Talisker Destillery und Talisker Bay

Sonntag, 08.08.2010:
Unser erstes Frühstück auf Skye :-) Es war wie im letzten Jahr perfekt. Das Scottish Breakfast besteht hier aus Bacon & Eggs, Sausage, Mushrooms and Tomato. Dazu gibt es wieder selbstgemachte Marmelade, Jogurt (auf Eis!), Saft und Cerealien.
Richard ist sehr bemüht, es seinen Gästen recht zu machen, ist dabei aber nicht aufdringlich. Die beiden wollen ihren Gästen hier den schönsten Urlaub bereiten, den sie haben können.
Zum Frühstück gibt es noch Tipps, was man sich auf der Insel ansehen sollte. Dazu kann man sich auch hier wieder die OS Maps ausleihen. Wir haben die Karten erstmal mitgenommen, da wir nicht wussten, ob die Tourist Information am Sonntag geöffnet hat.

Da es mir immer noch nicht so gut geht, beschließen wir, den Tag mit Besichtigungen zu verbringen. Als ersten Step ging es zur Touristeninformation, uns siehe da, sie hatte geöffnet. Also schnell rein, die OS Maps für Skye gekauft und festgestellt, das der Laden auch allerlei lustige, informative und schöne Sachen von und über Skye/Schottland enthält. Hier werden wir vor der Abfahrt auch nochmal shoppen gehen müssen ;-))
Nachdem wir dann einmal die ganze Insel durchquert haben, sind wir bei der Destillerie Talisker angekommen. Da Sven hier gerne eine Führung mitmachen möchte, melden wir uns an (obwohl Diageo, aber der Whisky schmeckt). Erst eine halbe Stunde später sind noch Plätze frei. Aber kein Problem, bis dahin können wir uns die Zeit mit unserem Dram Talisker 10 verkürzen ;-)
Die Führung hätte pro Person 5 Pfund gekostet, aber Sven hat seine „Friends-of-Classic-Malts“-Karte vorgezeigt und so durften wir kostenlos an der Führung teilnehmen.
Die Führung ist wiedermal sehr informativ und man lernt tatsächlich jedes mal noch etwas Neues hinzu. Wer der englischen Sprache nicht ganz so mächtig ist, kann hier trotzdem viel verstehen, die Anfänge werden zum „Anfassen“ erklärt. Man bekommt z. Bsp. Als peat ein Stück Torf in die Hand gedrückt. Außerdem hat Talisker in allen Räumen Tafeln, auf denen in verschiedenen Sprachen in Kurzform alles erklärt wird.

Im Shop haben wir uns dann eine 0,2-Liter Flasche des Talisker 10 gekauft, da wir nicht den ganzen Urlaub hier in Schottland verbringen wollen, ohne einmal gemütlich einen echten Scotch getrunken zu haben ;-))
Da die Talisker Bay sehr schön sein soll, machen wir uns auf zum Ort Talisker. Na, wer hat aufgepasst? Waren wir nicht schon in Talisker? Nein, die Destillerie Talisker liegt nämlich im Ort Carbost. Um nach Talisker zu kommen muss man die Halbinsel komplett durchqueren.

Den kurzen Marsch zur Talisker Bay kann man auf einem gut erkennbaren Weg zurücklegen, in der Bucht allerdings selbst ist ein breiter Streifen größerer Steine, der überquert werden muss, wenn man auf den Sand will. Der Sand ist eigentlich das besondere an dieser Bucht. Er ist schwarz mit Mustern aus weißem Sand, den die Wellen immer wieder auf den schwarzen Untergrund spülen und wieder auswaschen. Ansonsten hat die Bucht unserer Meinung nicht soviel zu bieten. Ach ja, es ist auch nur begrenzt Platz für parkende Autos vorhanden und der Strand scheint ein beliebtes Ausflugsziel zu sein. (Eine Gruppe hat in dem Steinstreifen auch wild gegrillt, das scheint dort geduldet zu werden)
Nachdem wir in der Bucht unseren Tee getrunken und zum Auto zurückgekehrt sind, konnte sich das Wetter nicht so recht entscheiden, ob es schlecht oder nicht so schlecht werden sollte. Daher haben wir beschlossen, einen Abstecher über Dunvegan auf die Duirinish-Halbinsel zu machen, dieser Teil ist im letzten Jahr etwas zu kurz gekommen.

Nach der Rundtour dort hatten wir noch etwas Zeit und sind wieder über Dunvegan auf die Waternish-Halbinsel zu SkyeSkins gefahren. Dort kann man Schaffelle kaufen. Ich wollte nicht so recht glauben, das so etwas schön sein kann, aber die Dinger sind tatsächlich superflauschig. Und preislich gar nicht mal so teuer, wie wir befürchtet haben. Man kann hier schon ein ganzes Schaffell ab 39,-Pfund bekommen. Etwas schräg fand ich die Verkäuferin, die, um uns alles zu erklären, aus dem Fenster auf eine Herde Schafe zeigte und dann auf die Felle im Verkaufsraum, um zu erklären, welches Fell von welcher Schafrasse stammt. Ein bischen makaber war das schon....


Danach wollten wir nach Hause, steckten aber leider in einem Stau, verursacht durch einen Unfall auf der einzigen Verbindung von Portree nach Broadford, für über eine Stunde fest. Die Polizei wollte uns geschickterweise über eine Single-Track-Road umleiten, wenn aber der gesamte Verkehr dieser Hauptverkehrsstraße über so eine schmale Spur laufen soll, das kann nicht gut gehen... und tat es auch nicht. Wir haben dann dort festgesteckt. Aber als wir hinter der Unfallstelle wieder auf unserer eigentlichen Route waren, war die Straße immer noch gesperrt, somit war das wohl ein brauchbarer Umweg gewesen.

Dun Scaith und Armadale

Montag, 09.08.2010
Morgens beim Aufwachen haben wir schon so einen verdacht gehabt, der sich beim Blick aus dem großen Fenster im Frühstücksraum (das Wohnzimmer von Richard und Jackie) bestätigt hat. Es hat wie aus Eimern geregnet..... Also was tun? Erstmal in Ruhe gefrühstückt (alles wie gestern).
Richard hat vorausgesagt, dass es ab 10:30 Uhr besseres Wettergeben soll („Only the forecast, no guarantee! ;-))
Und wie immer war auf den Wetterbericht keinen Verlass.... die Sonne kam erst um 10:57 Uhr!!! Dann aber mit voller Wucht. Wir hatten uns auf dem Weg auf die Sleat-Halbinsel gemacht um im Notfall ins Armadale Museum zu gehen.
Wir haben noch einen Umweg in nord-westlicher Richtung gemacht und bei Tokavaig (nicht Tarskavaig – da hatten wir im ersten Anlauf das Schloß gesucht ;-), bei merklich besser werdendem Wetter, das Dun Scaith Castle besucht. Von der Ruine hat man bei klarer Sicht eine tolle Sicht. Der Weg lohnt sich! Außerdem mussten wir eine Weide mit Highlandcattles durchqueren, so dass ich von den Plüschrindern wieder tolle Fotos (diesmal sogar vis-a-vis) schießen konnte. Schön!

