Isle of Skye

Wir bekommen wie am Vorabend besprochen, ohne weitere Rückfragen, unser Frühstück. Auch hier trifft die Aussage: einfach liebevoll. Es gibt auf Eis gekühlte Joghurts, Cerealien, Toast etc und natürlich das „Scotish cooked breakfast“. Frisch gestärkt kann unsere Rundtour über Skye beginnen. Der erste Halt ist die Talisker Destillery. Im Verhältnis relativ unspektakulär. Man darf hier allerdings auch nicht vergessen, das wir bei The Balvenie das non-plus-ultra einer Destillerienbesichtigung hatten. Auch hier das Phänomen in den Souvenirshops der Destillerien: die Standardabfüllungen sind zu teuer; diese kann man in Deutschland teilweise um einiges günstiger bekommen. Die Tour hier kostet 5 Pfund pro Person. Allerdings erhält man gleichzeitig einen 3 Pfund Gutschein für den Shop. Man sucht allerdings vergeblich nach einem Artikel für 3 Pfund. Also auch hier ein kleiner Touri-Fang. Ach ja, kleine Ergänzung: bei Glendfiddich war die Gruppenführung kostenlos.

Von Talisker aus wenden wir uns einem Tipp unseres Gastgebers Richard folgend dem Neist Point zu. Auf dem Weg dorthin kann man in der Nähe von Bracadale einen Broch besichtigen. Das ist ein Trockenhaus auf einer Erhöhung gebaut und ca. 1900-2300 Jahre alt. Beeindruckend. Von diesen kleinen Sehenswürdigkeiten gibt es in Schottland eine ganze Menge. Die sind in den meisten Fällen kostenlos zu besichtigen, sehr gepflegt und fast immer mit Hinweistafeln versehen.

Der Neist Point ist ein toller Aussichtspunkt. Von dem Parkplatz im gefühlten Nirgendwo führt ein auf- und absteigender befestigter Weg zum Leuchtturm. Es geht vorbei an einer atemberaubenden Steilküste mit großen Seevogelkolonien. Am „Strand“ fallen uns viele kleine gebauten Steintürmchen auf. Wir können uns das natürlich nicht nehmen lassen und verewigen uns auch mit einem Türmchen. Da wir uns auf dem Weg zum Neist Point verfahren haben, ist uns ca. 1 Stunde verloren gegangen.

Die nächste Station ist Dunvegan Castle. Hier angekommen entscheiden wir uns spontan gegen eine Besichtigung. Es gibt hier einen riesigen Parkplatz und egal aus welcher Position, das Schloss ist nicht zu sehen. Man muss hier also erst 7,50 Pfund pro Person locker machen um auf das Gelände zu kommen. Ach ja, wenn man am Parkplatz vorbei fährt und der Straße weiter folgt, kann man nach kurzer Zeit über die Bucht hinweg das Schloß sehen und zumindest ein Foto machen. Von Dunvegan aus machen wir uns auf den Weg auf die Trotternish Halbinsel. Hinter dem Örtchen Kilmuir gibt es das „Skye Museum of Islandlife“. Es sieht von außen sehr bezaubernd aus. Mehrere kleine Cottages aus „Highlander“-Zeiten. Das Museum ist allerdings schon geschlossen als wir hier ankommen. Hinter dem Museum liegt ein kleiner Friedhof, auf dem man das Grab von Flora MacDonald finden kann.

Leider ist der originale Grabstein nicht mehr vorhanden, da ihn die Besucher im Laufe der Zeit „entwendet“ haben. Von hier aus führt der Weg weiter zu den Überresten von Duntulm Castle. Kurz hinter der Ortschaft Staffin bietet der Aussichtspunkt „Kilt Rock“ einen tollen Blick auf die Steilküste. Von hier aus geht es zum „Storr“ und „The old man of Storr“ von denen wir aufgrund einer aufziehenden Regenfront so gut wie nichts mehr zu sehen bekommen.

