Schottland 2010 - Vorwort

Nach unserem tollen Urlaub 2009 in Schottland, von dem wir tolles Wetter, nette Menschen und fantastische Landschaften als Erinnerung mit nach Hause nehmen konnten, haben wir ziemlich schnell beschlossen, im Folgejahr wieder in dieses freundliche Land zu fahren. Gesagt, getan. Urlaub konnten wir dieses Jahr im Mai leider nicht gemeinsam bekommen, so dass wir uns für den August entschieden haben. 2,5 Wochen leisten wir uns... leisten, da der August mit die teuerste und bestbesuchteste Zeit ist. Daher haben wir unsere Route diesmal auch komplett im voraus geplant und dementsprechend auch unsere B & B´s vorher ausgesucht und gebucht, damit wir nicht irgendwann einmal ohne Unterkunft dastehen

Die Midges sollen im August auch ziemlich lästig in Schottland werden, also haben wir uns reichlich mit Ungeziefer-Fernhaltemitteln eingedeckt. Mal schauen, ob es so schlimm wird, und wenn ja, ob sich die Viecher von so etwas überhaupt beeindrucken lassen. (Wir haben auch davon abgesehen uns mit einer ganz bestimmten Av*n-Creme einzudecken, da die wohl ganz toll Viecher abhalten soll. Auf solche Experimente wollten wir dann doch verzichten

Außerdem haben wir uns mit einigen Wanderutensilien eingedeckt. Da wir gemeinsam im letzten Schottland-Urlaub festgestellt haben, dass die Landschaft und Natur sich perfekt auf Schusters Rappen entdecken lassen, haben wir einige Wanderungen eingeplant. Und damit wir nicht wieder so unvorbereitet ins Gelände losstapfen, haben wir dieses Jahr beide ordentliche und geländetaugliche Wanderschuhe, Wanderstöcke, und Wasser und Winddichte Hosen und Jacken. Mal sehen, ob sich unsere Begeisterung für das Wandern dieses Jahr vertiefen lässt...
Wir sind wieder gut ausgerüstet mit einer Ladung 5-Min. Terrinen u.ä., da wir uns schon letztes Jahr bestätigt gesehen haben, dass gute Lokale mit leckerem Essen in den wahrlich nicht dicht besiedelten Gegenden Mangelware sind. Selbst so etwas wie Imbisse sind extrem selten. Jetzt fehlt nur noch eine gute Urlaubslektüre, ein voller Tank und los geht’s!

Auf in Richtung Schottland

Abfahrt am Samstag, 31.07.2010:
Um 11 Uhr ist das Auto endlich bepackt und auch die Frau des Hauses ist endlich so weit, ins Auto zu steigen und Oyten hinter sich zu lassen. Um 17:30 Uhr müssen wir in Amsterdam/Ijmuiden sein, wenn wir unsere Fähre erwischen wollen. Da die A1 dieses Jahr eher eine komplette Baustelle ist als eine Hauptverkehrsader, entscheiden wir uns für die nördlichere Route von Bremen aus. Über Oldenburg, Leer gings bei Groningen über die Niederländische Grenze. Ohne größere Zwischenfälle (abgesehen von zwei gesperrten Abfahrten, die wir hätten nehmen müssen) sind wir pünktlich an der Fähre angekommen. Die „Pricess of Norway“ wird uns über Nacht nach Newcastle-upon-Tyne bringen.

Ankunft und Weiterfahrt nach Islay

Sonntag, 01.08.2010:
Die Nacht verlief sehr viel ruhiger, als die beiden Überfahrten im letzten Jahr, aber ein klein wenig schaukeliger. Trotzdem waren wir am nächsten morgen froh, endlich angekommen zu sein. Da wir schon recht früh fertig waren, haben wir an Deck die britische Insel näher kommen sehen.
Auf der Fähre haben wir schon Kontakt zu dem ersten netten Schotten gehabt. Unser Nachbar auf dem Parkdeck kam aus Glasgow (er und seine Frau kamen grad vom Urlaub aus Deutschland) und hat uns direkt mit hilfreichen Tipps eingedeckt. Total lieb!
Um 10 Uhr waren wir von Schiff runter und aus dem Hafengelände raus. Dieses Jahr sind wir nicht direkt in ein Baustellengewirr geraten. Nach einer kurzen Eingewöhnungszeit sind wir mit dem Linksverkehr wieder gut klar gekommen (und den tollen Kreiseln)  Unsere an diesem Tag zurückgelegte Strecke in Stichpunkten:
Newcastle-Carlisle-Gretna-Glasgow-am Loch Lomond entlang- den Loch Fyne hinunter nach Kennacraig auf der Halbinsel Kintyre. Von Kennacraig haben wir eine Fähre (Caledonian MacBrayne) nach Islay gebucht. Um 17:30 Uhr mussten wir spätestens da sein, daher haben wir uns auf dem ganzen Weg nur eine kurze Kaffeepause gegönnt. Das war im nachhinein eine gute Entscheidung, da wir pünktlich angekommen sind und wir nicht viel Zeit „über“ hatten. Um 18 Uhr legte die Fähre ab. 20:20 Uhr war die Ankunftszeit auf Islay. Die Überfahrt kam uns nach der vielen Fahrerei jetzt doch sehr lang vor, außerdem wehte ein sehr kalter Wind, so dass wir nicht die ganze Zeit an Deck bleiben konnten.
Auf Islay angekommen wussten wir schon, dass unser B & B sehr nah am Fähranleger liegen muss, und so war es auch. Sehr freundlich wurden wir von Joy im Askernish B&B empfangen. Wir bekamen ein riesen Zimmer mit großem Bad (mit Badewanne!) Dies wird jetzt für 6 Nächte unser Domizil sein.
Joy empfing uns gleich mit den Ergebnissen zu unseren im voraus zugeschickten Fragen. Ein toller Service! Wir würden uns gerne den Corryvreckan anschauen, allerdings ohne Bootstour. Aber dafür müssten wir 10 km hin und 10 km zurückwandern... mal schauen, ob wir das so machen werden... evtl. hat Joy für uns jemanden aufgetrieben, der uns eine Tour fahren würde, das wäre wirklich schön...