Danach sind wir zum Castle Armadale gefahren und haben die Wanderung „Armadale Woods“ aus unserem Wanderführer „Isle of Skye – 40 coast and country walks“ begangen. (Der Weg zum Dun Scaith Castle und gestern zur Talisker Bay waren auch schon aus diesem Buch)
Der Weg hat uns auf den Armadale Hill geführt, von dem man einen fantastischen Rundumblick hat. Auf dem im Wanderführer beschriebenen Rückweg sind wir wohl versehentlich falsch abgebogen und standen plötzlich vor den Schlossruinen... na gut, dann haben wir davon auch noch ein Foto geschossen. (Eigentlich muss man für Schloss, Gärten und Museum Eintritt zahlen. Aber wir wollten ja eh nur ein Foto ;-)
Wir sind nach der Wanderung der Straße noch soweit wie möglich zum Point of Sleat gefolgt, da aber der Wanderweg bis dahin mit 3 Std. angegeben war und es schon 17:30 Uhr war, sind wir wieder umgekehrt. Das wäre uns zu spät geworden. Diesen Weg (mit dem Auto bis hierher) kann man sich sparen, wenn man nicht wandern will, denn von dem Parkplatz hat man keinerlei Blick auf den Point of Sleat.

Zuhause angekommen haben wir uns von gegenüber vom Hebridean Hotel Fish and Chips geholt. Und im Gegensatz zum letzten Jahr, wo wir die Fish-and-Chips-Bude direkt in Broadford getestet haben (da war´s nicht so lecker), schmeckten diese (großen) Portionen super lecker! Unbedingt empfehlenswert und erschwinglich (pro Portion 4,75 Pfund).
Um den Berg von Fisch zu verdauen, sind wir noch ein bisschen in Broadford spazieren gegangen. Aufgrund des schönen Wetters ergaben sich tolle Wolkenformationen.

The Quiraing

Dienstag, 10.08.2010:
Morgens war mal wieder strömender Regen angesagt. Diesmal war Richards vorhersage auch schlechter als gestern... vormittags kurz sonnig, zum Nachmittag wieder Regen. Na, das waren ja traumhafte Aussichten. Nach dem (wieder tollen) Frühstück haben wir uns dann sofort auf den Weg zur Trotternish-Halbinsel gemacht. Unser Plan war, das die Stunde Fahrtzeit, die wir vor uns haben, dem guten Wetter genug Zeit gibt, sich auszubreiten und dann wollten wir uns auf den Wander-Weg zum Quiraing aufmachen. Als wir an dem Parkplatz, der an der Single-Track-Road zwischen Brogaig und Uig oberhalb einer steilen Serpentinen-Strecke liegt, ankommen, fallen wir fast hintenüber. Der Parkplatz ist gerammelt voll, u.a. stehen grade drei Reisebusse (á la „Skye-Sightseeing an einem Tag“ dort oben und hatten ihren gesamten Inhalt über den Berg ergossen) Glücklicherweise bleiben diese Touri-Busse meist nur 10-20 Min. an einem Platz, und so war es auch. Trotzdem war es hier oben sehr überlaufen. Wie sich aber auf dem eigentlichen Wanderweg (ausgeschildert als Weg nach Flodigarry) zeigt, laufen die wenigsten zu der eigentlichen Attraktion des Quiraing, der Needle, dem Prison und dem Table. Will man dorthin, dann muss man den Parkplatz überqueren und dem Weg folgen. Gesagt, getan und los geht’s. Allerdings kam uns nach den ersten paar Biegungen „etwas dazwischen“.... Vor unserer Nase ging ein kräftiger Steinschlag runter und hat den Wanderweg unter sich begraben!!! Wir haben uns dann mit einer Dame unterhalten, die am Hand gesessen hat und sie sagte, dass es schon der zweite seit einer Stunde ist. Sie hätte vorher auch noch dort hinten gesessen und auf ihren Bekannten gewartet, der schon vorgelaufen war, da hat sie den ersten Steinschlag gehört und ist nur noch gerannt.

Na, dass war ja was für uns Nordseekrabben. Hinter uns kamen dann schon die nächsten Wanderer, die von dem Schauspiel nix mitbekommen haben. Mittlerweile hatten wir auch schon eine viertel Stunde gewartet und nix weiter ist passiert. Trotzdem hatte ich Muffensausen – und das nicht zu knapp! Ein Stück sind wir dann noch weitergegangen und mussten dabei über eine Spalte klettern, durch die sich ein Bach den Weg nach unten bahnt. Das war nicht nur steil, sondern durch die Feuchtigkeit auch noch rutschig. Das war ja was für uns. Und die Stelle mit dem Steinschlag lag noch vor uns! Außerdem verlief der gesamte Weg parallel zum steilen Abhang rechts neben uns.

 
Ich bin da ja echt ein Angsthase und hatte total Gummiknie. Wir haben uns dann für den Abbruch der Wanderung entschlossen. Wir sind umgekehrt, erneut über die steile Stelle am Bach geklettert und zum Auto zurück. Da wir in der OS Map gesehen haben, dass es auch noch einen alternativen Aufstieg gibt, haben wir einen Zweitversuch beschlossen. Mit dem Auto ging es dann die steile Serpentinenstraße Richtung Brogaig zurück. Unterhalb der steilen Steigung liegt ein neuer Friedhof. Dort kann man an der Straße sein Auto parken und dem dort angelegten (scheinbar dem alten) Wanderpfad folgen. Man muss die gesamte Steigung, die man vorher bequem mit dem Auto zurücklegen konnte , selbst nach oben klettern. Dafür hat man allerdings Grasland unter den Füßen, welches zwar ordentlich ansteigt, aber man hat nicht so das Gefühl, am Abgrund entlang zu wandern. Man folgt am besten den Schafpfaden schräg rechts nach oben. Wir fanden, dass man den Pfad gut erkennen konnte, es ist halt nur ein Trampelpfad. Da wir aber auch Fußspuren auf unserem Zweitweg gefunden haben, wird dieser Weg wohl auch oft durchquert. Man muss natürlich auch auf diesem Weg die beiden kleinen Bäche überqueren, aber im (fast) Flachland ist das ja wesentlich einfacher. Über den ersten Bach wurde als Brücke ein Haufen Steine geschüttet, nach diesem Übergang müsst ihr Euch links halten, nicht wie wir geradeaus weiter, der Weg ist hier besser erkennbar. (Man kann hier viele Wege finden, aber wir fanden es einfacher, den Weg zu nehmen, den die meisten sich gesucht haben) Wir sind dann sehr nahe an der Needle und dem Prison wieder auf den Hauptpfad gekommen, den man auch von dem Parkplatz ansteuert. Von hier aus muss man sich noch ein recht steiles Stück über Geröll kämpfen (sehr rutschig) und man steht zwischen der Needle und dem Prison.