Als der Regen anfängt, geht es zurück zu unserer Unterkunft. Am Abend beschließen wir spontan unseren Aufenthalt auf Skye um einen weiteren Tag zu verlängern. Hoffentlich klappt das. Unser BB war bisher immer ausgebucht.

Old Man Of Storr und Portree

Unser Gastgeber Richard ist begeistert über unseren Verlängerungswunsch. Unser Zimmer ist auch noch nicht vergeben. Nach dem üblichen umfangreichen Frühstück geht es noch einmal zum „Old Man of Storr“. Gestern im Regen war er ja kaum auszumachen. Auf dem Hinweg endlich eine Weide mit Highland Cattles.

Am Old Storr entdecken wir einen Parkplatz. Anscheinend führt von hier aus ein Wanderweg nach oben. Allerdings wie sollte es anders sein, der Parkplatz ist restlos überfüllt. Also schließen wir uns den bereits am Straßenrand parkenden Fahrzeuge an und schlüpfen in unsere Wanderschuhe. Der Weg hat es schon in sich, aber man wird mit einem fantastischem Ausblick belohnt. Zwei Stunden sollte man aber schon einplanen.

Zur „Entspannung“ geht es hiernach zum shoppen nach Portree. Nun ja Portree…Wir haben uns mehr darunter vorgestellt. Kleiner netter Hafen, zirka 6 Restaurants, 10 Souvenirgeschäfte und ein Supermarkt. Man kann hier allerdings Schmuck mit dem Skye-typischen Skye-Marble bekommen. Abends gehen wir in Portree noch Essen. Es gibt Steak Pie (ähnlich wie Gulasch) und Cheese Makkaroni. Was soll man sagen, es machte satt. Nach einem kurzen Spaziergang geht es zurück in unser BB.

Kilmartin und Oban

Nach einem letzten tollen Frühstück verabschieden wir uns aus diesem nahezu perfekten B&B und verlassen Skye. Unser nächster Stop ist Kilmartin um dort alte Steine anzusehen. Unterwegs kommen wir am höchsten Berg Schottlands vorbei, dem Ben Nevis. Allerdings ist die Bergspitze witterungsbedingt wolkenverhangen und wir bekommen so gut wie nichts von ihr zu sehen. Nach 4 Stunden Fahrt sind wir da. In Kilmartin an der Kirche gibt es ein Visitor Interpretation Center. Aus Zeitmangel gehen wir aber nicht rein. In und rund um die Kirche findet man sehr alte Grabsteine, die die Geschichte des Ortes widerspiegeln. Im Visitorcenter kann man sich kostenlos einen Plan der Umgebung geben lassen. In diesem Plan sind alle zu besichtigenden Steine, Steinkreise und Bauwerke inkl. der dazugehörigen Parkplätze eingezeichnet.

Nachdem wir alle Stätten besucht haben, erfreulicherweise komplett ohne Eintritt, fahren wir zu unserem B&B welches wir uns bereits ausgeguckt haben. Aber hier fangen unsere Probleme an. Unsere Toilette funktioniert nicht und im Nachbarzimmer hört die Spülung gar nicht mehr auf. Die Heizung ist abgeschaltet und wird angeblich erst gegen 20:00 Uhr aktiv. Wir ziehen in ein anderes Zimmer um. Dieses ist nicht wirklich sauber. Alles voller Krümel, abgerissene Bettlaken uvm. Mittlerweile haben wir den Eindruck, das unsere Gastgeberin etwas verwirrt ist. Wir fühlen uns hier nicht wohl und verlassen zeitnah das B&B. 50,00 Pfund für eine Nacht unwohl fühlen ist doch ein wenig teuer. Rauf auf die Straße und ab in Richtung Oban. Relativ schnell finden wir in Oban ein Zimmer im Kathmore Guest House (Immerhin ist es mittlerweile 20:30 Uhr und wir hatten uns langsam Sorgen gemacht, ob wir noch ein Bett für die Nacht bekommen). Die Kosten belaufen sich hier zwar auf 53,00 Pfund, aber wir haben wesentlich mehr Komfort. Auch hier werden wir gefragt, wie unser morgendliches Frühstück ausfallen soll. So können wir abends noch den Colusseumsnachbau und zumindest den Standort der Oban-Destillery anschauen.

