Reisevorbereitung Schottland-Rundreise 2009

Die Idee einen Urlaub in Schottland zu starten ist bei uns relativ langsam entstanden. Wer findet die Landschaften nicht auch toll wie sie in Filmen wie Braveheart, Rob Roy oder Highlander gezeigt wird. Ebenso das aus diesen Filmen entstandene "Bild" der charakterstarken und rebellischen Schotten (Highlander). Hinzu kommt in unserem Fall auch noch die Liebe zum schottischen Nationalgetränk, dem Whisky.

Für uns steht sehr schnell fest, wir möchten einen individuellen Urlaub. Ohne Organisation über einen Reiseveranstalter, also kurz gesagt einfach unabhängig. Somit werden wir mit unserem eigenen Auto fahren. Die Alternative wäre per Flugzeug, und vor Ort einen Leihwagen nehmen. Allerdings scheidet diese Variante relativ schnell aus. Wenn man die Kosten für Flug und Leihwagen sowie Benzin/Diesel zusammenrechnet, kommt man (wir zumindest) auf annähernd ähnliche Kosten, wie bei der eigenen Überfahrt. Der einzige Vorteil ist hier die Fahrt/Flugzeit. Ein Nachteil am Flug wären die Einschränkungen bei der Gepäckmenge. Das sind aber Faktoren, die jeder mit sich selber ausmachen muss.

An dieser Stelle kann man das gute alte Internet bemühen und findet relativ schnell die Fährverbindungen zwischen Kontinent und Grossbritanien heraus. Da wir mit dem Auto nicht mehr Anreisezeit wie nötig absolvieren wollen und uns an dieser Stelle England eher nicht interessiert, entscheiden wir uns für die Fähre zwischen Amsterdam/Ijmuiden und Newcastle (www.dfdsseaways.de). Newcastle liegt zwar noch auf englischer Seite, ist aber schon sehr weit nördlich. Von hier aus sind es bis zur schottischen Grenze (je nach Streckenwahl) ca. 100km. Also steht die Grundidee: Fähre buchen, Auto vollpacken und los. Aus beruflichen Gründen haben wir unseren Haupturlaub sowieso im Mai. Das trifft sich vortrefflich, da aus sehr vielen Internetforen dieses als die schönste Zeit in Schottland angepriesen wird.

Jetzt fangen wir an, uns ein paar Gedanken zur Routenplanung zu machen. Was für die ersten Tage grundsätzlich erst einmal gemieden wird, sind die Großstädte wie Edinburgh oder Glasgow. Der Linksverkehr, die Verkehrsdichte und die Geschwindigkeiten in Meilen usw. lassen uns dieses Vorhaben auf die letzten Tage unseres Urlaubs in Schottland verlegen. Also wird uns der Beginn der Tour an Edinburgh vorbei in Richtung Stirling führen. Ganz fest in die Planung wird noch die Besichtung einer Whiskydestille aufgenommen. Das ist sozusagen Pflicht. Nach ein wenig Recherche fällt die Entscheidung auf die Destillerie "The Balvenie" in Dufftown. Hier ist das Besondere, das man exklusive Führungen in relativ kleinen Gruppen im Vorfeld schon von Deutschland aus buchen kann. Allerdings kostet diese Führung auch ordentlich was. In diesem Fall 25 Pfund pro Person. Na, wir werden sehen. Der nächste Punkt sind die Unterkünfte. Wir wollen vor Ort flexibel sein und entscheiden uns für den Klassiker Bed and Breakfast. Damit wir an unseren ersten Tagen auf schottischen Boden nicht zu sehr überfordert werden, buchen wir die ersten Unterkünfte von Deutschland aus. Viele BB haben eigene Internetseiten, auf denen man die wichtigsten Rahmeninfos erhalten und auch Reservierungen veranlassen kann. Somit buchen wir für die ersten Stationen Stirling, Dufftown und Loch Ness unsere Unterkünfte. Damit sind dann so zirka die ersten fünf Tage abgedeckt. Was ist mit der Verpflegung vor Ort? Das Frühstück in den BB soll ja recht umfangreich und sehr massiv (fettig) sein. Ansonsten ist die schottische Küche im internationalen Vergleich ja nicht unbedingt berühmt. Zumindest waren wir noch nicht beim Schotten um die Ecke. Da wir aus mehreren Quellen erfahren, das klassischer Weise in jedem BB immer Wasserkocher, sowie Tee und/oder Kaffeebereitungsequipment auf den Zimmern vorhanden ist, entscheiden wir uns noch ein paar Fertiggerichte mitzunehmen. Allerdings nur diese kleinen, die man mit Zugabe von heissem Wasser bereiten kann. Dieser Grundstock an Lebensmitteln wird im Auto gebunkert und soll uns bei eventuell auftretenen Engpässen über die Runden helfen.