Danach geht der Weg zwar noch weiter, allerdings wieder mit steilem Abgrund zur rechten, einem Zaun über den Weg, den man in dieser Höhe mittels eines Zaunübertritts übersteigen kann und weiter ist Sven dem Weg dann auch nicht mehr gefolgt. Ich habe in der Zwischenzeit viiiieele Fotos gemacht (ich habe ihn vorausgeschickt um zu prüfen, ob das folgende Gelände noch Jenny-tauglich ist ;-) Anscheinend kommt man über diesen Weg auch noch zum Table. Den hätte ich ja gerne gesehen, aber nicht für jeden Preis. Mein Seelenleben war durch den gelungenen Aufstieg grad wieder hergestellt, jetzt musste ich nicht schon wieder mein Herz in die Hose rutschen lassen... Schade! Aber wahrscheinlich erschließt sich die ganze Schönheit des Quiraing eh erst, wenn man dem Weg dann nach dem Table noch weiter auf die Spitze des Meall na Suiramach folgt. Dann kann man nämlich auf den Quiraing hinunter sehen. Allerdings steht man dann auch an der Abbruchkante, von der der vorhin erwähnte Steinschlag niederging. Musste ich auch nicht unbedingt haben.
Wir sind den Weg, den wir gekommen sind glücklich wieder hinunter und waren froh, über die vielleicht anstrengendere, aber doch einfachere Route doch noch auf den Quiraing gekommen zu sein.


Als nächsten Step wollten wir uns The Cave of Gold anschauen. Am, im bereits genannten Wanderführer, beschrieben Startpunkt stand ein Schild mit Wegbeschreibung und das wir doch bitte dort parken sollen. Da es nur eine Querstraße weiter war, erschien uns das nicht als großes Problem. Dort angekommen, fing es doch tatsächlich an zu regnen. Nicht doll, aber nervig, daher haben wir erstmal eine Tasse Tee getrunken. Danach gings es los. Von jetzt an schien bis Abends auch wieder die Sonne!
Wir haben uns an die Angaben im Wanderführer gehalten, allerdings war der beschriebene Weg nicht zu begehen. Scheinbar wollen die Farmer dort nicht, dass man an die Höhle und den ebenfalls dort befindlichen Broch herankommt. Am Parkplatz prangte gleich ein Schild „Beware angry bull“ Allerdings hat man für den angry bull nirgendwo einen Zaun gezogen, es war auch kein Rindviech zu sehen (scheinbar durch den nicht vorhandenen Zaun stiften gegangen auf der Jagd nach ein paar Touris ;-)) also sind wir auf das Grasland rauf. Dann haben wir uns bis zu dem Ausgangspunkt des Wanderführers durchgeschlagen und standen vor einen Zaun. Die angekündigten Zaunübertritte/Zauntreppen (schottisch → stiles) waren nicht vorhanden. Scheinbar hat die der angry bull mitgenommen, falls er noch über ein paar Zäune rüber muss....

Das ganze war echt ärgerlich. Nicht nur, dass es sich um verschwendete Zeit gehandelt hat, es sind auch zwei sehenswerte Ziele auf Skye, an die man scheinbar nicht herankommt. Echt schade.

Wir sind dann weiter wieder in den Süden gefahren zur Brauerei nach Uig. Diese ist definitiv nicht den Weg wert. Man kann nur den Shop besuchen (direkt am Uig-Pier gelegen) in dem man zwar das Bier kaufen kann, allerdings kosten die drei Hauptabfüllungen in dem Shop mehr als in dem Co-op um die Ecke. Neben den Hauptabfüllungen kann man hier noch Bier mit netten Etiketten bekommen (z. Bsp. Birthday Ale o.ä.) Außerdem viel Souvenir-Krams, der nicht zur Brauerei gehört.

Da die Wanderung zur Cave of Gold so ein Reinfall war, wollen wir uns noch Hugh´s Castle anschauen. Es soll eines der meistumspukten Schlösser Schottlands sein, da der Erbauer einen sehr schlimmen Tod gestorben sein soll.
Hier finden wir das absolute Gegenteil zur Cave of Gold. Unseren Wanderführer brauchen wir gar nicht, da der Weg ausgeschildert ist, die Zaunübertritte sind alle vorhanden und in bestem Zustand, mehr wünscht man sich in so einem Gelände eigentlich nicht.

Shoppen in Portree

Mittwoch, 11.08.2010:
Das Wetter war heute bescheiden! Es hat den ganzen Tag geregnet. Wir haben erstmal lange gefrühstückt. Entgegen unseren Gewohnheiten hier im Urlaub (da man ja den Tag nutzen will) bleiben wir über eine Stunde beim Frühstück. Richard hat schon den Wetterbericht gecheckt, aber nur Regen in Sicht. Nach dem Frühstück machen wir uns gemütlich fertig, räumen mal unser „Schmeiß-rein-Auto“ auf und fahren los. Da der Moment günstig ist, gehen wir in Broadford eine Runde shoppen. Erst in der Touristeninformation, dann machen wir Lebensmittel-Shopping in örtlichen Co-op. Das ist immer wieder spannend. Hier kaufen wir vieles für unsere Küche, was man in Deutschland nicht bekommt, aber auch einige Mitbringsel für Familie und Freunde.
Vorgestern haben wir beim Spaziergang einen Second-Hand-Buchladen entdeckt, da sind wir dann als nächstes auf die Suche nach Beatrix-Potter-Büchern gegangen. Zwei gut erhaltene Exemplare haben wir tatsächlich gefunden.
Beim Frühstück hatten wir Richard von unserer geplanten Büchersuche erzählt und prompt wurden uns Beatrix-Potter-Bücher in die Hand gedrückt. Außerdem eine Biografie von ihr, die ich mir gerne ausleihen durfte. Echt lieb!

 

Danach wussten wir beide nicht so recht, wohin mit uns. Wir haben noch eine verfallene Kirche in Broadford angesteuert und festgestellt, dass wir dort schon letztes Jahr gewesen waren. (Zum Glück, den es fing grad wieder an doller zu regnen)

Daraufhin haben wir uns doch noch auf den Weg nach Portree gemacht. Dort sind wir dann durch die typischen Touri-Geschäfte gebummelt, haben uns den Hafen angeschaut und sind dann bald wieder Richtung Broadford aufgebrochen. Es hat immer noch geregnet.... Für uns ging es aber an Broadford vorbei nach Kyleakin zum Castle Maol. Dort habe ich dann im fiesen Nieselregen die Schlossruinen und die Skye-Bridge fotografiert.