Kildalton Cross

Montag, 02.08.2010:
Morgens haben wir uns für 8 Uhr zum Frühstück angemeldet. Wir hatten die Wahl zwischen dem full scottish breakfast, smoked haddock oder kippers. Dazu wie immer Cerealien, Saft, Kaffee, Tee, Jogurt, Pancakes und Toast.
Als allererstes kam von Joy die, ein wenig panische Frage, ob wir Vegetarier seien. (Scheinbar habe ich ein wenig zu skeptisch auf ihre Menükarte geschaut, aber heute morgen war mir nicht nach geräuchertem Fisch ) Wir konnten Sie beruhigen und hatten dann für den ersten Morgen eigentlich doch keine Wahl. Joy wollte uns auf jeden Fall am ersten Tag mit dem full scottish breakfast ausstatten. Es war sehr lecker und wie immer sehr reichhaltig. Bei Joy darf man sich das Toast selbst toasten. Es war dadurch wie Toast von zu Hause, in der Mitte noch etwas weich, und nicht so, wie wir es letztes Jahr fast überall kennen gelernt haben: das Toast wird so langsam und lange geröstet, dass es schmeckt, als wenn man es zum Trocknen in die Sonne gelegt hat. Nicht aber so bei Joy. Und so war unser erstes schottisches Frühstück ein voller Erfolg und super lecker!
Beim Frühstück haben wir auch die Herren am Nebentisch kennen gelernt. Es handelte sich dabei um zwei alte Freunde aus der Schulzeit. Der eine wohnhaft in Cambridge und der andere auf Neuseeland. Die beiden sind für eine Whisky-Tour hier. Wir hatten ein sehr kurzweiliges und lustiges Frühstück mit einer netten Unterhaltung mit den beiden Herren und Joy.
Nach unserem Frühstück haben wir noch von Joy einige gute Tipps mitbekommen und dazu noch (leihweise) eine OS (Ordnance Survey) Landranger Map von Islay. Diese Karten sind echt klasse und sehr detailliert. Für Jura können wir uns auch noch eine entsprechende Karte von Joy ausleihen. Da wir diese Karten leihweise bekommen konnten haben wir darauf verzichtet, sie zu kaufen; dies ist aber in der Tourist Information in Bowmore möglich. Auf Skye werden wir uns die entsprechende Karte dann selbst zulegen, da Richard und Jacky diese Karte nicht hatten.
Schnell noch eine Tee in der Thermoskanne gemacht und ab ins Auto. Der erste Weg hat uns von Port Ellen aus östlich in Richtung der Destillerien Lagavulin, Laphroaig und Ardbeg geführt. Aber nicht diese Destillerien waren unser Ziel, nein, wir wollten uns das Kildalton Cross ansehen. Dabei handelt es sich um eines der ältesten, komplett erhaltenen, keltischen Hochkreuze. Von der dazugehörenden Kildalton Church stehen nur noch die Grundmauern, aber neben dem Hochkreuz finden sich noch zwei, meiner Meinung nach auch sehr interessante, Grabsteine mit eingravierten Personen/Rittern?

American Monument

Von der Kirche aus sind wir der Straße noch bis Ardtalla weiter gefolgt. In der Claggain Bay sind wir aber wieder umgedreht. Die Bucht ist zwar schön, aber mehr leider auch nicht. Da es in dem Teil von Islay nur die eine Strasse gibt, müssen wir  sie komplett wieder bis Port Ellen zurückfahren. Von da aus machen wir uns auf den Weg auf die Halbinsel Oa. Dort gibt es, wenn man der einzigen Straße bis zum Ende folgt, einen Parkplatz und einen ausgeschilderten, an imposanten Steilküsten entlangführenden, Rundwanderweg. Dieser Rundweg führt auch direkt zum amerikanischen Monument.