Was benötigen wir noch? Ach ja, einen kleinen Handbestand an Bargeld.Dieser sollte zumindest die ersten 1-2 Tage überbrücken helfen. Ausreichend verschiedene Kleidung die den wechselnden Witterungsverhältnissen in Schottland gerecht werden. Wahrscheinlich nehmen wir zuviel mit. Aber wir haben ja kaum eine Platzbeschränkung, so lange es ins Auto passt. Eine Navigations-CD haben wir uns für UK organisiert. Hinzu kommt noch ein wenig Fachlektüre, wie diverse Schottland-Reiseführer und einen Bed and Breakfast Guide.

Wir lassen uns überraschen, ob das alles so ausreichen wird.

 

Abfahrt nach Newcastle

Es ist 10:30 Uhr. Wir fahren in Richtung Amsterdam mit voll gepacktem Auto los. Die Meerschweinchen sind gut bei Bekannten untergekommen, um Nubsie, Gismo und die Fische kümmert sich die Familie. Die Sonne scheint! Vor uns liegen ca. 390 Kilometer bis Amsterdam bzw. knapp 1000 Kilometer bis zur schottischen Grenze. Auf in unser Schottland-Abenteuer.

Um 15:10 Uhr kommen wir an der Fähre in Amsterdam / Ijmuiden an und warten auf das Einschiffen. Die Fahrt bis hier verlief bis auf den stockenden Verkehr kurz vor Amsterdam reibungslos. Die Sonne scheint immer noch, ob unser Auto wohl heil auf die Fähre kommt? Um 16:30 Uhr sind wir endlich in unserer Minikajüte. Um 17:45 stehen wir an Deck und sehen zu, wie unsere Fähre den Hafen verlässt und die Holländische Küste immer ferner wird. Hinaus in die Nordsee in Richtung Großbritannien.

Ankunft in Rosslyn und Stirling

7:00 Uhr: Wir haben eine schaurige und schlaflose Nacht hinter uns gebracht. Die Fähre hat geschaukelt, die Klimatisierung der Kabine hat versagt und obendrein feierten diverse Schulklassen die halbe Nacht auf den Fluren und in den Nachbarkabinen.

10:15 Uhr: Wir sind von der Fähre runter, die Sonne scheint auch hier in Newcastle. Ach ja falsch…, es ist ja erst 9:15 Uhr; MEZ -1. Das Abenteuer „links fahren“ beginnt. Das Navigationssystem funktioniert, auf in Richtung Roslin. Ach du Schreck, auch hier gibt es Baustellen und das gleich hinter dem Hafengebiet. Einmal falsch eingeordnet und schon geht es ab,…in die falsche Richtung. Leicht gewöhnungsbedürftig sind die mehrspurigen Kreisverkehre, die ihre Einfahrt natürlich auch zur linken Seite haben. Aber wir sind auf Grund unseres eigenen Fahrzeugs relativ schnell als „Kontinentale Touristen“ zu erkennen und es wird sofort Rücksicht genommen.