Danach hatten wir die Nase von Wetter ordentlich voll. Wir sind in unser B&B zurück, haben Tee getrunken und gelesen (schließlich wollte ich es noch schaffen, einen Blick in die Potter-Biografie zu werfen ;-))

Diesen Tag haben wir also erfolgreich mit Shopping und Faulenzing verbracht, aber schließlich haben wir Urlaub und das muss auch mal sein! ;-)

Die Fairy Pools

Donnerstag, 12.08.2010:
So, heute morgen hatte Richard uns Sonnenschein angesagt... erst ab 11 Uhr, aber Sonne. Also sind wir nach unserem Frühstück Richtung Carbost ins Glen Brittle aufgebrochen. Ich wollte doch so gern die fairy pools sehen.
Für alle, die auch mal zu den fairy pools aufbrechen sollten: nehmt nicht den Parkplatz, der in der OS Map ausgezeichnet ist... hinter der S-Kurve kommt noch ein Parkplatz, der direkt „Fairy Pools“ heißt. Dieser kann allerdings schnell voll sein. Als wir von unserem Gang wiederkamen, stand schon die gesamte Straße voll. Dann kann man perfekt auf den Parkplatz „Square Mile“ oberhalb der S-Kurve ausweichen. (Auch wenn mir der Aufstieg zum Parkplatz nach unserer Wanderung gar nicht gefallen hat ;-))
Gegenüber von dem Fairy Pools Parkplatz geht der Weg direkt los. Ausgeschildert ist er nicht direkt, aber er ist gut zu erkennen (dafür klettern hier einfach genug Leute rum) Die versprochene Sonne ist aber leider immer noch nicht zu sehen und so hüllen sich auch die Spitzen der Cuillins in Wolken. Aber diese leicht nebelige Atmosphäre kann einen hier eher an die, in den Pools badenden Feen, glauben lassen.

An der ersten Gabelung hält man sich rechts. Der linke Pfad ist der Wanderweg von Sligachan durchs gesamte Glen Brittle. Man sollte für diese Wanderung wasserdichte Schuhe haben, denn man muss einige Bäche (schottisch: burns) überqueren, teils mit den Trittsteinen unter Wasser (vor allem, wenn es wie bei uns länger geregnet hat) Der Fluss mit seinen Wasserfällen und glasklaren Pools ist einfach wunderschön und trotz (Niesel)-regen ist das ganze Tal schön. Auch wenn wir die Cuillins, die hier zum Greifen nah sind, heute nicht sehen konnten, konnten wir doch erahnen, welch schönen Ausblick man hier hat. Kurz: Er muss fantastisch sein! Wir folgten dem Fluß stromaufwärts, bis wir keinen Weg mehr erkennen konnten. Wir haben zwar wie im Wanderführer angepriesen versucht, den Rundweg zu finden, haben aber trotz großer Linksschwenker den dazugehörigen Weg nicht gefunden. Da das Wetter mittlerweile so schlecht in dem Tal geworden ist, dass wir durch den Nebel Angst hatten uns in der weitläufigen Moorlandschaft zu verlaufen, sind wir wieder au den Ausgangspfad zurückgekehrt. Diesem Weg sind wir dann nochmal an den Pools vorbei zu unserem auto gefolgt. Im nach hinein glaube ich, dass der Weg so zurück gelaufen schöner war, als quer durchs matschige steinige Moor zu stolpern.

Für diesen Weg (und unzählige Fotos) haben wir 4 Stunden gebraucht. Über Broadford, und einem kurzen Abstecher in unser B&B, ging es dann Richtung Elgol. Dort waren noch so ein, zwei Dinge, die man sich in Kürze ansehen können sollte.
Den ersten Versuch haben wir dann am Ende der von Broadford ausgehenden Marble Line gemacht. An der alten Kirche von Cill Chriosed sind wir auf den Marble-Wanderweg gestoßen, um uns den alten Steinbruch und ein „winding wheel“ anzusehen. Den Steinbruch kann man gut finden, aber das wheel... war wohl unter dem vielen Farn begraben.
Auf dem Weg zu dem Steinbruch sind wir an einer Schafschur vorbeigekommen. Uns ist schon länger aufgefallen, dass einige Schafe „nackt“ sind, und andere noch angezogen rumlaufen. Hier wurde eine Herde geschoren. Kurz haben wir uns als Zuschauer dazugestellt und nicht schlecht gestaunt, wie schnell so ein Schaf ausgezogen ist. Vor allem wie entrüstet so ein nacktes Schaf gucken kann – herrlich. Die eingepferchten Schafe, die noch auf ihre Schur gewartet haben, haben so jämmerlich gemäht, als wenn ihr letztes Stündlein geschlagen hätte. Das war ein interessantes Erlebnis.
Dann wollten wir bei Kirkibost einen Cairn (einen der größten der Insel) und einen Broch ansehen... als wir den riiiieeesen Cain fast unter Farn gefunden hatten, war unsere Stimmung am Nullpunkt. Die grasigen Wege waren sehr schlammig und unsere Wanderschuhe immer noch nass im Auto. Also haben wir nach dem Cairn diesen Weg abgebrochen, der Weg wurde auch immer schlammiger.
Einen kurzen Abstecher haben wir noch nach Elgol gemacht, aber durch die Wolken war die Aussicht hier nicht so sensationell wir im letzten Jahr. Schade! Elgol muss man unbedingt mal im Sommer besucht haben!

Applecross - Tour

Freitag, 13.08.2010:
Unser letztes Frühstück auf Skye. Heute gab es mal die Sparvariante des schottischen cooked breakfast für mich. Langsam mag ich es nicht mehr... ich hätte gerne mal ein Stück Käse oder so ;-)
Was solls. Das Frühstück war heute am letzten Tag mal um 8:30 Uhr angesagt schließlich möchte ich im Urlaub auch mal „ausschlafen“. Heute waren mal wieder neue Gäste dabei. Zwei deutsche Pärchen. Beide befanden sich unabhängig voneinander auf einer kleinen Schottland-Rundreise. Allerdings in beiden Fällen ohne jegliche Vorbereitungen, sprich Reservierung und/oder Routenplanung. Die Unterkunftssuche kann in der Hauptsaison (Juni, Juli, August) schon eine spannende Herausforderung  werden. Während das eine Pärchen alles recht locker auf sich zukommen lassen wollten, „drohte“ das andere bereits mit Abbruch des Urlaubs. Es wäre einfach zu kalt und das Wetter zu schlecht. Sie hätten sich gestern noch mit dicken Pullovern eindecken müssen. Von Richard bekamen die beiden hierzu lediglich die Antwort, das es sich noch um normale schottische Temperaturbereiche handelt (15-20 C). In den 19 Jahren, die er mit seiner Frau bereits auf Skye wohnt, gab es nur ein paar mal über 30 Grad. Naja, ich glaube, man ist entweder total begeistert von Schottland oder kommt nie wieder. Man muss sich halt damit abfinden, dass es hier viel Landschaft, Wasser, Whisky, Berge, Schafe.... ach, erwähnte ich schon Landschaft hat. Es kommt natürlich auch extrem auf das Wetter an. Damit meine ich nicht die Temperatur, nein, die klare Sicht ist wichtig. Ist es diesig und man kann die Berge nicht sehen, ist es hier natürlich auch trostlos. Zumal kann man bei Regen hier nicht viel machen, ohne nass zu werden.
Hat man aber die perfekte Sicht, dann fährt man durch manche Gegenden mit offenen Mund, so perfekt sind die meisten Aussichten.
Für heute hatte Richard uns noch irgendwann Sonnenschein versprochen, Garantie könne er aber nur für Skye übernehmen.....schon klar ;-) Erstmal begann dieser Tag aber wieder ziemlich diesig, aber wenigstens trocken.