Bowmore

Wieder beim Auto angekommen haben wir uns auf dem Weg nach Bowmore gemacht. Kurz Briefmarken kaufen für die Postkarten an die Lieben daheim und zur Touristen Information. Dort haben wir uns noch einen Wanderführer für Islay gekauft.
Direkt neben der Touristen Information liegt die Destille Bowmore. Natürlich haben wir die obligatorischen Fotos gemacht und einen Abstecher in den Shop, aber eine Führung wollten wir hier nicht mitmachen. Man merkt doch, welche Destillerien auf Kommerz aus sind und welche alles noch mit Liebe machen. Wir haben uns für eine Führung am Donnerstag in Laphroaig entschieden. Dann berichte ich mehr.
Nach unserem Step in Bowmore soll unser neuer Wanderführer auch gleich mal zeigen, was er kann. Wir wollen noch einen Abstecher zum Big Strand machen. Und der Zugang dorthin ist gar nicht so einfach zu finden. Selbst mit der Beschreibung im Wanderführer fahren wir erstmal an der Einfahrt zu dem Weg zum Strand vorbei. Ohne das Heftchen hätten wir den Big Strand bestimmt nicht erreicht...

Nach dem Strandspaziergang sind wir so müde und durchgefroren, dass wir nur noch in unser B&B wollen. Nach einem kurzen Gang noch durch Port Ellen, den wir am Vortag haben ausfallen lassen, gehen wir auf unser Zimmer und lassen den Tag gemütlich ausklingen.
PS: Ich habe Sven ja nicht glauben wollen und ihn auch innerlich ein wenig belächelt, aber wir haben heute schon am ersten Tag auf Islay Kontakt mit den angekündigten Midges gehabt. Nach unserer kleinen Wanderung auf Oa wollten wir gemütlich an den aufgestellten Picknick-Tischen Tee trinken, aber innerhalb kürzester Zeit sind wir von dort ins Auto geflohen. Die Biester sind sehr, sehr klein und können wirklich fies beißen. Nehmt die Viecher nicht wie ich auf die leichte Schulter...

Destillerien

Dienstag, 03.08.2010:
Heute morgen habe ich den smoked Haddock with poached eggs (geräucherter Schellfisch mit pochierten Eiern – der Fisch ist übrigens warm) genommen. Sven blieb bei seinem klassischen Full Scottisch Breakfast. Der Fisch war sehr gut, aber ein wenig salzig. Die Eier waren toll.
Da das Wetter sich von wolkig zu sonnig entwickelt hat, haben wir spontan entschieden, die obligatorischen Fotos der Destillerien zu machen. Begonnen bei Ardbeg, wo wir uns spontan zu einer Führung für 10:30 Uhr angemeldet haben. Den Mädels im Shop hat das offensichtlich nicht so sehr gefallen, da wir die einzigen Gäste so früh waren. Dennoch hat uns Bryony sehr, sehr nett und bemüht um dialektfreies Englisch in ca. 1 Std. durch die Anlage geführt. Es hat sehr viel Spaß gemacht. Danach durften wir uns noch einen Whiskey zum Probieren aussuchen. Zur Wahl standen der Blasda, der Corryvreckan, der Supernova und der neue Rollercoaster. Sven hat sich für den Supernova entschieden, ich habe den Rollercoaster gewählt und wir waren beide mit unserer Wahl sehr zufrieden. Der Rollercoaster war für mich genau richtig, a little bit peaty, but not so strong. Ausgetrunken hat allerdings Sven unsere beiden Wee Drums, da ich von da an weitergefahren bin ;-). Diese tolle Tour, die ja eher eine Einzelführung war, hat uns pro Person 2 Pfund gekostet. Ein echtes Schnäppchen, vor allem wenn man bedenkt, das uns diese 4 Pfund auf unsere Einkäufe im Shop angerechnet wurden, obwohl wir keinen Whisky gekauft haben. Vielleicht haben wir einfach nur genug gekauft ;-)

Danach haben wir kurz Lagavulin besucht, sind dort aber nur in den Shop. Die Destille ist auch wieder sehr industriell angelegt.

Bei dem darauf folgenden Step haben wir uns wieder länger aufgehalten. Bei Laphroaig haben wir uns als FoL (Friends of Laphroig) geoutet und wurden, man kann schon sagen: begeistert empfangen. Zu einem FoL wird man, wenn man eine Flasche Laphroaig-Whiskey kauft und sich mit dem auf der Flasche befindlichen Code im Internet registriert. Man wird dann Besitzer eines Spuarefoots Land in Schottland auf dem Gelände von Laphroaig. Uns wurden gleich die Flaschen unter die Nase gehalten, aus denen wir wählen sollten. Laphroaig „zahlt“ nämlich jedem FoL eine „Miete“, bestehend aus einem Wee Drum Whisky und einer Whisky-Miniatur (Double Casked) Hier wählten wir aus den Standard-Abfüllungen den Double-Casked für mich und den 18-year-old für Sven. Da ich immer noch fahren musste, habe ich nur genippt, und Sven hatte wieder zwei Drums zum Testen. Danach haben wir noch unseren Squarefoot Land besucht und „besetzt“. Ausgerüstet mit 12“ Wellingtons (Gummistiefel) sind wir das FoL-Field abgeschritten. Von Laphroaig wurden wir mit Deutschland-Fähnchen ausgestattet und haben eine Urkunde erhalten, dass wir „unsere Grundstücke“ besucht haben. Das war wirklich lustig, da wir definitiv nicht die einzigen waren, die an diesem Tag über das morastige Feld gestiefelt sind. Und anhand der vielen schon gesteckten Fähnchen konnte man erkennen, dass schon sehr viele FoL vor uns da waren. Ein echt toller Werbegag!