Um 12:30 erreichen wir Rosslyn Chapel in der Ortschaft Roslin. Die Kapelle wurde durch das Buch und den Film „Sakrileg“  von Dan Brown bekannt. Baubeginn war 1446. Zu dieser Kapelle gibt es vielerlei Gerüchte und Legenden zu den Templerorden und/oder den Freimaurern. Angeblich soll in ihr auch der heilige Gral versteckt sein. Leider werden hier gerade umfangreiche Sanierungs- und Restaurierungsmaßnahmen vorgenommen, so dass wir die Kapelle nicht in voller Pracht sehen können. Diese Sanierungsarbeiten sollen erst in 2010 abgeschlossen sein. Trotzdem kostet der Eintritt 7,50 Pfund pro Person. Ein stolzer Preis.

Stirling und Stirling Castle

Unsere erste Nacht auf schottischem Boden liegt hinter uns und es war im Vergleich zur Nacht auf der Fähre eine wahre Wohltat. Unser erstes Frühstück ist „very british“. Es gibt Säfte, Cerealien, Obst und Warmes, sowie frische Scones und Joghurt. Insgesamt sehr mächtig. Wer da nicht satt wird, ist selber Schuld. Das Frühstück für den nächsten Morgen können wir erfolgreich auf 7:00 Uhr vorverlegen. Somit sollte eine pünktliche Weiterfahrt nach Dufftown klappen. Für den nächsten Morgen wurde uns schon eine schottische Spezialität zum Frühstück angeboten: Kippers; gebratener, geräucherter Fisch. We will see…

Nach dem Frühstück steht die Besichtigung des Stirling Castles auf dem Programm. Das Schloß befindet sich oberhalb der Altstadt auf dem Castle Hill und erfreulicher Weise nur 10 Minuten Fußmarsch von unserem B&B entfernt. Von 1100 - 1685 war das Castle der Hauptsitz der schottischen Könige. In direkter Nachbarschaft fanden im 13. und 14 Jahrhundert diverse Schlachten zwischen Engländern und Schotten statt. So z. B.  die Schlacht von Stirling Bridge mit William Wallace als Anführer oder die Schlacht von Bannockburn mit Robert the Bruce. Die Schlossanlage ist sehr weitläufig. Man kann hier durchaus mehrere Stunden verbringen. Das Eintrittgeld schlägt mit 9,00 Pfund pro Person zu Buche. Im inneren gibt es unter anderem eine umfangreiche Geschichtsabhandlung zur schottischen Königs- und Krönungsgeschichte. Ebenso findet sich hier eine Teppichknüfperei, in der alte Wandteppiche rekonstruiert werden.

„The old Town Jail“ im gleichen Straßenzug hat leider nicht geöffnet. Da es nun auch schon auf 17:00 Uhr zugeht, wollen wir auch keine Großaktion mehr starten. Die Lösung: Stück Kuchen kaufen und auf unser Zimmer. Einen Pub für heute Abend haben wir uns auch schon ausgeguckt. Um 19:00 Uhr startet unser Abenteuer „Erster-Pub-Besuch“. Wir sind ein wenig aufgeregt. Kommen wir mit unseren Englischkenntnissen zurecht? Aber alles ist gut. Nachdem die Dame hinter dem Tresen sehr schnell erkannt hat, das wir Touristen sind werden wir (wie übrigens überall) sehr nett und zuvorkommend behandelt. Auch die zweite Runde mit der Bestellung und bezahlen direkt am Tresen klappt wunderbar. Der Pub ist so, wie wir ihn uns vorgestellt: einfach urig. Es heißt „Droughty Neebour“. Das Bier wird in Pints ausgeschenkt. Das entspricht zirka 0,55l. Es handelt sich hierbei um eine sehr milde Biervariante, was die ausgeschenkten Mengen erklärt. Das Essen ist….sättigend. Das Fleisch zu trocken und der Salat war bestimmt am Vortag noch frisch. Also nur fürs Essen hierher zu kommen würde sich nicht lohnen. Allerdings gabs Livemusik. Einfach super! Um 21:00 Uhr machen wir uns auf dem Heimweg.