Nach unserem Frühstück hieß es erst einmal Zimmer räumen, bzw. ausziehen nach unseren sechs Übernachtungen. Nach dem Bezahlen des Zimmers für unseren Aufenthalt überreichten wir Jackie und Richard noch zwei Flaschen Rotwein aus Deutschland. Diesen hatten wir noch in unserer Vorratsbox „über“ und wir wollten uns bei den beiden so richtig bedanken. Sie haben den Aufenthalt mal wieder so perfekt wie möglich gemacht, mit allen Details. Die beiden haben sich riesig darüber gefreut.

Nach der Verabschiedung mussten wir erst mal noch tanken. Das galt sowohl fürs Auto als auch fürs Portemonnaie. Gegen 10:30 Uhr waren wir dann endlich auf unserer für heute vorgesehenen Route. Für den heutigen Tag stand die Rundtour über die Applecross Halbinsel auf dem Programm. Diese haben wir in Lochcharron gestartet. Hier gab es noch einen Kurzabstecher zum Strome-Castle, welches eine Ruine auf einer vorgelagerten Insel ist. Man kann rüberlaufen und sich die Ruine ansehen, eine Hinweistafel mit Informationen ist vorhanden.

Um Applecross zu erreichen gibt es zwei mögliche Routen. Die eine führt um die Halbinsel außen herum, die zweite besteht aus der direkten Verbindung über den, für mich ->Hochgebirgs- Pass Bealach na Ba. Dieser besteht aus einer Single-Track-Road (!) und führt in die luftige Höhe von 626m. Somit ist diese Straße die in Schottland am höchsten gelegene. Man soll von hier aus spektakuläre Landschaften und Aussichten genießen können. Also gesagt getan, wir nahmen den Weg über den Pass. An der Einbiegung auf diese Road wurde noch einmal gewarnt, das hier keine Fahranfänger diese Strasse benutzen sollten.

Der Weg führte in engen Serpentinen am Steilhang den Berg hinauf, zirka alle 50m gab es eine Ausweichbucht. Es war schon spannend direkt am Abhang Ausweichmanöver für den entgegen kommenden Verkehr zu fahren. (Dies hat übrigens Sven in unser Tagebuch geschrieben.... Ich war mit den Nerven am Ende!!!) Je weiter wir nach oben kamen, umso näher kamen uns die tiefhängenden Wolken. Oben angekommen befanden wir uns auch schon in der Wolke, also Nebel. Sichtweite hier: knapp 20m. (bitte bedenken: einspurige Strasse und somit müssen Ausweichmanöver für den entgegenkommenden Verkehr gefahren werden)
Schade war es wirklich, dass an der Bergspitze nichts zu sehen war. Hier wurde ein großer Parkplatz angelegt, damit man die Aussicht genießen kann und schöne Panoramafotos schießen kann. Naja, man kann halt nicht alles haben ;-))
Die Abfahrt war insgesamt unspektakulärer als die Auffahrt. Die Abfahrt zog sich in einem relativer erträglichem Gefälle und langen Kurvenausläufern dahin. Am Ende der Abfahrt erreichten wir Applecross. Wen erwartet war es hier relativ voll. Applecross selber ist nicht sehr groß (150-200 Einwohner), wird aber in jedem Reiseführer als malerisches Küstenörtchen mit einem guten Restaurant gerühmt.

Von hier aus starteten wir unsere Rundtour um die Halbinsel (die Alternativroute zum Pass). Hier kamen wir durch spektakuläres Gelände. Man konnte von hier aus die Insel Skye, Raasay, Rhona und Harris sehen. Durch die aber immer noch anhaltende Bewölkung fiel die Aussicht nicht so aus, wie sie an einem sonnigen Tag vielleicht gewesen wäre. Die Rundtour bestand auch aus einer Single-Track-Road. Diese Runde zu fahren dauerte mit diversen Stopps ca. 1,5 Stunden. Nach Vollendung steuerten wir Kinlochewe an. Hier hatten wir uns im Vorfeld bereits ein B&B reserviert. Die gesamte Strecke führte über Single-Track-Roads durch ein sehr gebirgiges Gelände mit hoch aufragenden Felsformationen.

Nach einer weiteren Stunde erreichten wir gegen 16:30 Uhr das B&B Cromasaig. Die „Hausherrin“ Liz empfing uns sofort freudestrahlend und zeigte uns unser Zimmer. Das B&B Cromasaig war offensichtlich komplett auf Wanderer und Radfahrer ausgelegt. Neben Trocknungsmöglichkeiten für Kleidung und Schuhe wurde hier auch die Benutzung der Sauna angeboten. Da es noch früh am Tage war, baten wir Liz uns noch eine kurze Wanderroute zu zeigen. Dieser Wanderweg war sehr gut präpariert und hätte auch von normalen Spaziergängern gelaufen werden können. Insgesamt scheint sich die gesamte Region auf die Wanderer eingestellt zu haben. Die Wege waren klar ersichtlich ausgewiesen, es gab Hinweistafeln und Wegweiser mit Kilometerangaben. So konnten wir noch unsere tägliche Tour von ca. 5-6 km absolvieren.
Auf das Frühstück waren wir beide gespannt. Jeder musste auf einem Kärtchen ankreuzen, welche Komponenten für das Frühstück zur Verfügung gestellt, bzw. gekocht werden sollten. Für den nächsten Tag stand dann die Bergwanderung am Loch Maree auf dem Plan.