Zum krönenden Abschluss geht’s noch in einen Pub. Allerdings scheint hier um 23:00 Uhr Sperrstunde zu sein, denn wir werden pünktlich, aber freundlich, vor die Tür gesetzt.

Tain und Falls of Shin

Nach unserem köstlichen Frühstück in dem mittlerweile gewohntem Umfang, geht es wieder auf die Strasse. Dieses Mal in Richtung Tain, nördlich von Inverness. Es regnet mal wieder, aber davon lassen wir uns nicht abschrecken. Auch gestern kamen ein paar Tropfen runter, aber es gab immer wieder zwischendurch Sonnenschein. Das Wetter hier ist tatsächlich ein Phänomen. Von einer Minute auf die andere können Witterungsänderungen auftreten. Von Sonne zu Regen und zurück. Auch heute kommen wir wieder am Ben Nevis vorbei. Aber wie soll es anders sein, dieses Mal ist der gesamte Berg so gut wie gar nicht zu sehen. Er ist wohl ein wenig schüchtern und zeigt sich nicht so gern ;-)

Gegen 13:30 erreichen wir in Tain die Glenmorangie Destillery. Auch hier nehmen wir an der Führung nicht teil. Bei Glenmorangie ist der Produktionsprozess weitestgehend automatisiert. Somit fehlt uns persönlich der Flair und die Romantik der Destillationskunst. Dem Shop wird wieder einmal ein Besuch abgestattet. Allerdings auch hier finden wir kein adäquates Whisky-Souvenir. Tain selbst besuchen wir nicht. Allerdings kann man bei der Durchfahrt erkennen, das es sich um eine kleine hübsche Stadt handelt.

Unser nächstes Ziel ist Dornoch. Dort sehen wir uns die Kathedrale an. Die ist zwar nett, aber nicht wirklich umwerfend. Hiernach geht es zu den Falls of Shin. Wir haben hierzu bereits zwei verschiedene Prospekte gefunden, in denen uns die dramatischen Wasserfälle angepriesen wurden. Vor Ort angekommen entpuppen sich die Fälle eher als größere Stromschnellen. Das Ganze ist zwar nett anzusehen aber in anbetracht der Zeit für die Wegstrecke war es die Fahrt nicht wert. Das gesamte Areal sieht sehr touristisch erschlossen aus. Es gibt einen großen Spielplatz, ein Restaurant und einen riesigen Souvenirshop. Von dem angrenzenden Parkplatz sind auch einige Wanderwege ausgeschildert.
Von hier aus geht es direkt in Richtung Golspie um uns dort auf die Suche nach einem B&B zu begeben. Gleich am Ortseingang sehen wir ein B&B-Schild mit Vacancies. Eine ältere Dame öffnet uns hier die Tür. Das angebotene Zimmer ist sauber und mit eigenem Bad und WC ausgestattet. Es soll pro Person 24 Pfund kosten. Wir nehmen es. Es wird noch schnell abgefragt, wann wir welches Frühstück haben möchten. Danach wird einfach nur noch gefaulenzt. Nachdem wir in der zweiten Tageshälfte durchgängig Sonnenschein hatten, fängt es nun am Abend wieder an zu regnen an. Unser B&B heißt Culmarron und liegt direkt am Ortseingang zu Goldspie.