Danach haben wir uns über die Single Track Road Richtung Bowmore nach Port Askaig aufgemacht. Da wir heute schon so viel Zeit in den Destillerien verbracht haben, wollen wir jetzt auch damit weiter machen. Die Destillerie Bunnahabhain ist direkt von der Straße nach Port Askaig ausgeschildert. Vielleicht ist die Destillerie selbst nicht die Fahrt wert, aber der Ausblick von der Küstenstraße rüber nach Jura ist Klasse. Bei Bunnahabhain sind wir auch nur kurz in den Shop rein.

Danach gings wieder auf die Straße nach Port Askaig und nach kurzer Zeit ist Caol Ila ausgeschildert. Dies ist ebenfalls eine Destillerie, bei der wir nur den Shop besucht haben. Das Gelände selbst wäre jetzt auch nicht unbedingt eine Reise wert.

Bis hierhin kann ich zusammenfassen, dass auf Islay die am schönsten zu besuchenden Destillerien Ardbeg und Laphroaig sind. Das deckt sich zumindest auch mit unseren Vorlieben beim Whisky-Trinken ;-))
Vielleicht kann man auch Bowmore damit einbeziehen, Bowmore scheint auch einige Luxusführungen für richtig viel Geld anzubieten. Aber wie viel jeder für dieses Hobby ausgeben möchte, bleibt ja jedem selbst überlassen.
Übrigens haben wir uns nicht für die Führung am Donnerstag in Laphroaig angemeldet, die Führung war leider schon ausgebucht. Es sollte zu der Wasserquelle, zu den Torfgründen und in die Mälzerei gehen mir anschließendem Tasting. Da können aber leider nur sechs Personen mitkommen, da man zu den entsprechenden Orten gefahren wird. Aber wir hatten ja schon unsere tolle Ardbeg-Führung und auch viel Spaß auf dem FoL-Feld, da können wir das jetzt auch verkraften ;-))

Nach dem Destillerien-Marathon haben wir uns in Port Askaig (besteht übrigens nur aus dem Fähranleger, einem Hotel und einer Post, die gleichzeitig der Supermarkt ist) die Fährzeiten von und nach Jura geholt und beschlossen: morgen am Mittwoch nehmen wir unser Abenteuer, die Wanderung zum Corryvreckan in Angriff.
Auf dem Rückweg zu unserem B&B haben wir noch einen Abstecher zum Loch Finleggan gemacht, dem ehemaligen Sitz des Lord of the Isles. Es handelt sich dabei um eine Insel im Loch Finleggan, auf der sich einige Ruinen befinden. Alles ist gut mit Hinweisschildern ausgestattet, es gibt auch einen Parkplatz am Tourist Information Center. Dies war um 17 Uhr schon geschlossen und hat seinen Namen wohl auch nicht unbedingt verdient. Wir waren zwar nicht mehr drin, aber von außen sah es sehr klein aus. Anschließend war Sven froh, dass wir den Besuch noch kurz eingeschoben haben und nicht einen halben Tag dafür (wir ursprünglich geplant) aufgewandt haben.

Danach gings ab nach Hause, ausspannen, morgen kommt ein anspruchsvoller Tag auf uns zu.

Isle of Jura

Mittwoch, 04.08.2010:
Nach einem sehr frühen Frühstück, diesmal wieder mit den beiden Freunden aus Cambridge, Neuseeland und einem älteren Ehepaar aus Australien, machten wir uns auf dem Weg nach Port Askaig. Von dort haben wir die Fähre nach Jura/Feolin genommen. Um 9:45 Uhr wurden wir auf der Insel von einem vorwitzigem Highland-Cattle in Empfang genommen. Es hat sich perfekt am Fähranleger in Pose gesetzt ;-) Dann sind wir Juras einziger Straße Richtung Craighouse gefolgt. Dort haben wir einen kurzen Blick in den Shop der Destillerie Isle of Jura geworfen und ich habe einen Pin für meine neubegründete Pin-Sammlung gekauft. Da traf uns fast der Schlag. Ausgezeichnet war in dem Shop nämlich fast nix und die gute Dame an der Kasse sagte ganz locker: „Four Pound, please“. Das ist mal ein ordentlicher Inselaufschlag... der teuerste Pin bisher hat 2 Pfund gekostet. Und dabei ist der Jura-Pin noch nicht mal besonders hübsch... Naja, den hat halt nicht jeder ;-))