Wandern am Loch Maree

Samstag, 14.08.2010
Unser Frühstück gab es wie geplant um 8:00 Uhr in der Küche der Familie Forrest. Das war wirklich mal frühstücken im B&B mit Familienanschluss. Tom, der Lebensgefährte von Liz, erzählte uns auch gleich, das er zu seiner Armeezeit in Wilhelmshaven stationiert war. Frühzeitig nach dem Frühstück haben wir ausgecheckt und uns sofort an das Loch Maree begeben. Gegen 9:10 waren wir vor Ort und konnten gegen 9:30 mit unserer Wanderung des Mountain Trails am Loch Maree beginnen. Der Mountain Trail ist laut Reiseführer der am besten in Großbritannien ausgeschilderte Wanderpfad. Die Länge beträgt ca. 6,5km, auf der 550m Höhenmeter überwunden werden müssen. Der erste Teil des Trail geht sehr steil bergauf (zumindest für uns Norddeutsche). Teilweise sind die einzelnen Teilstrecken sehr schmal und steil, aber jederzeit als Weg gut erkennbar. Allerdings sind wir beide manchmal auf allen Vieren geklettert, so steil war es streckenweise. Beinahe hätte ich die Bergwanderung abgebrochen, da mir der Aufstieg zu heftig wurde. Nicht von der Kondition, sondern von der Streckenbeschaffenheit! Zwischenzeitlich wurden in den Fels Stufen geschnitten und entsprechend als Tritt präpariert, allerdings eher beim Abstieg. Desweiteren wird die gesamte Wegstrecke mit Cairns (kleine Steinhaufen) markiert. Nach ca. 1,5 Stunden und 1,5l (Angst-)Schweiß kamen wir auf den ersten weniger steilen Weg und konnten eine grandiose Aussicht genießen. Vom obersten Punkt aus führt ein weniger steiler Pfad wieder in gewundener Wegführung hinunter. Auch hier waren überall genügend Wegmarkierungen und Steinstufen vorhanden. Um ca. 13:45 standen wir wieder auf dem Parkplatz am Auto und konnten uns erst einmal erholen.

Resümee des Mountain Trails: Dass vor dem Abstieg gewarnt wurde, da man ein Teilstück an einer 50m tiefen Schlucht entlangläuft und der Aufstieg als steil aber eher harmlos bezeichnet wurde, trifft es nicht annähernd. Der Aufstieg war meines Erachtens ziemlich schwer und der Abstieg easy going mit tollen Aussichten. (Beim Aufstieg habe ich es tunlichst vermieden, nach unten zu schauen und nur den nächsten Tritt geplant)
Vom Parkplatz ging es nun via Auto in Richtung Küste. Unser Plan war hier die gesamte Westküstenseite hinauf bis nach Durness zu fahren. Wir kamen durch imposante Gebirgskulissen, die immer wieder, wenn möglich, zum Anhalten und Genießen einluden. Wir hatten allerdings auch den gesamten Tag sonniges Wetter mit Temperaturen um die 20 Grad. Auf unserem Weg kamen wir am Loch Assynt am Ardvreck Castle vorbei. Ebenfalls eine Ruine und „einfach so“ zu besichtigen.

Gegen 18:45 kamen wir dann in unserem Guesthouse Wildorchid in Durness an. Das Guesthouse hat geschätzte 10 Zimmer, alle en-suite. Allerdings fehlt hier der Charme des Familienanschlusses wie im klassischen B&B. Insgesamt wirkt es eher wie ein billiges Hotel. Außerdem steckten überall Zitronenaromaversprüher in den Steckdosen, davon habe ich über Nacht Kopfweh bekommen. Hat man das Ding in seinem Zimmer allerdings rausgezogen, begann es muffig zu riechen.
Nachdem wir unsere Taschen auf das Zimmer gebracht haben, sind wir noch kurz durch Durness spazieren gegangen. Nach kurzer Zeit kamen wir an den Campingplatz direkt auf der Klippe. Darunter war der Sandstrand. Allerdings war dieser auch nur zu sehen, da gerade Ebbe war. Bei Hochwasser kommt der Atlantik direkt bis an die Klippen. Durch das schöne Wetter hatten wir hier eine grandiose Kulisse bestehend aus Klippen, Sandstrand und Meer in grün-blau Tönen. Was hier so perfekt zum Badespaß einlädt ist allerdings auch erschreckend kalt. Spätestens wenn man hier seine Füße in das Meer getaucht hat, weiß man warum hier niemand im Meer baden geht. Ich habe den Selbsttest gemacht und gedacht, mir fallen gleich die Füße als Eisklumpen von den Beinen. (Und ich hatte mich vorher noch gewundert, warum die wenigen Badegäste alle mit Thermoanzügen ins Wasser gehen :-))
Nach dem Strandspaziergang ging es wieder in unsere Unterkunft zum relaxen. Für morgen ist das Frühstück wieder für 8:00 Uhr geplant.
Diese Nacht war nicht erholsam, da die Wände in dem B&B sehr dünn waren und wir sogar das Geschnarche von unserem Nachbarn gehört haben.

Smoo Cave - Ben Hope - Tain

Sonntag, 15.08.2010
Pünktlich um 8:00 Uhr gab es Frühstück. Dieses war essbar, aber richtig geschmeckt hat es nicht. Wir hatten für den gleichen Zimmerpreis schon mehr Gegenleistung bekommen und uns wesentlich wohler gefühlt als hier. Aber in Durness kann man sich das leisten. Die paar B&Bs in Durness, die wir gesehen haben, waren ausgebucht.
Da wir für den heutigen Tag noch ein paar Stationen vor uns hatten und uns ja auch nicht so wohl gefühlt haben, haben wir uns ein wenig beeilt. Um 9:00 Uhr saßen wir im Auto und fuhren zur Smoo-Cave. Diese Höhle ist durch einen Fußweg von der Meerseite zu erreichen und zu besichtigen. Es handelt sich um eine große Höhle in der ein Wasserfall durch die Decke stürzt, der diese Höhle im Laufe der Zeit auch ausgespült hat. Man kann hier auch Führungen für 3 Pfund pro Person buchen. Das haben wir hier aber nicht getan, zumal der Guide auch erst um 10:00 Uhr mit der ersten Führung beginnen wollte.

Hiernach wurde von uns noch einmal die Touristeninformation aufgesucht. Wirkliche Neuigkeiten haben wir hier allerdings auch nicht in Erfahrung bringen können. Das einzig Interessante waren die Puffins, die ganz in der Nähe von Durness nisten. Wir haben zum einen herausgefunden, dass man zu Fuß von der alten Kirche bei Balnakeil einem Wanderweg folgen muss, dann kann man die Puffins (wahrscheinlich auch nur mit einem Fernglas) auf ihrem Nistfelsen sehen. (Die Touristeninformation hat eine auf den Felsen gerichtete Kamera, deren Bild man in der Touristeninformation auf einem Bildschirm live sehen kann) Zum anderen haben wir herausgefunden, dass die Puffins z. Zt. Keine Saison haben. An dem Bildschirm klebte ein süßer Zettel: „ Wipe your tears away, the Puffins fly away!“ (Wische deine Tränen ab, die Puffins sind weggeflogen) Mit der Erklärung, das Nistzeit im Frühling ist und die jungen, flügge gewordenen Puffins jetzt mit ihren Eltern aufs offene Meer hinaus sind und erst im nächsten Frühjahr wieder kommen. Allerdings werden wir uns das nochmal vormerken, wenn wir mal wieder im Frühjahr in Schottland sind, wollen wir da mal einen Blick drauf werfen.
Da wir noch ein wenig Zeit hatten, haben wir die umliegenden Sandstrände gesucht und auch gefunden. Die Strände sind alle in einer sehr malerischen Kulisse gelegen. Allerdings, wie gehabt, zum Baden ohne Thermoanzug nicht geeignet.