Dunrobin Castle, Dunnet und Wick

Am Morgen geht es in den Wintergarten zum Frühstücken. Ein Platz an der Sonne für ein umfangreiches, leckeres und liebevolles Frühstück mit Blick auf die in der Küche werkelnde Gastgeberin. Nachdem alle unsere Sachen wieder im Auto verstaut sind, geht es zum Carn Liath. Es ist die Ruine eines Wehrturmes und selbst diese ist noch beeindruckend.

Von hier aus geht es ein paar Kilometer wieder zurück zum Dunrobin Castle. Jetzt um 10:30 Uhr ist dort endlich geöffnet. Im Dunrobin Castle kann man einige Räume besichtigen. Zum Eintritt gehören noch die Gartenanlagen, ein kleines Museum und die Falknerei. Zuerst gehen wir in das Museum. Der erste Raum ist voll gestellt mit ausgestopften Tieren aus aller Welt. Im zweiten Raum gibt es auch noch viele ausgestopfte Tiere, allerdings finden sich hier auch interessante Steine aus der Umgebung mit piktischen Gravuren. Hinzu kommt noch allerlei Kleinkram aus der Geschichte der Schlossherren. Um 11:30 gibt es in der Falknerei eine Vorführung. Alleine diese Flugshow ist den Eintrittspreis von insgesamt 8 Pfund pro Person wert. Es gibt einige Hintergrundinformationen zu den Vögeln und der Geschichte der Falknerei. Der Falkner ist sehr nett, motiviert und man kann ihn perfekt verstehen. Die Räume im Schlossinneren sind klassisch pompös und bunt ausstaffiert. Für den Aufenthalt hier sollte man auf jeden Fall 2-2,5 Stunden einplanen.

Hiernach geht es wieder auf die Straße und weiter in Richtung Norden. Unser Ziel ist der nördlichste Punkt des britischen Festlandes. Auf dem Weg dahin schauen wir uns unterwegs noch die Grey Cairns of Camster an. Der Abstecher runter von der Hauptstrasse lohnt sich. Es handelt sich um drei vollständige Chambered Cairns. Alle drei können mal mehr oder weniger umständlich betreten werden. Aufgrund der niedrigen Deckenhöhe und der Feuchtigkeit kann nur der mittlere gefahrlos besichtigt werden. Hier ist die Decke höher. Von hier aus geht es weiter zu den Hill o' many Stanes. Glücklichweise ist dieser nicht wirklich weit weg von Camster, da sich dieser Abstecher nicht wirklich gelohnt hat. Es handelt sich um ein „Feld“, auf dem viele Steine in mehreren Reihen aufgestellt sind. Allerdings steht in keinem Reiseführer, das der größte Stein maximal 40cm gross ist. Ach ja, einen Parkplatz gibt es hier auch nicht. Man stellt sich einfach an den Straßenrand der vorbeiführenden Single-Track-Road.
 
Hiernach geht es direkt weiter nach Wick. Kaum kommen wir dort an, müssen wir auch schon eine Tankstelle suchen. Alle bisherigen Tankstellen an denen wir in Richtung Norden vorbeikamen hatten geschlossen. Nachdem auch das Problem gelöst ist, schauen wir uns Castle Wick an. Dieser Ausflug zu der Ruine lohnt nicht wirklich. Allenfalls vielleicht für die Steilküste auf der die Ruine steht. Da wir schon mal in Wick sind, machen wir uns auf die Suche nach der kürzesten (im Guinnessbuch der Rekorde eingetragenen) Straße der Welt. Diese macht ihrer Eintragung alle Ehre, denn wir werden trotz Navigation nicht fündig. Also kurzerhand wieder ins Auto und ab zum nördlichsten Punkt, nach Dunnet Head. Die Aussicht hier ist grandios. Sowohl was die Klippen betrifft, als auch der ausgeschilderte View Point. Wir konnten sogar Seelöwen sehen. Auf dem Weg zurück nach Wick machen wir noch einen kleinen Abstecher nach Dunnets Bay. Ein sagenhafter Sandstrand mit angrenzendem Campingplatz.
Nun aber los, denn wir haben noch keine Unterkunft für die Nacht. In Wick fällt uns auf, das es offensichtlich nicht so viele B&Bs im Norden gibt, wie ursprünglich angenommen. Dann finden wir aber doch noch was. Alan und Lynn vom Impala Guesthouse haben noch ein Double-Room für 46 Pfund frei, und das inklusive Meerblick. Es ist alles sehr sauber und ordentlich. Unser Zimmer ist sogar mit einem Flachbildfernseher ausgestattet. Alan bietet uns an, uns in die Innenstadt zu bringen und sogar später wieder abzuholen, falls wir noch in eine Disco oder Pub wollen. Echt nett.

