen. Wir hatten uns mit den Schweizern darüber unterhalten – selbst begeisterte Steinesammler – und so habe sie mir einen mitgebracht. Ein Geschenk muss ich ja mitnehmen dürfen ;-))
Das Wetter begann erst trüb auszusehen, wechselte dann aber schnell zu perfektem Sonnenschein. Wir haben uns noch ein wenig mit Margaret unterhalten und dann von diesem perfekten B & B verabschiedet. Von der Skaill-Bucht aus haben wir noch eine kleine Wanderung auf die nächste Erhöhung gemacht um einen besseren Blick auf den Old Man of Hoy zu bekommen. Wenn schon unsere Tour dorthin nicht geklappt hat, dann wenigstens ein ordentliches Foto von ihm. Die Sicht ist auch perfekt und das Foto schnell geschossen (zusätzlich noch einige Wellen-Fotos, denn der Wellengang ist immer noch bombastisch)
Nach dieser Wanderung entscheiden wir, dass wir das Tomb oft he Eagles ausfallen lassen, dafür noch ein paar schöne Fotos im Sonnenschein von den schönsten Plätzen machen wollen. Also nochmal zu meinen ganzen historischen Steinen ;-))
Eine kleine Shoppingtour in Kirkwall begleitet unseren Weg einmal quer über die ganze Insel wieder bis zum Fähranleger. Während der Geschäftszeiten und bei Sonnenschein macht Kirkwall einen richtig netten Eindruck.
Um 16 Uhr geht unsre Fähre wieder von St. Margrets Hope. Kurz bevor wir da ankommen finden wir sie… die eine Telefonzelle, die wir bisher immer auf jeder Insel gefunden haben, in dem klassischen Design und mitten in der Einsamkeit.

Die Fährüberfahrt verläuft ruhig mit gutem Seegang (kein Wunder nach den stürmischen Tagen) und gegen 20 Uhr kommen wir in unserem B & B Heathcote in Helmsdale an. Es folgt wieder eine Überraschung. Wir fühlen uns nicht wie in einem B & B, sondern eher wie in einem Sternehotel! Wir haben einen separaten Eingang, ein extra Zimmer mit Sofas und Fernseher, eine kleine Küche und natürlich unser riesen Zimmer mit eigenem nigelnagelneuem Bad (und noch einen weiteren Fernseher). Eine nette Gastgeberin (Janice) haben wir auch wieder.
Wir haben noch einen kleinen Spaziergang durch Helmsdale gemacht. Interessanterweise gibt es hier im Vergleich zu anderen Orten eine Restaurant-Schwemme. Auf der Hauptstrasse allein haben wir 5 nette Lokale gefunden. Anderenorts (auch in größeren Orten) sucht man verzweifelt nach was vernünftig Essbarem zu bezahlbaren Preisen und hier wird auf einer Meile alles vom Luxushotel mit Restaurant bis zur Fish & Chips-Bude alles geboten.

21.05.2011 - In Richtung Isle of Skye

geschrieben von Jenny:

Frühstück – lecker. Es wurde aufgetragen (dieses Wort benutze ich jetzt absichtlich) im Speisesaal. Wir zwei hatten den Frühstücksraum für uns alleine. Passend zu dem Rest des hübschen alten Hauses mit dunklen Massivholzmöbeln ausgestattet. Alles wirkte so, als ob für die Gäste nur das Beste benutzt wird. Von den Gläsern über das Besteck hin zum Geschirr.

Wir haben frische Erdbeeren bekommen, der Kaffee war der Beste, den wir hier in Schottland bekommen haben, ebenso konnte man den Zutaten des full-cooked-breakfast anmerken, dass sie nicht im Supermarkt gekauft wurden, die Sausages und der Bacon waren 100%ig vom Schlachter des Vertrauens.

Sven hat heute zum ersten Mal Porridge probiert (und ich einen Löffel voll von ihm) Das ist warmer, grober Haferschleim, leicht gesalzen. Es sah echt unappetitlich aus, hat aber gar nicht so schlimm geschmeckt. (Allerdings bräuchte ich keine ganze Schüssel davon)

Nachdem unser Gepäck wieder im Auto verstaut ist, halten wir noch einen kleinen Plausch mit Janice. Man merkt den Leuten hier richtig an, dass sie sich gern mit ihren Gästen austauschen. Wir haben sie auf das wunderschöne alte Haus angesprochen. Es war früher das Haus des Doktors und ist erst 10 Jahre im Besitz der Familie. Allerdings wollen die Sinclairs das Haus höchstwahrscheinlich bald verkaufen und sich was kleineres suchen, da die Kinder dann aus dem Haus sind. Schade eigentlich. Wahrscheinlich leiden die B & B´s in Helmsdale extrem unter der Umgehungsstraße. Als Tourist bekommt man gar nicht so schnell mit, dass hier noch ein netter kleiner Ort mit schönen B & B´s und vielen Lokalen ist.