 

Ganz ursprünglich hatten wir für den heutigen Tag die Ersteigung/Erwanderung des Ben Hope vorgenommen. Er sollte unser erster Munro werden. Die Beschreibung des Weges klang auch recht „harmlos“ für einen über 900 m hohen Berg.  Nach unserem gestrigen Erlebnis am Loch Maree waren wir allerdings auch noch ein wenig kaputt und nicht wirklich motiviert so eine Tour in doppelter Länge zu wiederholen. Außerdem trauten wir unserem Wanderführer nicht mehr so recht, der das hammerding von gestern genauso einstuft, wie die Erwanderung des Ben Hope.
Trotzdem sind wir zum Ben Hope gefahren, um uns wenigstens den Beginn des Aufstiegs anzusehen. Vor Ort angekommen haben wir sofort erkannt, dass unsere Entscheidung den Berg nicht zu erklimmen die absolut Richtige war. Unser Umweg zum Ben Hope hat uns aber auch an dem Broch Dun Dornaigil vorbeigeführt, der wirklich sehenswert ist, der Weg ist allerdings ziemlich lang dorthin und komplett über eine Single-Track-Road mit wenig passing places.

Da wir ja auf der Suche nach Pins aus den Destillerien waren, haben wir uns als nächstes Ziel die Clynelish Distillery ausgeguckt. Da wir für den Abend ein B&B in Tain gebucht hatten, lag diese fast auf dem Weg. Auf der Fahrt in Richtung Borar (Clynelish Distillery) riss die Wolkendecke immer mehr auf, bis wir schließlich einen wolkenfreien Himmel und strahlenden Sonnenschein hatten. Die Temperatur ging auf knapp 21 Grad hoch. Bei Clynelish angekommen mussten wir feststellen, das diese Destillerie am Sonntag nicht geöffnet hat. Also wieder ins Auto und in Richtung Tain. Schließlich gibt es dort noch die Glenmorangie Destillerie von der wir wussten, das diese auch am Sonntag bis 16:00 Uhr geöffnet hat. Auf dem Weg dorthin kamen wir in Höhe Golspie am Cairn Liath vorbei. An diesem Cairn (der m. E. eher ein Broch ist) hatten wir bereits im letzten Jahr einen Stopp eingelegt, so auch heute. Nach dieser Kurzbesichtigung fuhren wir weiter zur Glenmorangie Destillerie, die tatsächlich geöffnet hatte. Allerdings hatten die genau wie Talisker aktuell keine Pins.

Also weiter zu unserem B&B. Unser B&B hieß Dunbius Guesthouse und liegt nah bei der Destille. Wir wurden sehr freundlich aufgenommen. Dunbius war mal wieder ein Highlight und gar kein Vergleich zum gestrigen Wildorchid in Durness. Das auch noch für weniger Geld... Es war sauber, roch nicht und es war ein stabiles, relativ schalldichtes Haus. Und im Garten liefen die Hühner, die die Frühstückseier für den nächsten morgen produzieren sollen.
Da wir jetzt in Tain noch ein wenig Zeit hatten, haben wir die ortsansässigen Supermärkte durchstöbert und mit der Produktpalette aus Deutschland verglichen. Natürlich haben wir auch wieder viele schottische/britische Lebensmittel für daheim eingekauft.
Bei der Suche nach einem geeigneten Restaurant für ein kleinen Abendessen waren wir wieder einmal am verzweifeln. Es gibt in Tain nur die 2 Restaurants in den Hotels. Hier wird man relativ schnell pro Person 30 Pfund los. Im Endeffekt sind wir in den Supermarkt zurückgekehrt und haben uns hier eine Kleinigkeit zum Abendessen organisiert. Der geneigte Leser wird vielleicht erkannt haben; ja es ist Sonntag und die Supermärkte haben auf. Das scheint zumindest in dieser Region üblich zu sein. Die Supermärkte die wir gesehen haben hatten mindestens bis 20:00 Uhr geöffnet. Einige wenige haben sogar 24 Stunden geöffnet (z. Bsp. Der Co-op in Broadford/Skye)

Inverness

Montag, 16.08.2010:
Frühstück gab es wieder um 8:00 Uhr. Endlich gab es zum ersten mal Haggis während unseres Urlaubs und Sven ist endlich glücklich. Außerdem gab es wiedermal knüppelhart getoastetes Toast. Das scheint in einigen B&Bs so üblich zu sein. Wer den Film „3 Engel für Charlie“ gesehen hat wird verstehen, warum ich in dieser Situation an Kampf-Toast gedacht habe. Ansonsten war das Frühstück sehr gut (leckere Tomaten). Im Anschluss haben wir uns dann auf die Reise gemacht.
Heute war shoppen in Inverness angesagt. Nachdem wir das Auto direkt im Parkhaus des Easgate-Shopping Center untergebracht hatten, ging es in den Victorian Market. Hier sind wir durch die Läden gestöbert und haben viel Souvenirs gefunden und gekauft. Hier hat Sven endlich sein haariges Haggis-Kuscheltier gefunden. Außerdem haben wir einen total schrägen Weihnachtsmann im Karo-Look für den Tannenbaum gefunden (und das im August!!). Aber wie sagte es schon Richard auf Skye: die Schotten lieben es halt ein wenig exzentrisch.

Danach ging es ins große Einkaufzentrum, wo wir in einem Geschäft von einem Feueralarm überrascht wurden. Es war schon faszinierend zu sehen wie schnell so ein riesiges Einkaufzentrum geräumt werden kann. Gott sei Dank hat sich der Alarm als Übung entpuppt. Da wir jetzt schon einige Stunden mit Shoppen verbracht haben, wurde es langsam Zeit uns auf den Weg nach Ballanchulish zu machen.
Diese Strecke führte uns durchs Great Glen und somit am Loch Ness mit dem Urquart Castle vorbei. Es war schön, dieses Schloss auch nochmal gesehen zu haben. (Nessi hat sich wieder nicht blicken lassen ;-))

Kurz vor unserem Ziel haben wir von Fort William aus noch einen kleinen Abstecher nach Glenfinnan gemacht. Dort kann man das Glenfinnan-Monument besichtigen. Bonnie Prince Charlie hatte hier 1745 die Clans um sich gesammelt. Allerdings ist dieses Monument voll unter der Kontrolle von Historic Scotland, dass heißt, man wurde mal wieder kräftig zur Tasche gebeten. 2 Pfund fürs Parken und 3 Pfund Eintritt pro Person für das Monument selbst. Wir haben uns das nicht geleistet. Zum einen hat es geregnet und zum anderen ist es vielleicht eine halbe Stunde Aufenthalt. Neee, musste nicht sein. Direkt hinter der Parkplatz kann man das berühmte Glenfinnan Viadukt sehen. Es ist bekannt, da es als Kulisse im Harry Potter Film diente. Da es mittlerweile ordentlich regnete haben wir uns schleunigst zu unserem B&B Fern Villa begeben.