Dufftown und The Balvenie

Diese letzte Nacht in Stirling war ein wenig unruhiger, da gegen 0:00 Uhr noch Gäste eincheckten. Wie abgesprochen bekommen wir unser Frühstück um 7:00 Uhr. Auch heute morgen fällt das so lecker und umfangreich aus, wie am Vortag. Bei den Kippers handelt es sich um warmen, geräucherten Hering. Der ist sehr fettig aber lecker. Die Scones sind heute morgen nicht warm, sondern heiß; sie kommen direkt aus dem Ofen. Kurz vor 9:00 brechen wir in Richtung Norden auf, Dufftown wir kommen. Das Navigationsgerät meldet: Ankunft 12:00 Uhr. Mal schauen, ob das klappt. Dann hätten wir wenigsten noch genügend Zeit unser B&B dort zu beziehen und rechtzeitig die Besichtigung der Balvenie-Destillery zu starten.

Wir kommen sehr gut durch. Je nördlicher man kommt, umso leerer werden die Straßen. Tatsächlich ist es knapp 12:00 Uhr, als wir in Dufftown ankommen. Da es in Dufftown eigentlich nur zwei Straßenzüge gibt, die sich in der Ortsmitte in Form einer Kreuzung treffen, ist unser B&B schnell gefunden. Wir beziehen unser Zimmer im B&B Gowanbrae. Das Zimmer ist ein Traum komplett in rosa. Auch hier findet sich unter anderem die britische Standardausstattung, bestehend aus Wasserkocher mit dem dazugehörigen Teebereitungs-Equipment. Es ist nicht mehr lange zu unserem 14:00-Event hin und wir beschließen die Ortschaft schnell zu Fuß zu erkunden. Mitten in der einzigen (zumindest haben wir keine weitere mehr gefunden) Kreuzung des Ortes, steht ein Uhrenturm. Im Erdgeschoss des Turmes ist die „Tourist Information“ untergebracht. Wie sollte es anders sein, hat diese um diese Uhrzeit natürlich geschlossen.

Also los zur Glenfiddich Destillery. Dort ist nämlich der Treffpunkt für unsere gebuchte Tour durch die Balvenie Destillery. (Beide Destillerien gehören zu Glen Grant). Glendfiddich ist relativ großflächig und für entsprechende Touristenströme ausgelegt. Wir kommen aber zu einem Zeitpunkt an, wo wir die fast alleinigen Touristen sind. Im Visitor Centre treffen wir unseren Guide, sowie die einzigen beiden weiteren Teilnehmer der Tour. Es handelt sich um Eric und Max, Vater und Sohn aus Kanada. Die beiden befinden sich auf einer Schlösser und Destillerien-Tour. Wobei bei beiden mehr der Fokus auf den Destillerien liegen dürfte. Die Tour und das Tasting und Nosing sind einfach genial, schon auf Grund der kleinen Vierergruppe und der umfangreichen Tour durch die Produktionsbereiche die in anderen Touren so nicht vorgenommen werden. Insgesamt dauert die Tour inklusive anschliessendem Tasting ca. 4 Stunden. Hiernach machen wir erst einmal einen ausgiebigen Spaziergang und finden uns sehr zeitig wieder in unserem B&B ein (näheres hier: The Balvenie - Ein Erlebnisbericht).

Elgin, Nairn, Culloden und Loch Ness

Unser Frühstück im „Gowanbrae“ fällt sehr reichhaltig und gigantisch aus. Man wird hier nicht gefragt, man bekommt einfach alles. Jeder bekommt einen riesigen Teller mit: 1x Spiegelei, 2x Bacon, 1x Kartoffelrösti, 1x Scheibe Blutwurst, 1x Scheibe Haggis, 1x gegarte Tomate, 2x Bratwürste. Dazu gibt es Cerealien, Kaffee, Tee, Säfte, Obst und Toast. Nach dem Frühstück ab ins Auto und auf in Richtung unseres letzten im Vorfeld gebuchten B&B. Somit ist das Ziel zum Tagesende definiert: Loch Ness.
 