Da wir voraussichtlich schon um 14:30 Uhr bei unserer nächsten Station laut unserem Navigationsgerät ankommen sollen, haben wir uns spontan für einen Abstecher nach Inverness entschieden. Dort wollen wir im Victorian Market, im Eastgate-Center und der Fußgängerzone nach Souvenirs gucken. Gesagt getan. Ich bin wieder total begeistert von dieser kleinen Passage „Viktorian Market“. Sven bekommt jetzt endlich seinen Quaich, mit dem er schon die letzten Jahre geliebäugelt hat, wir kaufen wie in den letzten Jahren unsere Kalender im gleichen Geschäft und noch so das ein oder andere Mitbringsel. Schön, Geld ist alle, Taschen sind voll, wir sind glücklich! Die Fußgängerzone hatten wir gar nicht so groß in Erinnerung… also mit diesen drei Möglichkeiten hat man mit Inverness eine super Station um zu shoppen und die nähere Umgebung zu besuchen. Inverness selbst ist auch den ein oder anderen Spaziergang wert.

Weiter geht´s in Richtung Skye. Da wir unsere Route für den Inverness-Stopp geändert haben, kommen wir mal wieder direkt am Loch Ness vorbei. Allerdings bezieht es sich immer mehr, je weiter wir unserem Ziel kommen. Am Urquhart Castle regnet es schon leicht. Diesmal lassen wir die Fotos hier ausfallen, die Ruine kommt einfach nicht rüber.

Der Regen wir immer schlimmer, die Wolken hängen immer tiefer. Die Five Sisters of Kintail, an denen wir vorbeikommen, liegen unsichtbar in der Wolken-/Nebeldecke.

Das Eilean Donan Castle wollen wir eigentlich auch nicht fotografieren, weil es so trist ist, aber ich kann nicht anders, ein Foto muss sein ;-)

Auf Skye angekommen schüttet es! Wir sind schockiert. Überall von den Hängen kommen Wassermassen herunter. Der kleine Wasserfall kurz vor Sligachan, den wir in den letzten Jahren als kleinen fallenden Bach fotografiert haben ist zu einem reißenden Wasserlauf herangewachsen… es muss hier schon seit Tagen schütten. Na was für eine Aussicht. D.h. auch, das der gesamte Boden extrem durchweicht ist. Naja, wir lassen uns noch nicht unterkriegen. Auf dem Rest der Strecke haben wir noch mit extremem Aquaplaning und schlechten Straßen zu kämpfen. Gott sei Dank ist fast niemand unterwegs.

In unserem neuen B & B Darnbrook angekommen werden wir sehr freundlich von Caryl und ihrem Kater George empfangen. Unser Zimmer ist gut ausgestattet (anders, als man es bei Tripadvisor lesen kann, ist dieses Zimmer nicht zu klein. Man kann bei einem B & B aber auch keine 25 qm erwarten).

Die Aussicht, wenn man denn eine hätte und der Regen/Nebel nicht alles verderben würde, wäre fantastisch. Es gibt eine Guest Lounge nur für die Gäste, mit einem ebenso perfekten Ausblick.

Auf unsere Frage, wie lange es denn schon regnet und das die Bäche so viel Wasser führen, haben wir irgendwie keine Antwort bekommen. „Es sei der Wind, weshalb es so aussieht, als würden die Bäche so stürmisch vom Berg runter kommen.“ – Ja nee, is klar!

Als wir ihr im weiteren Gespräch erzählt haben, dass wir schon das Dritte mal auf Skye sind und hauptsächlich wandern wollen, wurde Caryl merklich leiser. Es ist ja auch klar. Die Touristen sollen sich hier wohl fühlen, evtl. auch mal wiederkommen und im besten Fall auch eine Empfehlung aussprechen. Aber auch einer Insel, auf der es eigentlich keine überdachten Sehenswürdigkeiten im großen Stil gibt, ist Regen fatal. Alle unsere geplanten Wanderungen sind so gelegt, dass wir die grandiosen Aussichten genießen können. Aber so, wie die Wolkendecke hängt, kann man nicht mal den nächsten Berg erkennen. Der Wetterbericht sagt leider auch für die nächsten sieben Tage keine Verbesserung an. Wir sind offiziell frustriert. Da uns kalt ist und wir keine Lust haben, bis auf die Haut durchnässt zu werden, machen wir uns nicht mal auf den Wag in den nahe gelegenen Pub. Wir können ihn von unserem Zimmer aus sehen, haben auch Regenjacken dabei, aber durch den Wind wird die Hose sofort komplett durchnässt. Nein danke! Vielleicht morgen.