Castle Fraser und Arbroath

Das Frühstück fällt gigantisch aus. Die Auswahl und Menge sprengt alles bisher da gewesenes. Also wer mal eine Nacht (oder auch mehrere) in Wick verbringen möchte ist hier mehr als gut aufgehoben. Auf unserem gestrigen Weg von der Nordspitze zurück nach Wick sind wir an einem riesigen Tesco vorbeigekommen. Unser Vormittagsprogramm heisst „Shopping im Supermarkt“. Es ist halt immer wieder interessant, welche Produkte man so in ausländischen Supermärkten findet. Entgegen vieler Meinungen im Internet findet man hier in Schottland auch Vollkornbrot, Obst und Gemüse. Man muss nur etwas genauer danach schauen. Der Anteil der Fertiggerichte ist halt sehr groß. Wenn man so einen Aufenthalt im Supermarkt plant, sollte man unbedingt mit eigenem Auto vor Ort sein. Alleine die vier von uns erworbenen Chipstüten haben eine Größe, das sie alleine die Rückbank einnehmen. Wir finden im Supermarkt einige interessante Produkte und nehmen selber eine Klappkiste voll mit Lebensmittel mit. Hiernach folgen wir wieder der A9 in Richtung Süden und kommen so nebenbei noch an einem Aldi und Lidl vorbei.

Unsere Fahrt führt uns über Inverness und Elgin in Richtung Aberdeen. Hier werfen wir noch einen Blick auf das Castle Fraser, und wieder wandeln wir auf den Spuren von Diana Gabaldon. Castle Fraser ist von außen sehr schön. Allerdings sind wir mal wieder ausserhalb der Öffnungszeiten da und können nur die Gärten betreten.

Nach einem kurzen Spaziergang geht’s auf nach Arbroath. Unterwegs kommen wir noch am Dunnottar Castle vorbei, wo wir einen kurzen Stop einlegen.

Um 19:30 Uhr sind wir vor dem von uns ausgeguckten B&B. Natürlich mal wieder: „no vacancies“. Wir fahren weiter, es muss ja noch irgendwo B&Bs geben. Das nächste was wir finden sieht sehr heruntergekommen aus; wir fahren weiter. Am Ende finden wir maximal 9 B&Bs bei denen entweder alles ausgebucht ist, oder uns niemand öffnet. Also zu dem heruntergekommen Etablissement. Im „Kingsley Guest House“ müssen wir das erste Mal im voraus bezahlen. 50 Pfund pro Nacht. Alleine dieser Umstand sollte einen skeptisch machen. Auf dem ersten Blick sieht das Zimmer in Ordnung aus, aber auf dem zweiten……, der dritte Blick hat uns veranlasst uns maximal inklusive unserer Kleidung, wie wir sie anhatten, ins Bett zu begeben. Es war einfach schauderhaft. Wer also jemals nach Arbroath kommt, lasst bloss die Finger vom Kingsley Guest House.