Auf unserem Weg machen wir einen kurzen Stop in Elgin. Hier wollen wir uns die Ruinen der Elgin Cathedral näher ansehen. Eigentlich sollte die Kathedrale den ganzen Tag geöffnet haben, aber als wir ankommen (12:35 Uhr) finden wir nur ein Schild vor :“Sorry, out for lunch 12:30-13:30 p.m.“. Da wir nicht eine ganze Stunde warten wollen, gibt es nur ein paar Bilder von außen.
Wir fahren weiter. Der nächste Stop wird in Nairn eingelegt. Der Sandstrand hier ist sehr schön, allerdings weht hier ein ziemlich frischer Wind. Also schnell wieder ins Auto und weiter zum Culloden Battlefield.
Der Eintrittspreis hier lässt uns ganz schön schlucken: 10,00 Pfund pro Person und 2,00 Pfund für den Parkplatz. Aber es lohnt sich. Die Ausstellung ist sehr gut gemacht. Wenn man sich für die schottische Geschichte interessiert, kann man sich hier einige Stunden aufhalten. Am Ende der Ausstellung kann man kostenfrei einen Audioguide (in mehreren Sprachen) für den Außenbereich erhalten. Der Außenbereich ist das eigentliche Schlachtfeld an dem die letzte Schlacht zwischen den Engländern und Schotten 1746 stattgefunden hat. Die Besichtung hier dauert ca. 45 Minuten. Man kann den Eintritt auch nur für die Schlachtfeldbesichtigung ohne die Ausstellung buchen. Hier wissen wir allerdings nicht was das kostet. Insgesamt ist die Tour sehr eindrucksvoll arrangiert.
Nach dem Battlefield Culloden besichtigen wir noch ein paar heißersehnte Steinkreise. Ungefähr sechs Minuten Autofahrt von Culloden entfernt befinden sich die Clava Cairns. Die sind vielleicht nicht ganz so beeindruckend wie Stonehenge, aber sehenswert. Schönere Steinkreise soll es noch auf den Inseln geben, das werden wir aber nicht auf unserer Tour schaffen. Von den Clava Cairns benötigen wir noch eine halbe Stunde bis zu unserer neuen Unterkunft direkt am Loch Ness. Es handelt sich um das "The Old Manse". Wir bekommen ein riesiges Zimmer mit riesigem Badezimmer mit Badewanne. Man merkt aber schon ein wenig, das wir ins nördliche Schottland kommen. Mal schauen, wie sich die B&Bs im weiteren Reiseverlauf entwickeln. Hier ist man langsam weg davon alles in plastikverpackten Miniportionen anzubieten, wie z.B. Kaffesahne, Butter usw. Es ist allerdings auch das erste Zimmer ohne so kleine Aufmerksamkeiten, wie Flaschenwasser oder Kekse. Es gibt wie überall einen Wasserkocher & Tee (schwarz) und Instantkaffee. Allerdings ist es recht kühl im Zimmer und die Heizungsanlage kann nicht durch uns geregelt werden. Insgesamt ist es nicht so herzlich wie noch im Castlecroft bei Frances aber dennoch ansprechend und sauber. Man hat aber einen sehr schönen Blick auf Loch Ness.