In der Straße unseres B&B haben wir zu unserer Freude eine kleine Bar & Bistro gefunden. Auch David,unser „Gastvater“, hat uns eigentlich direkt nach der Begrüßung dieses Bistro für heute Abend empfohlen. Allerdings hat er gleich darauf hingewiesen, das wir dort vor 20:00 Uhr hingehen sollten, da sonst die Wahrscheinlichkeit sehr hoch ist dort keinen Tisch zu bekommen. Gesagt getan, Gepäck in unser Zimmer und los ging es. … und siehe da, wir hatten nicht nur ein leckeres Guinness vom Faß sondern auch sehr leckeres Essen. Bestimmt werden wir morgen das Guinness noch einmal testen gehen... :-)

Glen Coe - Rundtour

Dienstag, 17.08.2010:
8 Uhr wieder frühstücken – es war ein Traum! Sehr lecker. Die Bratwürstchen schmecken das erste Mal anders, sie sind ja auch (angeblich)  vom örtlichen Schlachter, dass glaube ich David aber auch. Die Pilze waren das erste Mal gar und gewürzt (!), bisher wurden sie nur kurz erwärmt. Es war sehr stimmig. David macht damit unserem Skye B&B bei Richard und Jackie den Rang als bestes Frühstück streitig. (Wobei Richard und Jackie im Gesamtpaket immer noch führend sind!)

Nach dem Frühstück ging es wieder mit dem Auto los. Zuerst wollen wir noch kurz das I-Net in der Touristeninformation quälen. Unser I-Net-Anschluß im B&B läuft  leider nicht so wie versprochen. Um Punkt 9 Uhr waren wir doch noch etwas zu früh für die Angestellten der TI ;-)) Die TI ist hier sehr gut sortiert und bietet gute Hilfe für Wanderungen in der Umgebung. Wir haben uns noch schnell die Glencoe & Oban-Route  von undiscoveredscotland.co.uk rausgeschrieben und los ging´s.
Unser erster Stop war am Signal Rock, von wo angeblich das Signal zum Massenmord der Campbells an den MacDonalds gegeben wurde. An dem Parkplatz zum Signal Rock sind drei kurze Wanderungen beschrieben, die Wege sind hervorragend präpariert und ausgeschildert.

Unsere nächste Station war der Viewpoint gegenüber der „Three Sisters“, von wo auch unsere, für heute geplante, Wanderung losgehen sollte. Wir sind auch bis zum Fluß Coe gelaufen....allerdings hat es hier im Tal geregnet und die Wolken hingen so tief, dass es immer nebliger wurde. Da wir keine Lust hatten, unsere Zeit mit einem Aufstieg zu verbringen, bei dem man dann nichts sieht, haben wir an dieser Stelle leider abgebrochen. Aber man konnte, nachdem man den Fluß überquert hatte, schon erkennen, dass der Weg recht steil war und über felsgestein ging, welches bei diesem Wetter sehr rutschig ist.
Wir sind dann dem Glencoe gefolgt, durchs Rannoch Moor zum Ort „Bridge of Orchy“. Dieser Ort hat zwar eine Brücke, so sehenswert ist sie aber nicht. Von hier ging es über Tyndrum und Dalmally nach Lochawe. Hier kann man das Kilchurn Castle besichtigen und das ist auch unbedingt empfehlenswert! Die Ruine ist unter Kontrolle von Historic Scotland und darf ohne Eintrittsgeld besichtigt werden. Allerdings steht in vielen Reiseführern, dass das Schloß nur per Boot von Lochawe aus erreicht werden kann. Das stimmt nicht! Ein Stück vor Beginn des Ortes ist ein Pfad unter den Bahngleisen hindurch direkt zu den Ruinen. Der Parkplatz ist nicht ausgeschildert und man erkennt auch erst am Ende der Parkplatzes, das man richtig ist. Dort steht nämlich ein kleiner Wegweiser „To the castle“. Wenn man aber aufmerksam die Straße entlangfährt kann man die bereits parkenden Autos durch die Bäume blinken sehen. Die Einfahrt selbst zu dem Parkplatz ist sehr unscheinbar.
Die Ruinen sind, für Ruinen, gut erhalten. Man kann einen Turm besteigen und hat bei gutem Wetter grandiose Aussichten auf die umliegenden Berge.
Hier hatten wir auch mal wieder einen dieser supernetten Schotten, die uns einfach so mal geholfen haben. Da man das Schloss bei der Einfahrt nach Lochawe nicht so gut sehen kann, sind wir erst im Ort herumgelaufen. Da hat uns ein älterer Herr, der grade mit seinem Hund spazieren ging, mit einem schwer zu verstehenden Dialekt angesprochen. Ob wir das Schloss fotografieren wollten – Ja! - Dann sollten wir doch auf die nahegelegene Fußgängerbrücke über die Eisenbahnschienen gehen, von dort hätte man den besten Blick auf das Schloss. Das war so nett. Wir wären wahrscheinlich nicht auf die Idee gekommen, auf diese Brücke zu klettern, da auf der anderen Seite außer Weiden nichts war.

Kurz hinter Lochawe kann man die St. Conans Kirk besichtigen. Wenn man das Schloss ausgelassen hat, diese Kirche sollte man sich unbedingt ansehen. Sie ist sehr liebevoll gestaltet und von aussen sehr beeindruckend.

Von hier ging es nach Connel, hier kann man zwei Mal am Tag die Falls of Lora besichtigen. Immer wenn das Wasser aus dem Loch Awe durch die Gezeiten ins Meer zurückströmt kann man hier Stromschnellen und Verwirbelungen beobachten.

Von Connel aus haben wir noch einen Abstecher nach Oban in den Tesco gemacht. Wir mussten noch eine Bestellung aus der Heimat besorgen. Ein Kollege wollte Strongbow haben. Das ist eine Mischung aus Bier und Cider, die hier in vielen Variationen angeboten und gerne getrunken wird. Wir haben es getestet und es ist einfach nicht unser Ding. Von Oban aus ging es wieder in unser B&B. Auf dieser Strecke kommt man wieder am Dunstaffnage-Castle und am Castle Stalker vorbei. Da es heute zu spät zum essen gehen war, sind wir nur noch auf ein Guinness in unser Bar verschwunden und danach ins Bett.