Weiter gings auf der einzigen Straße Richtung Norden. Wir wollten ja den Corryvreckan besuchen, der zwischen den beiden Inseln Jura und Scarba liegt. Wir wussten, dass wir nur bis Lealt mit dem Auto fahren können, die letzten 10 km müssen wir zu Fuß zurücklegen. Unsere Rechnung lautete wie folgt: 10 Uhr auf Jura ankommen, 1,5 Std. Fahrt (Stopp an der Jura Destillerie eingerechnet) 3 Std. Wandern hin, 1 Std. Aufenthalt, 3 Std. Wandern zurück, 1 Std. Fahrt zurück zum Fähranleger. Das war von uns großzügig gerechnet ( z.Bsp. braucht der Routenplaner nur 45 Min. von Feolin bis Lealt), die letzte Fähre sollte um 19:30 Uhr zurückgehen. Um 12 Uhr waren wir erst im Tarbert! Das liegt immer noch 13 km von Lealt entfernt, Die Straßen wurden gen Norden immer schlechter und wir kamen immer langsamer voran.

Da wir zu dem Zeitpunkt schon 1 Std. zurückgelegen haben und für den Rückweg ja auch länger wie geplant brauchen würden, haben wir an diesem Punkt abgebrochen. Es war zwar schade und hat uns auch echt geärgert, aber wir hatten echt Angst, die gesamte Strecke nicht zu schaffen und dann hätten wir auf Jura festgesessen. Wir haben dann bei Tarbert einen Standing Stone und einen Friedhof besichtigt (der Weg nur dafür lohnt sich nicht!) Haben in Keils nach einem Friedhof und einigen verlassenen Häusern gesucht (wir sind der Ausschilderung gefolgt und in einem Wohngebiet gelandet) dann haben wir die wirklich ekligen öffentlichen Toiletten in Craighouse nutzen müssen (normalerweise sind die öffentlichen Toiletten in Schottland okay, wenn nicht, gibt es in jedem Destillerien-Shop eine Toilette, aber auch damit konnte die Jura-Destillerie nicht glänzen.
Dann wollten wir in der nähe vom Jura-House einen Aussichtspunkt aufsuchen. Man muss um dahin zu kommen durch die Gärten vom Jura-House, und die wollen wiederum wollen dafür 2,50 Pfund Eintritt. Wir haben dann dort einen Spaziergang an der Küste bis zu einem nahegelegenen Pier gemacht, uns dabei die Überreste eines Schlosses auf einer vorgelagerten Insel angesehen (auch nicht die Reise wert)
Danach sind wir zum Fähranleger und wieder nach Islay zurück.

The Rhinns

Donnerstag, 05.08.2010:
Heute gab es mal ein späteres Frühstück, da wir gestern ja schon so früh hoch waren.   Die bekannten Gesichter sind leider alle abgefahren, jetzt wird sich wieder neu beschnuppert ;-)
Diesmal haben wir drei junge Herren aus Schweden kennen gelernt, die auf Destillerien-Tour hier sind und ein junges Pärchen, welches keine Unterkunft gebucht hatte. Die beiden sind diese Nacht bei Joy untergekommen, müssen sich aber für die nächste Nacht noch was Neues suchen. Auf Islay sollte man unbedingt vorher buchen, vor allem, wenn man in der Hauptsaison hierher kommt und mehrere Nächte bleiben will. Zwischendurch kann man bestimmt immer noch was auf Islay für eine Nacht finden, aber wenn man dann auch noch wie das Pärchen kein Auto dabei hat, wird das alles schon schwierig. Die meisten B&B´s an denen wir bisher vorbeigekommen sind, hatten das „no Vacancies“-Schild angebracht.

Nach dem Frühstück haben wir uns ganz gemütlich auf den Weg gemacht, um die Halbinsel „Rhinns of Islay“ zu erkunden. Auf dem Weg dahin ging es aber noch zu der Brauerei auf Islay in Bridgeend „Islay Ales“, wo wir uns mit drei Sorten zum Testen eingedeckt haben. Die Brauerei liegt in einem großen alten Gehöft „Islay House Square“ benachbart von einigen Handwerkskünstlern Batik, Malerei u.ä. Wir sind an dem Hinweisschild schon einige Male vorbeigefahren. Wer die Brauerei besuchen möchte sollte also den grünen Hinweisschildern zu Islay House Square folgen, denn die Brauerei ist nicht separat ausgewiesen. Einen Besuch ist diese Ansammlung von Kunsthandwerk aber wert, da alles sehr liebevoll restauriert wurde. Bei Sykes Batiks kann man auch Vorher-Nachher-Fotos begutachten. Eine tolle Gartenanlage ist hinter dem Haus auch vorhanden und darf kostenlos besucht werden. Dort wird auch frisches Gemüse aus eigenem Anbau verkauft.