Highland Games auf Blair Atholl

Nach einer unbequemen Nacht und einem erbärmlichen Frühstück sehen wir zu, möglichst schnell wieder auf die Straße zu kommen. Heute geht es in Richtung Blair Atholl zum Blair Castle. Auf diesen Tag haben wir uns schon sehr gefreut, denn heute am 24.05.2009 finden am Blair Castle die alljährlichen Higland Games statt. Ursprünglich sah unsere Reiseroute keine Games vor. Aber in einem Prospekt haben wir vor kurzem von dem Event am heutigen Tag erfahren. Als erstes schauen wir uns das Blair Castle an. Alleine das Schloss ist auch ohne die Highland Games einen Ausflug wert. Die Besichtungstour fällt umfangreicheraus als im Dunrobin Castle. Hier gibt es knapp 30 Räume zu besichtigen, die viel persönlicher gestaltet sind. In den Gärten kann man die größten und ältesten Bäume Schottlands bewundern. Dann beginnen die Spiele. Kurz zusammengefasst: einfach geil!! Wer die Möglichkeit hat in seinem Urlaub Highland Games zu besuchen, sollte das unbedingt tun. Es ist ein Event wie Ernte- und Schützenfest zusammen. Eine Buden- und Zeltstadt und viele Menschen. Als erstes marschiert die Privatarmee des 11 Grafen von Atholl mit Pipes and Drums ein, ab da hat man überall was zu gucken. Gleichzeitig finden diverse Wettkämpfe statt. Ein Dudelsack- und Tanzwettbewerb (wie Riverdance) und natürlich die Klassiker wie Stein-, Hammer- und Baumstammwurf. Echt beeindruckend. Zwischendurch finden zur Auflockerung immer wieder Laufwettbewerbe mit dem Publikum statt. Am Ende gibt es noch Profitauziehen mit den Teilnehmern aus den umliegenden Gemeinden.

Gegen 17:00 Uhr verabschieden wir uns von Blair Atholl und schlagen den Weg in Richtung Edinburgh ein. Hier werden wir bereits in unserem schon von Deutschland aus reservierten Guesthouse erwartet. Wir haben hier bereits im Vorfeld gebucht, um dem Parkplatzproblem in Edinburgh zu entgehen. Menzies Guesthouse liegt relativ zentral und hat einen kleinen Privatparkplatz. Der erste Eindruck vom Guesthouse ist sehr positiv. Auch der zweite Blick kann diesen Eindruck nicht zerstören. Einziger Wermutstropfen ist die Etagentoilette und –dusche. Nun ja, das wird schon gehen. Abends gehen wir schon mal zur Orientierung die Umgebung ab um danach fix und fertig ins Bett zu fallen.

Edinburgh 1

Die Nacht war herrlich ruhig und entspannend. Die Dusche ist ein wenig gewöhnungsbedürftig, da es sich hier eigentlich um eine Duschkabine mit Zimmertür handelt. Das Frühstück fällt im Verhältnis zu den ländlicheren Regionen Schottlands enttäuschend aus. Es gibt kein „cooked breakfast“ mehr. Es ähnelt eher einem Kontinentalfrühstück. Aber es ist alles in ausreichender Menge und ordentlicher Qualität vorhanden. Nun gut, auf zum Castle Edinburgh. Wir erklimmen die Steigungen zum Castle. Als wir oben ankommen, laufen die Wachen gerade eine Parade. Das soll wohl die Wachablösung sein. Alles ist voller Menschen. So eine Ansammlung von Touristen hatten wir die gesamte Zeit in Schottland nicht. An den fünf(!) Kassen stehen lange Schlangen, die in Personenleitsystemen durchgeschleust werden. Edinburgh Castle ist im Vergleich zu den bisher gesehenen Schlössern das flächenmäßig größte. Einige Sachen wiederholen sich natürlich. Allerdings gibt es ein paar Ausstellungen zur Geschichte des Castles und der Gefängnisse, die echt gut gemacht sind. Der große Saal ähnelt dem in Stirling und ist auch hier sehr beeindruckend. Ein Highlight sind natürlich die ausgestellten  schottischen Kronjuwelen. Hier wird man in einer langen Schlange ca. 25 Minuten durch eine Ausstellung zur Geschichte der Königshäuser Schottlands durch warme und stickige Räume „geschoben“. Die meisten Touristen nehmen sich keine Zeit um sich die Ausstellung anzusehen und drängen nur zu den Juwelen. Endlich sind wir auch an der Vitrine mit den Kronjuwelen und eigentlich schon nach ca. 2 Minuten wieder rausgeschoben. Um 13:00 Uhr wohnen wir noch dem Abschuss der „One o’ clock Gun“ bei und verabschieden uns danach zeitnah aus dem Castle. Man kann hier ganz locker drei Stunden einplanen, eher mehr.