 

Insgeheim sind wir grad dabei unsere weiteren Reisepläne komplett über den Haufen zu werfen. Aber wir wollen den morgigen Tag noch abwarten…

22.05.2011 - Kurztrips auf Skye

geschrieben von Sven:

Der Morgen bricht an. Draussen ein Gemisch aus Sonne und Bewölkung. Nun ja, es geht erst mal zum Frühstück. Der Tisch ist fast wie in einem Restaurant gedeckt, inkl. Stoffservietten. Es gibt eine Speisekarte aus der wir uns das Frühstücks-Menü selber zusammenstellen können. Und siehe da…. Es gibt das erste mal in diesem Urlaub Haggis. Da greifen wir doch gerne zu. Alles wird frisch von Caryl zubereitet und schmeckt echt lecker.  Zwischendurch geht beim Blick nach draußen noch ein kräftiger Regenschauer runter. Wenn die Sonne scheinen würde, wäre der Platz im Frühstücksraum mit einem perfekten Blick über die unter uns liegende Bucht ausgestattet. So ist es leider nur düster und nass. Pünktlich nach dem Mahl reißt die Wolkendecke ein wenig auf. Wir schmeißen unsere ursprünglichen Pläne Dunvegan Castle zu besuchen über Bord. Wenn es nicht (mehr) regnet, kann man ja auch wie geplant wandern gehen. Mittlerweile möchte Dunvegan 9 Pfund pro Person als Eintritt haben. Nur mal so zum Vergleich: Edinburgh Castle kostet 13 Pfund. Weit sind die nicht mehr davon entfernt. Egal, wir gehen wandern. Als ersten Part haben wir uns die Coral Beaches ausgeguckt. Also an Dunvegan vorbei über eine Singletrack-Road für ca. 5km bis zum entsprechenden Parkplatz. Hier sind sogar schon ein paar Leute unterwegs. Der Weg zu den Coral Beaches ist eigentlich ein gut sichtbarer Wirtschaftsweg. Allerdings hat der auch unter den Regenschauern ein wenig gelitten. Pfützen, Schlammlöcher und kleine „Fluss“-Läufe säumen den Weg. Nach ca. 20 Minuten erreichen wir den Strandbereich. Es ist richtig hübsch hier, allerdings auch sehr windig. Bei Sonnenschein würde das gesamte Gebiet aber wesentlich besser zur Geltung kommen. Die Coral Beaches haben ihren Namen von den kleinen zerbrochenen Korallen, aus denen der Strand hauptsächlich besteht. Was auf den ersten Blick wie Sand aussieht sind Korallen-Splitter. Vor dem Strand tummel sich 2-3 Seehunde im Wasser, die auch gleich die Aufmerksamkeit von allen Wanderern auf sich ziehen. Wir setzen unseren Weg fort und werden prompt von einem kurzen mit Windböen durchsetzten Regenschauer erwischt. Um nicht komplett durchzuregnen suchen wir Schutz hinter einem Felsvorsprung. Nach dem der Regen nach 3-4 Minuten weniger wird, gehen wir an den Strand zurück um uns noch mit ein wenig „Deko“ für zu Hause auszustatten. Pünktlich bei Rückkehr zum Auto gibt es wieder einen kurzen Regenguss der nach zwei Minuten wieder ein Ende findet. Aber egal, es geht weiter.

Die nächste Kurzwanderung auf unserem Zettel liegt nur ca. 2 km entfernt. Hier geht es über eine Schafweide an mehreren Hügeln vorbei in Richtung eines Steinzeitlichen Brochs. Der Weg ist ganz schön mühsam, da der Boden teilweise sehr nass und sumpfig ist. Das läßt uns immer wieder ein paar Umwege um die Wasserlöcher machen. Wer will schon freiwillig bis über den Knöchel versinken? Nach einigen Irrungen finden wir auf Sichtweite den Broch, entscheiden uns aber nicht weiter heranzugehen. Der Bereich bis dahin sieht sehr nass aus und der Broch ist auch nicht mehr sooo gut erhalten. Zurück nehmen wir einen Weg, der uns zu dem nahegelegenen Küstenstreifen führt. Mittlerweile reißt die Wolkendecke regelrecht auf und es fangen ein paar große sonnige Abschnitte ein. Im Windschatten ist es regelrecht warm. Das könnte aber auch an den drei Schichten Kleidung liegen… Der weitere Weg zum Auto ist recht unspektakulär und lediglich von unseren versuchen keine nassen Füße zu bekommen durchbrochen. Am Auto angekommen, überlegen wir uns was wir als nächstes machen.