Den nächsten Stopp haben wir am Strand gemacht um Muscheln für meine Nichte zu sammeln. Das habe ich Ihr versprochen ;-) Sven belächelt mich dann immer, wenn ich über den Strand robbe.
Der dritte Halt war dann schon der Shop von Bruichladdich. Dort bekommt man, wenn man nicht schnell genug nein sagt, sofort einen Dram in die Hand gedrückt (wahrscheinlich war der Shop deshalb so gut besucht...?) Da Sven den `Laddich nicht so gerne mag, lehnen wir den Dram ab und weiter geht’s (nachdem ich meinen Pin erstanden habe).

An der nächsten Station Port Charlotte besuchen wir das Tourist Information Center. Informationen bekommt man hier keine, aber man kann sich für 3 Pfund pro Nase eine kleine Ausstellung zu Meeresbewohnern anschauen (oder es auch sein lassen, so wie wir) Wenigstens habe ich hier hübsche Postkarten für die Lieben daheim bekommen. Außerdem gibt es in Port Charlotte noch in einer kleinen Kirche an Ortseingang eine kleine Kirche, in der das Museum of Islay Life untergebracht ist. Auch hier wieder für einen Obolus von 3 Pfund pro Person. Auch dieses Museum können wir nicht kommentieren, da uns die Zeit bei dem herrlichen Sonnenschein für ein Museum zu schade ist. (Dieser Sonnenschein hat uns übrigens am Ende des Tages zu einem kleinen Sonnenbrand verholfen)
Von hier sind wir der Küstenstraße weiter nach Portnahaven und Wemyss gefolgt. Hier haben wir eine kleine Picknick-Pause eingelegt und den Seehunden beim Spielen zugesehen. Herrlich! Die Orte sind sehr klein, aber unbedingt einen Besuch wert, da die Aussicht so schön ist und es hier tatsächlich sowas wie Parkmöglichkeiten und Picknick-Tische gibt.

An der anderen Küstenseite ging es nach Kilchiaran, wo es eine kleine verfallene Kapelle gibt. Über erneut Port Charlotte gings zur letzten Destillerie auf Islay, Kilchoman. Eine neue Destillerie, über die Sven auf seiner Whisky-Seite mehr berichtet. Hier haben wir dann doch eine Flasche Whisky entgegen unseren  Plänen, keinen Whisky in Schottland zu kaufen, erstanden. Den Kilchoman Spring Release 2010, den es eigentlich erst an 09.08.2010 geben sollte. Sonst ist er nirgendwo zu haben und die Kritiker haben den Stoff hoch gelobt, da hat unser beider „Haben-wollen-Trieb“ sich leider durchgesetzt.

Saligo Bay

Von Kilchoman sind wir zur Saligo Bay gefahren. Sven hatte im vorwege gelesen, dass man da unbedingt hin sollte. Und es stimmt. Das Licht ist dort einfach „anders“ Wir haben reichlich Fotos geschossen und der Brandung gelauscht. Als halbe „Nordsee-Krabbe“ ist so eine Bucht am Atlantik, die der offenen Meerseite ausgesetzt ist, schon beeindruckend. Von der Saligo Bay sind wir zu Fuß durch die angrenzende Weide bis zum Ballinaby Standing Stone gelaufen. Sven hat mich bestimmt innerlich für diese Idee verflucht, aber diesmal war es wirklich mal ein großer Standing Stone ;-)

Kilnave Cross

Da wir am nächsten Tag nicht noch einmal bis hier hoch fahren wollten, sind wir dann auch noch spontan zur Sanaigmore Bay gefahren. Im Vergleich zur Saligo Bay trifft es hier das Wort nett ganz gut. Die Wellen sind wesentlich harmloser und man kann sich hier schön an den Strand legen, da die Bucht durch die umliegenden Felsen gut geschützt ist.
Danach sind wir zum Loch Gruinard gefahren um das Kilnave Cross anzuschauen. Da es mal wieder nicht ausgeschildert war, sind wir daran vorbeigefahren und auf der Ardnave farm gelandet. Das ist ein toller Stützpunkt für Wanderungen zum Ardnave Point und sehr idyllisch gelegen. Auf dem Rückweg haben wir dann auch das Kilnave Cross gefunden, es liegt so ungünstig  hinter einem Hügel, dass man es ohne Hinweisschilder erst auf dem Rückweg von der Ardnave Farm auf der linken Seite liegen sieht. Beim Kreuz werden wir allerdings von Schwärmen der biestigen Midges angegriffen, so dass wir unser Heil in der Flucht gesucht und uns endlich auf den Weg in unser B&B gemacht haben. Um 20:30 Uhr waren wir geschafft wieder in unserem Zimmer.

Wandern auf Kintra

Freitag, 06.08.2010:
Als wir aufgestanden sind und den ersten Blick aus dem Fenster geworfen haben....sehen wir das es regnet :-((
Naja, erstmal frühstücken. Joy hatte uns gestern schon verraten, dass heute 4 Herren aus Deutschland da sind. Und beim Frühstück haben wir sie gleich getroffen. Ein nettes, lustiges Grüppchen, die heute Destillerien besuchen wollen, aber auch hier auf der Insel laufen wollen.
 