Hiernach geht’s runter in die Royal Mile zur Begutachtung der Sehenswürdigkeiten links und rechts davon (St. Giles Church, Heart of Midlothian, Adam Smith Monument) Unterwegs trifft man auf viele Straßenkünstler, alle Tische der Lokale sind besetzt; hier tobt das Leben. Am Ende der Royal Mile ist der Holyrood Palace, der, wie sollte es anders sein, geschlossen ist. Von hier aus geht es zum Calton Hill, um die Aussicht über Edinburgh zu geniessen. Hier sind die beiden Monumente durch Baugerüste verhüllt. Nach einer kurzen Pause geht es über die Princess Street wieder in Richtung Royal Mile. Hier geben wir endlich den Kaufversuchungen nach und begutachten diverse Geschäfte mit mal mehr oder weniger sinnvollen Waren.

Jetzt werden wir dann doch ein wenig hungrig und wir beschliessen es noch einmal mit der schottischen Küche zu versuchen. Den Pub unserer Wahl (The Castle Arms) haben wir relativ schnell gefunden und es gibt Steak vom Angusrind und Ale. Zum ersten mal schmeckt die schottische Küche richtig gut. Der Pub füllt sich relativ schnell und es wird ein netter Abend.

Edinburgh 2

Heute morgen sind wir die ersten beim Frühstück. Dieses ist ein wenig anders als am Vortag aufgebaut. Es fehlen Brötchen und Croissants, dafür gibt es Ei-Sandwiches und Körnerbrot. Nach dem Frühstück geht es ab auf Edinburghs Strassen. Heute steht ein Rundgang in der New Town an. Am Vortag hat uns die Princess Street nicht wirklich zugesagt, da es hier nur laut und voller Baustellen ist. Insgesamt haben wir den Eindruck, das die gesamte New Town nur eine Baustelle ist. In den kleinen Seitenstrassen wie z. B. der Rose Street gibt es viele schöne kleine Läden. Am Ostende der New Town angekommen, wollen wir eigentlich in die Scottish National Portrait Gallery, doch die ist wegen Renovierungsarbeiten bis 2011 geschlossen. Also los in den Norden der Old Town. Hier wollen wir uns das Museum of Scotland anschauen. Hier kann man locker einen halben, wenn nicht sogar ganzen Tag verbringen. Die Ausstellung wirken teilweise zwar ein wenig unstrukturiert aber dafür ist der Eintritt frei. Zusätzlich kann man sich noch kostenlose Audioführer in deutsch geben lassen. Das wäre in Deutschland so nicht denkbar. In jedem kleinen Teilbereich gibt es Kurzfilme zum Thema zu sehen und für Kinder gibt es überall kleine „Explorer Ecken“. Nach dem Museum geht es zur Greyfriars Church zum Grab vom Greyfriars Bobby. Hiernach ist wieder „Shopping-Time“. Da das am Vortag sehr erfolgreich mit der Kreditkarte funktioniert hat, werden wir das heute noch einmal versuchen. Wir benötigen halt noch ein paar Mitbringsel für die daheim gebliebenen. Nach ein paar Geschäftsbesuchen finden wir alles und noch viel mehr. Abends sind wir hundemüde und holen uns Kebaps um die Ecke zum mitnehmen aufs Zimmer.