Mit Sicht auf das besser werdende Wetter beschließen wir zum Neist Point zu fahren. Da waren wir vor zwei Jahren schon einmal. Auf dem Weg zurück in Richtung Dunvegan kommen wir an ein paar kleinen Inselchen in der Bucht vorbei, auf deren Strand sich sehr viele Seehunde sonnen. Ich schätze mal so ca. 15-20 Tiere. Hier ist also noch ein kleiner Stop notwendig…. Also die Kamera geschultert und so dicht wie möglich ran. Das heißt an die Wasserkante. Denn die Seehunde liegen ja auf der vorgelagerten Insel. Nach dieser kleinen Fotoexkursion geht es weiter in Richtung Neist Point. Die Fahrt dauert ca. 45 Minuten hauptsächlich über Singletrack-Roads. Dort angekommen fängt es mal wieder an zu regnen. Mit einem Blick nach oben stellen wir aber fest, das es sich hier nur um eine einzelne Wolke handelt. Spontan trinken wir erst mal unseren mitgebrachten Tee und essen ein Stück Kuchen. Nachdem alles ein Ende hat; Tee, Kuchen und Regen geht es los. Der Weg enthält eigentlich keine Überraschung, da wir ja bereits vor zwei Jahren hier waren. Aber es ist teilweise extrem windig. Wir nutzen das gesamte Areal um Fotos zu schießen und werden promt wieder nass. Wieder mal von oben und auch von unten. Auch hier sind die Wiesen extrem nass. Hier steht das Wasser. Davon lassen wir uns aber nicht mehr unterkriegen und genießen die überwiegend sonnigen Wetterpassagen. Als wir wieder am Auto sind ist es mittlerweile 17:30 Uhr.

Da immer weniger Wolken zu sehen sind und für morgen ein quasi Dauerregen angesagt wurde, beschließen wir noch eine Wanderung dranzuhängen. Es geht zur Insel Oronsay. Eigentlich keine echte Insel wie sie im Buche steht… Die Insel ist mit einem natürlichen Steg aus Kies und Steinen mit dem Festland verbunden. Allerdings kann es bei  Flut passieren das dieser Steg überspült wird. Wir versuchen unser Glück uns wandern los. Der Weg zu dem besagten Überbrückungsweg führt wieder über Felder und Wiesen. Dieses mal inkl. Torfuntergrund. Der hat sich mittlerweile so vollgesogen, das auch hier das Wasser wie in einem Schwamm steht. Mit nassen Füßen erreichen wir nach ca. 30 Minuten den Übergang. Es ist noch ausreichend Steg vorhanden, so dass wir auf die Insel marschieren können. Allerdings trauen wir uns hier nicht zu einer längeren Wanderung, da wir das Ebbe/Flut Verhältnis nicht im Blick haben. Also geht es zügig wieder zurück. Jetzt geht’s dann aber zu unserer Unterkunft. Als wir ankommen ist es bereits 21:00 Uhr. Resümee vom Tag: ca. 15km Fussmarsch, extrem nasse Wanderwege (und Wanderschuhe) aber eigentlich ein relativ sonniger Tag. Mal schauen was morgen so passiert.

23.05.2011 - Schlechtes Wetter und geplante Abreise

geschrieben von Jenny:

Der Wetterbericht hält, was er verspricht….das Wetter wird so was von grausig… Sturm und starke Regenschauer. Unsere angedeutete Änderung der Reisepläne wird jetzt tatsächlich umgesetzt.

Da es durch das langanhaltende schlechte Wetter unmöglich geworden ist, schöne Wanderungen auf Skye zu bestreiten, brechen wir unsere Wanderwoche auf Skye ab!