Inverness

Es regnet. Na ja, erst einmal aufstehen frühstücken und weitersehen. Das Frühstück besteht wie in Dufftown aus allem. Sausage, Black Pudding, Haggis, Bacon, Eggs, Tomatoe, Pancakes, Toast, Joghurt, Obst und Cerealien. Butter und Marmelade gibt es nicht mehr in Plastikverpackungen. Ab 10:00 Uhr ist es tatsächlich trocken. Der Himmel ist zwar mit Wolken verhangen, aber es ist trocken. Da wir für unsere Loch Ness Umrundung schönes, sonniges Wetter haben möchten, entscheiden wir uns zuerst für die Städtetour nach Inverness. Also rein ins Auto, ab nach Inverness, hinein ins Parkhaus. Huch, wir müssen bei der Parkhauseinfahrt gar kein Ticket ziehen???

Auf den Parkdecks stehen Automaten. Man muss hier im Vorfeld abschätzen, wie lange man bleiben möchte und entsprechend im Vorfeld bezahlen. Leider fehlt uns hier das nötige Münzgeld. Also los, den nächsten Passanten fragen, ob er 10 Pfund „ kleinmachen“ kann. Die beiden angesprochenen Damen lachen sehr freundlich als sie unser Problem erkennen und drücken uns 1 Pfund in die Hand. Wieder ein Beispiel, wie nett die Schotten den Touristen gegenüber sind. Vor dem Parkhaus kann man sich aus einem Automaten eine Stadtkarte ziehen. Jetzt kann die Besichtigungstour beginnen.

Das Inverness-Castle wird als Gericht genutzt und kann nicht besichtigt werden. Die Kirchen sind alle bis auf die St. Andrews Cathedral und die St. Marys Church verschlossen. Ein Spaziergang zu den Ness-Islands lohnt sich bei schönem Wetter aber immer. Da das Wetter sich wieder feuchter entwickelt, nehmen wir uns erst einmal die Shopping-Malls vor. Unbedingt anschauen sollte man den Victorian Market. Eine Einkaufspassage von 1870, nach einem Feuer 1890 wieder aufgebaut. Eine tolle Kulisse für viele kleine und verträumte Geschäfte. Wer hier kein kleines Souvenir findet ist selber Schuld.

Hiernach gehen wir ins Eastgate-Shoppingcentre. Viele grosse, moderne Läden und eine Fressmeile. Erstaunt sind wir über die vielen Karten- und Partyausstattungs-Läden. Alleine in diesem Centre gibt es zwei davon. Völlig verblüfft sind wir von dem Supermarkt bei Mark & Spencers. Dort gibt es alle möglichen Gerichte fertig für Pfanne/Ofen/Mikrowelle. Man erhält sehr schnell den Eindruck, das man hier nicht selber kocht, sondern nur noch erwärmt. Auch an die Öffnungszeiten muss man sich gewöhnen. Die meisten schliessen zwischen 17:00-17:30 Uhr. Spätestens ab 18:00 Uhr hat kaum noch ein Geschäft geöffnet. Schnell noch eine Pizza vom Fast-Food-Stand und ab nach Hause (ins B&B).

Loch Ness, Urquhart Castle, Glen Affric

Das Wetter wirkt ein wenig zutraulicher als gestern. Aber egal, heute muss unsere Loch Ness Tour stattfinden. Frühstück wie am Vortag, und los. Erst fahren wir in Richtung Drumnadrochnit. Dort gibt es das Official Loch Ness Exhibition Center. Diese sollte man für einigermaßen seriöse Infos nehmen. (Es gibt zwei Ausstellungscenter im Ort!) Eintritt sind 6,50 Pfund pro Person. Man bekommt in mehreren Räumen verschiedene Filme zu sehen. Hier wird alles zu den Pros und Contras zu Nessies Existenz gezeigt. Was Nessie sein könnte, wie es in den See gekommen sein könnte usw. Man soll sich aber am Ende eine eigene Meinung zu Nessie bilden. Am Ende landet man in einem riesigen Souvenirshop. Wenn man jemals irgendwas mit Nessie gesucht hat, hier wird man fündig. Von Plüschtieren über Anstecker, zu Geschirr und Bekleidungsgegenstände. Man kann den Shop auch ohne Eintritt von der anderen Gebäudeseite aus betreten. Die Ausstellung ist zwar nett, aber mit 6,50 Pfund pro Nase definitiv zu teuer.