Nach dem Frühstück ist bei uns die Ratlosigkeit groß...wir wollten doch heute noch Wandern.
Dann erstmal Postkarten für daheim schreiben und abwarten und siehe da, um 10:30 Uhr der erste zaghafte Sonnenschein. Auf das schottische Wetter ist doch Verlass.
Also das Auto geschnappt und lost geht’s... Da wir dem Wetter noch nicht 100%ig vertrauen wollen, fahren wir erst noch zur Islay Woollen Mill bei Bridgend. Die sollte man auf Islay ruhig besuchen fahren. Der total begeisterte und nette Inhaber ließ sofort alles stehen und liegen um uns und ein dänisches Pärchen herumzuführen. Stolz hat er berichtet, für welche Filme er schon alles den Tweed gewoben hat. Den dänischen Pärchen konnte er sogar berichten, dass er den dänischen Prinzen schon durch die Weberei geführt hat (allerdings ohne zu wissen, dass es der Prinz ist, das wurde ihm später erzählt ;-))
Die Stoffe sind hier echt toll, viel besser als das, was ich letztes Jahr in Inverness erstanden habe. Also wird hier ein Schal für meine Mama gekauft.
Die Weberei ist von mir eine Hinfahr-Empfehlung. Man könnte den Besuch hier gut mit dem Islay House Square kombinieren, da beide nah beieinander liegen.

Danach sind wir nochmal zu Ardbeg gefahren, da wir uns den Rollercoaster nun doch kaufen wollen.... tjaja, der Haben-wollen-Trieb hat wieder zugeschlagen :-))

Da sich das Wetter immer noch nicht richtig entscheiden kann, sind wir jetzt doch soweit, das wir nicht länger warten wollen, sondern aufbrechen wollen. Also sind wir zur Kintra Farm gefahren um den Rundgang durch einige verlassene Dörfer zum Soldier´s Rock anzugehen. Der Weg zu den beiden verlassenen Dörfern ist relativ leicht zu finden gewesen, der Soldier´s Rock musste schon angepeilt werden (beinahe hätten wir kurz vor den Klippen aufgegeben, da er einfach nicht zu finden war, aber anhand der OS Map haben wir ihn dann doch noch gefunden. Der Rückweg war so eine Sache für sich... in dem Wanderführer, den wir hier vor Ort gekauft haben war ein Weg grob vorgegeben mit dem Hinweis, dass man den Schafwegen folgen soll, dass das Gelände aber zwischendurch schwergängig werden könnte. Das war leicht untertrieben... auf dem Gelände weideten keine Schafe, dementsprechend gab es auch keine Schafwege. Dazu kreuzten auch noch 2 Zäune unseren Weg. Wir haben uns also querfeldein ohne Markierungen durch das Heideunterholz geschlagen (und Heide kann ganz schön große Büsche ausbilden...) Durch das Hakenschlagen sind wir bestimmt doppelt soweit wie eigentlich nötig gelaufen, aber irgendwann haben wir den Ausgangsweg wieder erreicht. Pitschnass, dreckig, total fertig und, wie sich später feststellte, mit Zecken befallen sind wir nach 5 Std. wieder am Auto angekommen.

Auf dem nachhause Weg haben wir noch trotz lahmer Beine einen kleinen Abstecher zum Leuchturm von Port Ellen und dem Strand Singing Sands gemacht. So konnte Sven endlich seine Fotos vom Leuchtturm machen. Leider hat der Strand dann aber nicht für uns gesungen...

Morgen früh um 9 Uhr fahren wir mit der Fähre wieder nach Kennacraig um uns dann auf den Weg nach Skye zu machen.

Abschließendes zu Islay

Das B&B „Askernish“ ist empfehlenswert, Joy ist eine Liebenswürdige Gastgeberin und das Frühstück ist klasse. Im I-Net wird die Lage des B&B bemängelt, wir konnten allerdings nicht schlechtes an der Lage feststellen. Im Gegenteil... einige B&B´s auf Islay liegen wirklich schlecht! Askernish liegt direkt am Hafen, ist trotzdem ruhig, ein Co-op, die Post, ein Briefkasten, die Bushaltestelle, der Inder, das Hotel-Restaurant, der Strand sind  alle in der Nähe. Parken kann man direkt vorm Haus. Uns hat es gefallen.

Die Destillerien sollte man auf Islay unbedingt besuchen, sie sind ja auch die Hauptanziehungspunkte der Insel.

Jura kann man besuchen, muss man aber wirklich nicht. Positiv ist, dass die Überfahrt hin und zurück mit Auto nur 18 Pfund gekostet hat.

Die OA-Halbinsel – besuchenswert (Gebiet um das amerikanisches Monument)

Die Rhinns-Halbinsel – Port Wemyss ist schön für eine kleine Picknick-Pause und die Saligo-Bay sollte man für einige schöne Strandfotos aufsuchen.

Das Kildalton-Cross sollte man sich auch anschauen, dafür kann man auf das Kilnave-Cross verzichten.