Wir wollten Touren laufen, die wunderschöne Aussichten bei gutem Wetter bieten, und nur um sagen zu können: „Da bin ich auch schonmal hingelaufen, ich hab zwar nix gesehen, aber es ist bestimmt schön…“ das brauchen wir beide nicht. Unsere Schuhe sind seit gestern noch nicht mal richtig getrocknet (trotz Ausstopfen mit alten Zeitungen und reinholen ist Haus) und würden bei den aufgeweichten Wegen innerhalb kürzester Zeit wieder durch sein. Es ist hier a****-kalt, selbst in den Häusern! (Dafür haben wir schon bei drei Unterkünften beheizbare Decken im Bett gehabt…) Und bei dem Sturmböen habe ich Angst, wenn wir an einer Klippe entlanglaufen, dass sie uns darüber pustet.

Ich bin total frustriert, aber nach dem Frühstück unterrichten wir Duncan und Caryl davon, dass wir nur drei statt geplanter sechs Nächte bleiben. Da wir im Voraus gebucht haben, sind wir gespannt, wir die beiden das aufnehmen, da Ihnen so auch Geld verloren geht. Am Ende einigen wir uns darauf: vier Nächte werden bezahlt und gut ist. Damit kann ich leben. Besser als drei bis vier Tage vom Wetter genervt zu überlegen, wie man die Zeit möglichst trocken und warm rumkriegt.

Unsere geänderten Pläne lauten denn jetzt so:

Wir stornieren unsere Fährüberfahrt Newcastle – Ijmuiden (schnell telefonisch erledigt über die Hotline – einen Teil des Geldes bekommen wir erstattet) und fahren mit einigen Zwischestopps nach Südengland. Schauen uns dort einige Sehenswürdigkeiten an (vorerst in Gedanken auf der To-do- Liste: Stonehenge – für Jenny, die HMS Victory – für Sven, die Kathedrale von Salisbury – für uns beide) und fahren dann mit dem Zug durch den Euro-Tunnel wieder aufs Festland. Danach durch Frankreich, Belgien, Niederlande wieder nach Deutschland. Gott sei Dank sind wir beide gleich durchgeknallt! Sven findet die Idee auch gut und somit fahren wir morgen Richtung Süden los.

 

Zum heutigen Tag: Das Frühstück war wieder sehr lecker. Hier bekommen wir wenigstens richtig lecker Haggis und das nutzen wir auch aus! Unsere Zimmernachbarn, ein englischsprachiges Ehepaar, will heute mit der Fähre nach Harris übersetzen… na denn mal Prost! Durch den Sturm ist der Wellengang enorm und darüber fährt bestimmt auch nur eine kleine Fähre. Aber die beiden nehmen es mit Humor und wir haben ihnen „Good Luck!“ gewünscht ;-))

Nach dem Frühstück geht es erstmal nach Portree zum nächsten Geldautomaten, da wir ja früher als geplant unser B & B bezahlen müssen. In Portree schauen wir noch in einigen altbekannten Läden rein und siehe da: Ich finde mal wieder eine hübsche Handtasche aus HarrisTweet. Genau darauf habe ich spekuliert und Ausschau gehalten. Von Portree aus können wir auch endlich mal telefonieren. Denn in unserem B & B haben wir null Handyempfang.

Von Portree aus sind wir zur Talisker-Destillerie gefahren. Im letzten Jahr konnte ich hier keinen Pin-Badge bekommen, da sie ausverkauft waren, nun versuchen wir es halt nocheinmal. Und diesmal hat es auch geklappt.

Spätestens hier merkt man, wie schlecht das Wetter ist. In Portree ist ja eh immer was los, aber auf der Fahrt zu Talisker sind wir am vollen Parkplatz des Aros-Centers vorbeigekommen und ähnliches ist auch bei Talisker los. Brechend voll! Dem Herrn hinter der Kasse im Shop merkt man den Stress total an. Beinahe haben wir Mitleid mit dem Guten… laufen die Uhren doch auf den Inseln sonst etwas langsamer.

Genauso wie die beiden Einrichtungen profitieren auch andere merklich von dem schlechten Wetter, wie z.Bsp. natürlich das Dunvegan Castle, das wir wie in den jahren zuvor beide irgendwie überhaupt nicht besichtigen wollen, aber auch die ganzen kleinen (Kunst-)Galerien.

Wir besuchen noch Skyeskyns, die Schaffelle verkaufen. Letztes Jahr schon haben wir ein Auge auf so ein „Black-face-sheepskin“ geworfen und ja, dieses Jahr haben wir uns so ein Schaffell gekauft.

Danach ging es noch in eine benachbarte Kunstgalerie, wo überraschenderweise unsere Gastgebern arbeitet. Hier gab´s noch eine hübsche Kette für mich.