Jetzt geht es zum Urquhart-Castle, welches direkt am See liegt. Hier sind 7,00 Pfund pro Person fällig. Es gibt Guide Books in verschiedenen Sprachen. Ebenso wird ein echt guter Film zur Geschichte des Castles gezeigt. Dieser enthält mehrsprachige Untertitel. Am Ende gibt’s noch eine tolle „Enthüllung“. Dazu kommt noch eine kleinere Ausstellung zum Leben auf dem Castle. Hiernach kann man sich nach Herzenslust auf dem Schlossareal „austoben“. Einen umfangreichen Souvenirshop gibt es natürlich auch hier.

Nach der Besichtigung führt uns unser Weg erst einmal weg vom Loch Ness. Wir wollen uns noch unbedingt den Cairn von Corrymony ansehen. Das ist einer von den Cairns, wo die Decke noch erhalten ist.

Im Anschluss ist noch eine kleine Wanderung im Glen Affric Natural Reserve geplant. Glen Affric ist einen Ausflug wert. Wir würden sagen: Fahrt hin, sucht euch eine kleine Wanderroute aus und seht es mit eigenen Augen. Trotz Nieselregen ist es toll. Die Wanderwege sind alle farblich markiert. Die Wege „in Form“ gebracht, so dass auch ungeübte Wanderer die Strecken bewältigen können.

Zurück in Drumnadrochnit starten wir unsere Umrundung des Loch Ness. Erst nach Fort Augustus am Südende. Danach führt eine überwiegende Single-Track-Road auf der anderen Seeseite wieder in den Norden. Unterwegs kommt man an einem Viewing Point vorbei, von dem man einen super Ausblick haben soll. Bei unserer Ankunft regnet es und es ist leider nicht viel zu sehen. Ein paar Kilometer weiter kann man sich die Falls of Foyers ansehen. Hier sollte man einen kleinen Zwischenstopp einlegen. Die Falls sind zwar klein aber sehr fein. Ebenso der Weg dahin, der ist steil und schmal. Ziemlich spät kommen wir heute ziemlich müde und kaputt wieder an unserem B&B an. Kleine Ergänzung. Bei dieser Rundtour sind uns einige Tiere begegnet. Eine Kuh, ein Rentier, diverse Schafe (immer vorsichtig beim Autofahren; die Tiere stehen auch mal unverhofft mitten auf der Straße), Fasane und viele Vögel.

Eilean Donan Castle und Isle of Skye

Heute morgen bestellen wir mal wieder „the whole scottish breakfast“. Auf diese Aussage hin bricht unsere Gastgeberin beinahe in Freudentänze aus. Niedlich!