Auf zur Isle of Skye

Samstag, 07.08.2010:
Unser letztes Frühstück bei Joy... es war wie immer perfekt (bis auf das sie sich nie an die Mengenvorgaben gehalten hat...ich glaube, sie hatte Angst, das ich vom Fleisch falle. Meist hab ich mehr bekommen wie gewünscht ;-))
Zwei von den vier Herren von gestern werden heute am Halbmarathon in Bowmore teilnehmen, ebenso wie die Dame von dem neu dazugekommenen Pärchen. Respekt, respekt... die Landschaft ist hier nicht gerade eben. Einer der vier Herren hat in Bremen sogar Verwandtschaft und kannte sich bestens in unserer Heimat aus. Da haben wir es mal wieder... Welt ist Dorf ;-)

Nach dem Frühstück haben wir uns von Joy verabschiedet. Ich glaube, es hat nicht viel gefehlt und sie hätte uns zum Abschied ordentlich in den Arm genommen und gedrückt. Getan hat sie es nicht, aber sie war eine echt tolle Gastgeberin!
Um 9 Uhr mussten wir an der Fähre eingecheckt haben. Um 9:45 Uhr haben wir dann Islay mit der Fähre verlassen.

Um kurz nach 12 Uhr konnten wir dann den Trip nach Skye antreten. Um 18 Uhr waren wir bei Richard und Jackie im Ailean Cottage angemeldet. Da haben wir schon letztes Jahr drei tolle Tage verbracht, diesmal haben wir allerdings en-suite gebucht.
Aber erstmal lagen 4,5 Std. Fahrt vor uns. In Oban haben wir noch einen kleinen Zwischenstopp gemacht um diesmal bei strahlendem Sonnenschein die Oban-Destillerie zu besuchen. (Letztes Jahr war es ja leider schon später Abend) Ein paar Fotos und einen Pin :-) später ging es weiter. (Auf die Besichtigung der Destillerie haben  wir verzichtet, da hier auch wieder Diageo als Großkonzern hinter der Destillerie steht und unsere Zeit es ebenso nicht zugelassen hat.

Kurz hinter Oban liegt das Dunstaffnage Castle. Es handelt sich hierbei nicht um ein romantisches Schloss, sondern um eine „richtige“ Burg. Erbaut auf einer natürlichen Felsplatte war sie schwer einnehmbar. Wer einmal in Richtung Oban unterwegs ist, sollte hierher ruhig einen kleinen Abstecher mit einplanen.

Castle Stalker
Castle Stalker

Danach haben wir bei Port Appin noch das Castle Stalker mit der Kamera eingefangen. Das Licht war perfekt und die Kulisse atemberaubend. Allerdings kann das Schloss nur per Boot besucht werden, da es auf einer kleinen Insel liegt. Da der Abstecher hierher aber wirklich nur kurz war, war es den Umweg auf jeden Fall wert.

Kleine Anmerkung: Castle Stalker war unter anderem Drehkulisse für "Ritter der Kokosnuss" von Monty Python.

Bald kamen wir auf unserer Tour merklich in den Highlands an. Letztes Jahr blühte nur der Ginster, die Berge waren recht braun gehalten, aber jetzt steht die Heide kurz vor der Blüte, das Gras ist gewachsen, die Sonne scheint auf unserer Reise.... und die Berge strahlen infolge dessen in einem satten tollen Grün. Wir fuhren hier durch ein umwerfendes Bergpanorama mit tiefen Seen. Leider kann man das so nicht auf Fotos wiedergeben.

Kurz vor der Skye Bridge kamen wir auch wieder durch Dornie und eins unserer „Lieblingsschlösser“ wieder in Sicht... wir waren wieder am Eilean Donan Castle!  Dies Jahr von der tiefstehenden Sonne angestrahlt und ein Wirt hat liebenswürdigerweise ein ramponiertes Boot als Blumenkübel davorgestellt, so dass perfekte Fotos entstanden sind. Dieses Schloss muss man sich als Schottlandurlauber unbedingt (auch von innen!) ansehen.

Dann kam Skye endlich in Sicht. Wir waren zwar schon etwas verspätet, hatten aber aus Oban bei Richard und Jackie angerufen, um dies anzukündigen. Um 18:45 Uhr sind wir dann endlich angekommen. Und wie erwartet wurden wir wieder sehr herzlich begrüßt und in einem perfekt eingerichteten Zimmer untergebracht. Farblich stimmig, mit Möbeln, als wenn sie teuer auf dem Antiquitäten-Markt gekauft, das Bad  absolut Up-to-Date und super-sauber, schlicht: Perfekt und gemütlich. Und: mit direktem Blick auf den Atlantik! Es ist zwar „nur“ eine verkehrsberuhigte Bucht (O-Ton Sven ;-)) Aber wir hören abends die Möwen. Fledermäuse sausen vor unserem Fenster hin und her – es ist idyllisch! Wir fühlen uns sofort zu Hause. Wie letztes Jahr wurden wir Abends gefragt, ob wir noch frische Milch wollen und was wir wann morgen früh frühstücken möchten.

Da ich mich auf Islay ein wenig erkältet habe, gehen wir heute Abend nicht mehr spazieren. Ich muss ins Bett, damit ich mich auskurieren kann.