Danach sind wir direkt ins B & B, Koffer packen und weiter planen. Mittlerweile lauten die Aussagen unserer Gastgeber auch anders. Vorher wurde das Wetter noch beschönigt, jetzt heißt es, es sei in Gesamtschottland schlecht. Bei unserer Rückkehr zeigt Duncan uns freundlicherweise noch auf seinem Rechner Satellitenbilder von Schottland, auf denen zu erkennen ist, dass eine dicke Schlechtwetterfront über uns liegt, dann kurze Besserung (1/2 Tag) und dann käme die nächste Schlechtwetterzone auf uns zugerauscht. Den beiden haben wir auch erzählt, das wir unsere Fähre umgebucht haben. Sie sollen nicht glauben, dass wir wegen des B & B´s davon fahren. Das Darnbrook Guesthouse ist wirklich zu empfehlen! Und wir möchten nicht, dass sie denken, sie hätten etwas falsch gemacht.

In unserem Zimmer angekommen, wird schonmal der Koffer gepackt und der weitere Weg geplant.

24.05.2011 - Richtung England

geschrieben von Sven

Heute wurde ein wenig früher aufgestanden. Nun ja, halt um 8:00 Uhr Frühstück. Das fiel umfassend und lecker wie auch die vorherigen Tage aus. Danach gings so schnell wie möglich auf die Straße. Schliesslich wollten noch ein paar Kilometer bewältigt werden. Der erste geplante Zwischenstopp war bereits nach ca. 1 Stunde Fahrt in Broadford. Hier haben wir das Auto noch mal getankt und eine paar Snacks aus dem Supermarkt organisiert. Von jetzt an ging es mit mehreren Zwischenstopps (zum Foto knipsen und Film drehen) in Richtung Gretna Green. Hier haben wir uns für 39,00 Pfund eine günstige Übernachtung noch auf schottischer Seite in einem Hotel organisiert. Allerdings ohne Frühstück, aber da kann man ja mal improvisieren.

Der Weg dahin führte durch bereits schon mehrfach durchfahrene Gebiete, Eilean Donan Castle, Ben Nevis, Glen Coe etc. Hier haben wir immer wieder einmal angehalten um die Eindrücke aus Licht und Farbe auf uns wirken zu lassen. Erstaunlicherweise wurde das Wetter tatsächlich besser, je weiter man in den Süden kam…. Aber das war ja auch der Plan. Gegen 19:00 Uhr erreichten wir Gretna Green. Das Zimmer im Hotel war sauber und zweckmäßig. Das war auch so in Ordnung, da wir ja nur eine Übernachtungsstätte gesucht haben.

Am Abend sind wir noch kurz zum „Old Blacksmith“ gefahren. Traditionell darf halt der Schmied in Gretna Green Trauungen vollziehen. Hier sollte nun der Ort des Geschehens sein. Allerdings mal wieder eine Tourie-Falle. Alles wirkt wie ein großes Areal mit Cafe, Shops und Unterhaltung. Nun ja,…. Wer s mag….Mal schauen was morgen kommt. Da geht’s auf jeden Fall zur zweiten Etappe nach Southampton.

25.05.2011 - Beatrix Potter und Southampton

geschrieben von Sven

Nach einer ruhigen Nacht, mal ohne Sturm, ging es recht zeitig wieder auf die Bahn. Heute stand ein großer Abschnitt Autofahren vor uns. Aber das erste Ziel war das Wohnhaus von Beatrix Potter im Lake District, der Hill Top Farm. Man mag es kaum glauben, aber für die Briten scheint das eine Art Wallfahrtsort zu sein. Bereits kurz nach Öffnung um 10:30 Uhr war der Parkplatz überfüllt. Wer sich ein wenig für die Geschichten und Zeichnungen von Beatrix Potter interessiert, kommt hier auf jeden Fall auf seine Kosten. Nicht nur das man das noch original eingerichtete Wohnhaus und Garten besichtigen kann. Es werden auch einige Kleinigkeiten und Parallelen aus den Geschichten zur Realität gezogen. Wie zum Beispiel Möbel und Gegenstände aus dem Haushalt, die sich 1:1 in den Geschichten wiederfinden. Die Zeichnungen hat bestimmt jeder schon einmal gesehen. Nach diesem ca. 90 Minütigen Exkurs ging es weiter in Richtung Southampton.