Danach geht’s ins Auto und los. Dies ist der erste Tag, an dem wir kein BB im Vorfeld reserviert haben. Wir sind ein wenig aufgeregt, ob das auch alles so klappen wird? Aber bei der Menge BBs, die wir bisher auf unseren Ausflügen gesehen haben, sollte auch für uns das Richtige dabei sein. Als nächstes Ziel haben wir uns die Isle of Skye ausgeguckt. Also wieder vorbei am Loch Ness in Richtung Westen. Die Landschaft ist einfach traumhaft und es wird einem bewusst, das wir erst Mai haben. Alle Pflanzen fangen erst an zu wachsen.
Da wir uns erst einmal entschieden haben eine Unterkunft zu suchen, fahren wir direkt auf die Isle of Skye. Skye ist mit dem „Festland“ mit einer Brücke verbunden, auf der man einen herrlichen Ausblick hat.
Auf der anderen Seite angekommen geht’s erst einmal in Richtung Broadford. Dies soll für die nächsten 2 Tage unser Ausgangpunkt sein. Das erste anvisierte BB: „for sale“, das zweite: „no vacancies“, am dritten: vorbeigerauscht. Da fällt uns auf der rechten Seite ein sehr hübsches BB auf (Ailean Cottage). Weiß getüncht, weißer Kiesweg, liebevolle Details. Also rauf auf den hauseigenen Parkplatz und fragen. Ein Mann öffnet uns die Tür. Auf unser Anliegen reagiert er begeistert und zeigt uns sofort die Räumlichkeiten. Wir besichtigen ein Zimmer mit eigenem Waschbecken. Die Toilette und Dusche muss mit einem zweiten Zimmer geteilt werden. Wir sind sofort vom gesamten Eindruck begeistert. Richard (unser neuer Gastgeber) kratzt ziemlich an Frances` (Castlecroft in Stirling) 1. Platz unseres B&B-Rankings. Liebevoll eingerichtete Zimmer mit neuen (!) isolierenden Fenstern, sehr netter Gastgeber (mit klitzekleinen Deutschkenntnissen in einem supersüßen Dialekt ;-)), Parkplatz, sauber, für 28,00 Pfund pro Person und Nacht. Wir nehmen das Zimmer für 2 Nächte. Danach fahren wir einen Teil der Strecke wieder zurück zum „Eilean Donan Castle“.
Dieses Ziel ist fast unbeschreiblich. Wir versuchen es trotzdem: Die Sonne scheint, vereinzelte Wolken, das Schloß ruht auf seinem Felsen umgeben von spiegelglattem Wasser. Eine tolle Kulisse. Da kommen einem ein paar Filme in die Gedanken, wo diese Kulisse schon eine Rolle spielte: „Highlander“ oder „Verliebt in die Braut“. Trotz Sonntag ist es nicht überfüllt. Als wir auf die Brücke zum Castle zugehen, fängt ein Dudelsackspieler im Hintergrund an zu spielen. Einfach Klasse und Gänsehautfeeling pur! Das Innere ist liebevoll eingerichtet. Eilean Donan Castle ist auf jeden Fall 110%ig einen Besuch wert. Bei einem Eintrittspreis von 5,50 Pfund pro Person absolut erschwinglich.
Unsere nächste Etappe führt uns (auf Richards Rat) nach Plockton. Es ist ein kleiner Hafenort, der auch schon häufig als Filmkulisse gedient haben soll. Aber für uns ist es auch leider nicht mehr als ein netter Hafenort. Im Hafen kann man auf der gegenüber liegenden Seite ein Schloß sehen. Hier werden Seehundfahrten mit Sichtungsgarantie angeboten. Sprich, man bezahlt nur, wenn man wirklich Seehunde zu sehen bekommen hat. Wir halten uns hier aber nicht lange auf und fahren zurück nach Skye.
Von Broadford folgen wir der Single-Track-Road nach Elgol. Die Landschaft auf diesem Weg ist wieder sagenhaft. Das von dem Reiseführer empfohlene Fischerdorf besteht gefühlt aus maximal 10 Häusern und einem Bootsanleger. Eigentlich lachhaft, allerdings mit einer gigantischen Aussicht auf die Cuillin-Kette. Wer also Landschaft sehen möchte sollte die 45 Minuten-Tour (und 45 Minuten zurück) von Broadford nach Elgol auf sich nehmen.
Abends gab es endlich die heiß ersehnte erste Portion „Fish & Chips“. Das war auch der erste Verkaufsstand, den wir bewusst auf schottischem Boden ausmachen konnten. Die Portionen genießen wir auf einer Bank in der Abendsonne mit Blick aufs Wasser. Hiernach gibt’s noch einen kleinen Spaziergang und das „Postkarten-schreib-Programm“. Bevor wir auf unserem Zimmer verschwinden können, werden wir noch von Richard abgefangen. Er fragt uns nach unseren Tageserlebnissen und wie wir unser Frühstück am nächsten morgen haben möchten. Wirklich, sehr nett.