Unser Fazit: In Edinburgh kann man viel Geld lassen. Alle Eintrittsgelder, Shops und Restaurants sind teuer. Das Schloss sollte man sich trotz horrender Eintrittsgelder ansehen. Die Museen und Galerien nehmen kein Eintritt, hier kann man auch einige Stunden verbringen. Es gibt viele teure Geschäfte mit allerlei Touristenfang-Produkten. Für uns hätte ein Tag komprimiert in Edinburgh gereicht. Das kann allerdings auch daran liegen, das Edinburgh eine Großstadt wie Hamburg, Berlin oder München ist und wir definitiv keine Stadtmenschen sind. Wir gehen sogar so weit und lehnen uns wie folgt aus dem Fenster: Wer sich nur Edinburgh ansieht, hat eigentlich nichts von Schottland gesehen, sondern nur eine Großstadt besichtigt. Natürlich findet man auch hier zwischen den gehetzten Bewohnern den einen oder anderen netten und zuvorkommenden Schotten. Als wir mit unserer ausgebreiteten Straßenkarte am Charlotte Square standen, wurden wir von einer Passantin angesprochen: „May I help you?“. Solche Erlebnisse sind natürlich supernett. Trotzdem sind die Großstädte ein echtes Kontrastprogramm zu den im Norden Schottlands vorherrschenden landschaftlichen Weiten. Morgen ist unser letzter Tag in diesem tollen und abwechslungsreichen Land. Wir sitzen hier mit einem weinenden und einem lachenden Auge. Wir haben viel gesehen, gelernt, Strecken gelaufen und auch gegessen; und ein klein wenig freuen wir uns auch wieder auf zu Hause. Für morgen steht noch Linlithgow Palace und die Jedburgh Abbey auf dem Programm, bevor unsere Fähre wieder von Newcastle startet.

Linlithgow Palace und Jedburgh Abbey

Heute morgen gibt es anstatt dem Körnerbrot vom Vortag nur Toast und gekochte Eier. Gegen 9:15 Uhr verlassen wir Menzies Guesthouse zu unserem letzten Tag in Schottland. Der Aufenthalt bei Menzies war sehr gut, sauber und gepflegt nur halt ohne schottischem Frühstück. Nach ca 35 Kilometern erreichen wir Linlithgow Palace. Es ist ein sehr beeindruckender Bau (Ruine). Aus zeitlichen Gründen machen wir hier nur ein paar Aussenaufnahmen. Als Eintrittsgeld werden hier 5,20 Pfund pro Person verlangt.

Nach einem kurzen Stopp in einem Supermarkt, wo wir uns noch einmal mit Kuchen und Keksen für die Rückfahrt eindecken, geht es weiter zur Jedburgh Abbey. Auch hier werden 5,20 Pfund pro Person fällig. Die Ruine der Abtei vermittelt einen guten Eindruck, welche Größe sie mal gehabt haben muss. Im Souvenirshop geben wir unsere letzten 12 Pfund aus.
Danach geht es auf direktem Weg in Richtung Newcastle zur Fähre. Am Zollpunkt werden wir natürlich (Murphies Law) rausgewunken. Als der Zöllner allerdings unseren vollgestopften Kofferraum sieht, hat er anscheinend schnell keine Lust mehr die Kontrolle zu intensivieren. Es ist halt eine reine Routineuntersuchung. Die Einschiffung findet hier genauso problemlos statt wie auf der Hinfahrt. Wir beziehen unsere Kabine und gehen sofort an Deck um dem Ablegemanöver beizuwohnen. Es herrscht mal wieder bestes Wetter zur Verabschiedung von Great Britain. Wir sitzten noch einige Zeit draußen bis die Sonne fast verschwunden ist. Am Ende des Tages sind wir uns einig, das war der beste Urlaub überhaupt und wir werden wiederkommen.