Erstaunlich wie voll doch die englischen Straßen im Verhältnis zu den schottischen sind. Nach einer langen, langen Fahrt kommen wir endlich um 18:30 Uhr an. Unser B&B (The Avenue) ist sehr stylisch mit viel Liebe zum Detail eingerichtet, aber das wussten wir bereits im Vorfeld aus dem Internet. Nur die Parkmöglichkeiten sind ein wenig bescheiden. Das BB liegt halt mitten in der Stadt. Nach dem unser Gepäck aufs Zimmer verfrachtet wurde, ging es noch einmal kurz raus um sich Southampton anzusehen. Anscheinend „wohnen“ wir nicht allzu weit entfernt von der Amüsiermeile entfernt. Es gibt hier sehr viele Restaurants und Kneipen/Pubs. Nach einem Spaziergang und einem Burger mit Bier ging es wieder zurück aufs Zimmer. Morgen müssen wir einigermaßen fit sein. Geplant sind Stonehenge, Salisbury Cathedral und das weiße Pferd. Na da sind wir mal gespannt.

26.05.2011 - Salisbury Cathedral, White Horse und Stonehenge

geschrieben von Sven:

Frühstück um 8:30 Uhr. Die Sonne scheint zwar aber es ziehen einige Wolken durch. Mike, unser "Gastvater" erzählt uns die aktuelle Wetterprognose. Es sieht gar nicht so schlecht aus; bewölkt mit sonnigen Bereichen und das wichtigste - trocken.

Das Frühstück fällt leicht anders als in Schottland aus. Es gibt Rührei, Schinken, Tomate und Pilze, gepaart mit Müsli und Toast. Es fehlt aber an einigen Kleinigkeiten, an die wir uns in Schottland gewöhnt haben. Das Frühstück ist in Ordnung, einigen wir uns darauf - es fehlt am letzten Quäntchen liebevoller Zubereitung.

Der Plan für den heutigen Tag steht eigentlich fest. Als erstes geht es nach Salisbury - knapp 45 Minuten Fahrtzeit von Southampton. In Salisbury steht die gleichnamige Kathedrale (Salisbury Cathedral) bekannt aus dem Buch und der anschließenden Verfilmung "Die Säulen der Erde". Die Fahrt ist problemlos. Hier ist nur auffällig dass es hier wesentlich mehr Verkehr als in Schottland gibt. In Salisbury haben wir uns im Vorfeld über das Internet bereits ein Parkhaus dicht an der Kathedrale ausgeguckt, die "Old George Mall". Der Innenstadtbereich von Salisbury besteht aus einer ganz niedlichen Fußgängerzone. Der Weg zur Kathedrale ist schnell gefunden. (das Gebäude ist ja auch nicht zu übersehen). Der Komplex ist doch größer als ursprünglich gedacht...

Im Eingangsbereich wird man darauf aufmerksam gemacht, das es hier keine Eintrittsgelder verlangt werden. Allerdings ist man Spenden nicht abgeneigt. Die Spendenempfehlung für einen Erwachsenen ist auch gleich angeschlagen: 7,50 Pfund. Die sind echt niedlich. Für die englischen Besucher gibt es auch gleich eine Spendenbescheinigung dazu. Die Kathedrale ist riesig. Bis wir uns alles angesehen haben (inkl. Magna Charta) vergehen knapp drei Stunden.

Von Salisbury geht es weiter nach Westbury. Dort soll auf einem Hügel ein weißes Pferd in den Kalkfelsen reingekratzt sein. In dieser Region soll es einige weiße Pferde im Felsen geben, die aber zum Teil nur aus der Luft zu sehen sind. Das Pferd in Westbury ist allerdings das, welches am ehesten auf unserem Weg liegt. Wir fahren durch Westbury durch und entdecken nach der Ortschaft das Pferd auf einem Hügel. Der nächste Parkplatz ist unser. Auf die Entfernung kann man schwach erkennen, das sich Menschen auf dem Hügel über dem Pferd befinden. Also muß es einen Weg dort hin geben. Ab ins Auto und auf die Suche nach dem Weg. Tatsächlich führt eine kleine Straße (ähnlich den Single-Track-Roads) den Hügel rauf. Oben gibt es einen riesigen Parkplatz, der aber fast leer ist. Wir steigen aus und schauen uns das Tier aus der Nähe an. Es ist sehr windig. Wir genießen kurz die Aussicht und fahren weiter. Schließlich haben wir noch Programm.

Es geht weiter in Richtung Stonehenge. Meiner Meinung nach auf Grund des Bekanntheitsgrades eine riesige Touristenfalle. Aber was solls. Wir sind nun mal unmittelbar in der Nähe, also hin da. Nach einer Fahrtzeit von ca. 35 Minuten kommen wir bei Stonehenge an. Der Parkplatz ist groß und es stehen auch einige Reisebusse dort. Eigentlich wie vermutet. Mittlerweile bezieht es sich ein wenig, aber der große Regen bleibt aus. Im Eingangsbereich bekommt man einen Audioguide, der einige Hintergrundinformationen zu Stonehenge und der damaligen Kultur vermittelt. Auf dem großer Areal verläuft sich die Touristenmenge ganz gut. Wenn man Zeit und Geduld mitbringt, kann man einige Bilder ohne andere Personen machen. Wir beweisen viel Geduld und haben nach ca. 2 Stunden dem kompletten Audioguide und auch den Rundgang gemütlich absolviert. Nach einem kurzen Aufenthalt im Shop geht es wieder zurück zum Auto. Wir beschließen zurück nach Southampton zu fahren, und uns dort noch ein kleines Restaurant oder Pub zu suchen.

27.05.2011 - Portsmouth und nach Hause

geschrieben von Sven:

Unser letzter Tag in Großbritannien bricht an. Gestern waren wir noch in der Stadt um was essbares ausfindig zu machen. Nach einem Burger und einem Bier vom Faß sind dann aber auch zügig wieder zu unserem BB zurück, da ja noch die Tasche(n) gepackt werden mussten. Heute steht Portsmouth auf dem Programm. Im Anschluss geht es in Richtung London und weiter nach Dover. Von geht heute Abend unsere Fähre nach Dunkerque ab 20:00 Uhr. Die Überfahrt wird ca. 2 Stunden dauern. Danach über gehts weiter über Nacht in Richtung Deutschland. Wenn alles klappt sind wir morgen früh gegen 7:00 Uhr morgens zu Hause. Bis dahin ist aber noch ein langer Weg. Erst einmal Frühstück. Das fällt für uns heute ein wenig umfangreicher aus. Wir unterhalten uns mit Mike über Wetter, Urlaube und Politik. Alles in allem sehr nett und auch interessant. Nach erfolgreichem Frühstück werden noch die Koffer und das restliche Gepäck ins Auto verfrachtet und es geht los. Heute am letzten Tag werden wir die HMS Victory besichtigen. Seit ca. 25 Jahren ein kleiner Traum von mir Lachend. Die HMS Victory ist das weltweit älteste noch im Dienst befindliche Kriegsschiff. Baujahr 1765, diente in der Schlacht von Trafalgar(1805) Lord Horatio Nelson als Flaggschiff. Dieser starb auch in, bzw. nach dieser Schlacht auf dem Schiff.

Die Victory liegt im Marinehafen von Portsmouth, dem "Portsmouth Historic Dockyard". Die Eintrittspreise sind mit fast 22 Pfund pro Person schon ziemlich happig. Allerdings wurde hier ein Gelände geschaffen, auf dem man sich den gesamten Tag aufhalten kann. Schiffe besichtigen, diverse Museen und Ausstellungen, Shops, Restaurants, Hafenrundfahrt usw.Wenn man hier in der Nähe ist und sich ein wenig für Seefahrt und/oder die englische Marine interessiert ist man auf jeden Fall gut aufgehoben. Es lohnt sich.

Auf der Victory wurde ein kompletter Rundgang angelegt, in dem auch sehr viele Blicke hinter die Kulissen gewährt werden. Das Leben an Bord eine Segelkriegsschiffes wird einem sehr nach gebracht. Das was das imposante Schiff dann noch nicht geschafft hat, erledigen die vielen Ausstellungen auf dem Gelände. Insgesamt halten wir uns hier ca. 4 Stunden auf, bevor uns der Zeitplan dazu drängt ins Auto zu steigen.

Wir verlassen Portsmouth in Richtung London und dann weiter nach Dover. Die Strecke umfasst eingentlich nur ca. 230 km, aber wir rutschen von einem Stau in den nächsten. Spätestens rund um London gehts nur noch im Schrittempo vorwärts. Aus den geplanten 3 - 3,5 Stunden Fahrtzeit werden ganz schnell 4,5 Stunden. Gegen 19:00 Uhr erreichen wir das Hafengebiet von Dover. Um 20:00 Uhr fährt die Fähre ab. Zwei Stunden später sind wir dann in Frankreich angekommen. Ab jetzt heißt es über Nacht noch ein paar Kilometer zu reißen. Um ca. 7:00 Uhr am Morgen erreichen wir die heimatlichen Gefilden und fallen todmüde ins Bett....